40 Jahre Multiple Sklerose Kontaktgruppe - Jubiläumsfeier in der Erlöserkirche

Die Krankheit der 1000 Gesichter

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MS Kontaktgruppe 01 (Von li) Gertrud Müller, ehemalige ehrenamtl. Mitarbeiterin, Sigrid Straube, Leiterin, Dr. Monika Himmighoffen, Vorstand DMSG, Erna Boerboom, ehem. Leiterin und Dr. Bettina vom Ende (vorne) DMSG

Fürstenfeldbruck - Man nennt sie die Krankheit der 1000 Gesichter. Sie ist heimtückisch, unheilbar und sie kann Menschen aller Alters- und Gesellschaftsgruppen treffen: Multiple Sklerose (MS). Die chronisch entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems äußert sich bei jedem Betroffenen anders und kann ganz unterschiedliche Verläufe nehmen - in unregelmäßigen Schüben oder in Form von sich langsam verändernden Symptomen.

  Für Betroffene und Angehörige von MS-Erkrankten aus dem Landkreis bietet die MS-Kontaktgruppe FFB ein ideales Forum. Diese feierte am 7. April ihr 40-jähriges Bestehen in dem Gemeinderaum der Erlöserkirche. Gruppenleiterin Sigrid Straube begrüßte die zahlreich erschienenen Gruppenmitglieder, die ehrenamtlichen Mitarbeiter sowie die Vorstandsvorsitzende der DMSG (Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft) Dr. Monika Himmighoffen.

Bei ihrer Rede griff Sigrid Straube den Grundgedanken auf, der bei Entstehung der Gruppe am 31. März 1976 vorherrschte: ,,Früher ging es vor allem darum, den an MS Erkrankten aus der häuslichen Isolierung herauszuholen". Dieser Gedanke gilt mittlerweile als überholt: ,,Der MS Patient von heute ist aufgeklärt und viel selbstbewusster. Er steht mitten in unserer Gesellschaft und wird selbst aktiv". Sigrid Straube, die selbst nicht an MS erkrankt ist, leitet die Gruppe seit 15 Jahren. Aktuell besteht sie aus 15 Mitgliedern: ,,Wir treffen uns einmal im Monat hier in der Erlöserkirche und geniessen das Zusammensein", sagt sie. Dazu gehören auch gemeinsame Ausflüge zu Museen und anderen kulturellen Einrichtungen, Theaterbesuche und Fahrten an den Ammer- oder Schliersee.

 Außerdem praktiziert die Gruppe Gymnastik, Atemtherapie, Feldenkreis oder sie bastelt, töpfert und malt. Sigrid Straube möchte vor allem die Selbständigkeit der Mitglieder fördern und ihnen immer wieder neue Impulse geben. ,,Ich schreibe der Gruppe nichts vor, sondern biete etwas an. Wir sind miteinander und füreinander da", sagt sie. Über die Krankheit an sich werde eigentlich nur selten gesprochen. Meistens gehe es um alltägliche Dinge oder einfach nur darum, zusammen eine schöne Zeit zu haben. Einigen Gruppenmitgliedern ist die Krankheit nicht anzusehen. Andere dagegen sind schon auf den Rollstuhl angewiesen. ,,Das tückische an MS ist, dass immer wieder neue Symptome dazukommen können", erklärt Sigrid Straube. ,,Die Lebensqualität wird dadurch enorm beeinträchigt". Obwohl die MS nicht zwangsläufig zu einem Leben im Rollstuhl führt und es immer wieder Patienten gibt, die nach einem ersten Schub sehr lange symptomfrei bleiben, ist im Durchschnitt ein Viertel der Betroffenen nach 25 Jahren nicht mehr in der Lage zu gehen.

Infos unter www.ms-gruppe-ffb.de

 Nicole Burk

 

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