Mundschutzmasken für Pflegepersonal

Maisacherin erschafft Netzwerk aus Masken-Näherinnen

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Maisach - Nicole Kölnsperger hat ein Netzwerk aus ehrenamtlichen Näherinnen für Mundschutz-Masken ins Leben gerufen

Maisach - Medizinische Masken sind rar. In der aktuellen Zeit sind sie bei Arztpraxen, Altenheimen und Krankenhäusern so begehrt wie aktuell Toilettenpapier bei Otto Normalverbrauchern. Mit dem Unterschied, dass die Pflegekräfte und Ärzte sie wirklich brauchen, weil sie ohne nicht oder nur schwer arbeiten können. „Allein für die Psyche sind Schutzmasken wichtig, der Gegenüber fühlt sich einfach sicherer“, weiß Nicole Kölnsperger, die in diesen Tagen viel mit Krankenschwestern und Pflegern gesprochen hat. Denn sie näht ehrenamtlich Masken und verteilt sie. Dabei ist die Maisacherin nicht allein. Mittlerweile hat sie ein großes Netzwerk aufgebaut.

Familie hilft eifrig mit

1100 Masken wurden bereits verteilt. Eine Menge und dennoch nicht genug. Die 32-Jährige ist hauptberuflich Näherin und musste ihren kleinen Stickerei-Laden in Maisach unter ihrem Wohnhaus aufgrund der Verordnungen des Freistaats schließen. Selbst musste sie mit ihrer Familie außerdem für sechs Tage in häusliche Quarantäne. „Dadurch habe ich viel Freizeit gewonnen, die ich sinnvoll nutzen wollte“, erzählt sie von den Anfängen. Auch ihr kam zu Ohren, dass Schutzmasken Mangelware werden und fing vor einer Woche an, die ersten Masken zu nähen. Ihre Idee stellte sie in eine Facebook-Gruppe für Maisch, um Abnehmer zu finden. „Mir ging es zunächst vor allem um pflegende Angehörige, die ja selbst nicht zur Risikogruppe gehören, aber jemanden wie beispielsweise einen Krebspatienten zu Hause haben.“ Der Ansturm war enorm. „Mir war schnell klar, dass ich keine Chance hatte, das alleine zu bewerkstelligen“, sagt sie und das obwohl ihre beiden Kinder (neun und sechs Jahre) sowie ihr Mann eifrig helfen. Doch es fanden sich schnell weitere Mitstreiterinnen. Die Gruppe der Näherinnen wurde immer größer. Mittlerweile nähen 45 Näherinnen in ihrer Freizeit und unentgeltlich Masken. „Das meiste sind Mamas, die Beschäftigung suchen“, weiß Kölnsperger. Die Näherinnen organisieren sich in einer WhatsApp Gruppe.

Sachspenden werden gerne angenommen

Das Material stellen sie selbst, oder holen es bei der Initiatorin in Maisach vor dem „Rotblonder Faden“-Laden in der Estinger Straße 2 ab. Dort steht aktuell eine Kiste mit Stoffen sowie eine Kiste mit Nähgarn, Gummibändern, Nadeln und Schrägband. Die Näherinnen holen sich dort ihr Material ab. Die Kisten sind außerdem offen für Materialspenden. „Mit Stoffen sind wir aktuell noch gut versorgt, Schrägband und Gummibänder in drei und fünf Millimeter gehen uns jedoch langsam aus“, schildert Kölnsperger. Wer selbst nicht nähen kann oder möchte, jedoch Material hat, kann dieses einfach in die Kisten oder vor Kölnsperger Haustür legen. „Momentan gibt es nichts schöneres, als wenn ich die Tür öffne und da wieder viel Nähmaterial liegt“, sagt die Maisacherin, die selbst gerade nicht mehr viel näht. „Das ganze Organisatorische nimmt mich voll ein“, erzählt sie. Die Kiste, in der Kölnsperger auch immer wieder ein paar fertige Masken legt, ist dagegen immer schnell leer. „Innerhalb 35 Minuten waren am Anfang 60 Masken weg“, erzählt sie weiter.

Kaufanfragen aus Bonn werden abgelehnt

Dank dem Einsatz der Näherinnen, konnten bereits Altenheime, Optiker, Physiotherapeuten, Arztpraxen und auch die Müllabfuhr mit den Masken beliefert werden. „Die Masken sind Behelfsmasken und keine Medizinischen“, betont die Stickerin ausdrücklich, doch für viele ist es alles, was sie momentan bekommen können. Die Masken seien durch die Baumwollstoffe gut waschbar und wiederverwendbar. „Ich bekomme mittlerweile Anfragen aus Bonn, Hamburg und noch weiter“, erzählt sie. Doch möchte sie mit ihren Masken ausschließlich im Raum Fürstenfeldbruck aushelfen und das unentgeltlich, daher betont sie immer wieder: „Wir verlangen für die Masken kein Geld, wir verkaufen sie nicht. Ich möchte aus der Krise kein Profit schlagen.“ Sie bittet außerdem um Nachsicht, dass sie und ihr Mann, der selbst Vollzeit in der Beatmungstechnik-Branche arbeitet, nicht auf alle E-Mails sofort antworten können.

Kontakt für Helfer und Bedürftige

Wer helfen will, egal ob als Näherin, Sach- oder Geldspender kann sich bei Nicole Kölnsperger per E-Mail an rotblonderfaden@gmail.com oder über die Facebookseite ihres Ladens melden. Wer dringend Masken braucht, kann sich hier ebenfalls melden.

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