Bis 7. Juli im Museum Fürstenfeldbruck

Ausstellung: Polizeischule in der NS-Zeit

+
Angelika Mundorff (links) und Barbara Kink stellten die Ausstellung im Museum Fürstenfeldbruck vor.

Nachdem der Gröbenzeller Historiker Sven Deppisch im letzten Jahr in seinem Buch das dunkle Kapitel der Polizeischule in Fürstenfeldbruck enthüllte, folgt nun im Kunsthaus eine Ausstellung zur Polizeischule Fürstenfeldbruck in Zeiten des Nationalsozialismus. Die Ausstellung „Ausbildung – Enthemmung – Verbrechen“ ist noch bis zum 7. Juli im Museum Fürstenfeldbruck zu sehen. Museumsleiterin Angelika Mundorff und Stellvertreterin Barbara Kink stellten die Ausstellung vor.

Eine große Leinwand zeigt marschierende Männer in dunklen Uniformen – schräg gegenüber die schwarz-weiß Fotografie verängstigter, nur spärlich bekleideter Frauen. Das Bild zeigt wohl ihre letzten Minuten – bevor die Nationalsozialisten sie erschossen. „Vergeltungsmaßnahmen waren Aufgabe der Polizeibeamten, ohne sie wäre der Holocaust nicht möglich gewesen“, erklärt Barbara Kink. Ausgebildet für diese Gräueltaten wurden die Offiziere damals auch an der Brucker Polizeischule. Rund 1.700 durchliefen zwischen 1937 und 1945 die angebotenen Lehrgänge mit den Schwerpunkten „Partisanenbekämpfung“ und „Bandenkrieg“. Die Ausstellung im Kunsthaus beschäftigt sich mit der Polizeischule in Fürstenfeldbruck als nationalistische Kaderschmiede im Kontext mit der bereits bestehenden Ausstellung „Münchner Polizei und der Nationalsozialismus“.

Hörstationen und Plakate informieren die Besucher

Bis auf wenige Relikte, wie einen Schaukasten mit Briefmarken oder eine damalige Polizeiuniform mit Abzeichen will die Ausstellung bewusst auf Objekte aus jener Zeit verzichten. „Wir wollen die Täter-Perspektive nicht in den Vordergrund stellen“, sagt Kink. Dafür stehen dem Besucher für Informationen zahlreiche Tafeln und Bilder mit Begleittext zur Verfügung. Eine wichtige Rolle nimmt in der Ausstellung auch der frühere Leiter der Brucker Gendarmerie, Johann Edin, ein. Er setzte sich unter anderem 1933 dafür ein, dass die Hakenkreuzflagge nicht vor dem Bezirksamt gehisst wird. 

Ausstellung noch bis 7. Juli zu sehen

Neben einem Portrait mit einer Beschreibung seiner Person gibt es Edin auch zu „hören“. „Wir haben Hörstationen mit Texten von Johann Edin, die neu vertont wurden“, erklärt Kink. Inspiriert wurden Mundorff und Kink durch die Doktorarbeit über die Offiziersausbildung von Sven Deppisch, weshalb sie bereits im Oktober mit den Vorbereitungen begannen. Unterstützt wurden sie hierbei unter anderem auch von Lehrbeauftragten der Polizeischule selbst. Noch bis zum 7. Juli ist die Ausstellung im Museum zu sehen, danach zieht sie in die Polizeischule. 

Hamann

Auch interessant

Meistgelesen

Getreidefeld fängt Feuer - Ermittlungen wegen Brandstiftung
Getreidefeld fängt Feuer - Ermittlungen wegen Brandstiftung
Die Babys der Woche im Klinikum Fürstenfeldbruck
Die Babys der Woche im Klinikum Fürstenfeldbruck
Neue Multifunktionshalle für Fürstenfeldbruck?
Neue Multifunktionshalle für Fürstenfeldbruck?
Mähfahrzeug rutscht in Stausee der Amper
Mähfahrzeug rutscht in Stausee der Amper

Kommentare