Verfolgungsjagd mit GPS

Mutmaßlich gestohlenes iPhone durch München verfolgt - auf ehrliche Finderin getroffen

Frau hält Navigation GPS im Smartphone in Stadt in der Hand
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Mit dem GPS und einer Ortungsapp konnte ein iPhone und seine Finderin verfolgt werden.

Germering - „Die spannendsten Geschichten schreibt bekanntlich das Leben und auch immer wieder der reale Polizeialltag“, heißt es aus der Germeringer Polizeimeldung von Polizeivize Andreas Ruch.

So ereignete sich am Nachmittag des 22. Februar eine spannende Geschichte in Germering: „Eine 24-jährige Servicekraft erschien gegen 14.30 Uhr in der Germeringer Wache und gab ganz aufgeregt an, dass ihr soeben das Handy beim Einkaufen gestohlen wurde“, schildert Ruch. Die junge Frau sagte aus, das ihr neuwertiges iPhone im Wert von 1.200 Euro während des Einkaufs in einem Discounter in der Industriestraße plötzlich verschwunden war. Wie genau es weggekommen war, konnte sich die junge Frau nicht erklären. Sie vermutete aber, dass es ihr heruntergefallen sein könnte, schloss aber auch die Möglichkeit nicht aus, dass sie es in Gedanken abgelegt und vergessen haben könnte.

Zu Hause Handy geortet

Als sie den Verlust bemerkte hatte, sei sie sofort nach Hause gegangen, um dort ihr Mobiltelefon mit ihrem MacBook zu orten. „Sie konnte daraufhin nachvollziehen, dass ihr Handy zunächst vom Lidl in den gegenüber liegenden Aldi Markt gebracht worden war“; erklärt Andreas Ruch. Daraufhin ging sie sofort zur Germeringer Polizei.

Handy reiste von Germering Richtung München

Von der Dienststelle aus konnte das verschwundene Handy weiter über das besagte MacBook in Echtzeit geortet werden. Das Signal bewegte sich zügig von Germering aus auf der Landsberger Straße in Richtung München auf der Bodenseestraße. „Somit musste sich das Handy nach Lage der Dinge in einem Pkw befinden“, wurde vor Ort von den Polizisten vermutet. „Da nun von zumindest einer Fundunterschlagung ausgegangen werden musste, wurde das gepeilte Signal des Handys umgehend durch zwei Streifen der PI Germering auf der Bodenseestraße in Richtung München verfolgt“, erzählt Ruch weiter den Vorgang. Die Streifen wurden dabei via Liveaufschaltung per Funk von dem aufnehmenden Beamten in der Wache gelotst.

Handy bei 47-jährigen Münchnerin entdeckt

Das Handy bewegte sich nun etwa 15 Minuten lang kreuz und quer im Bereich des Münchener Westen. Nach einem Linksabbiegevorgang in eine Seitenstraße konnte ein verdächtiges Fahrzeug ausgemacht werden, in welchem sich das Handy befinden musste. Daraufhin wurde der Opel einer 47-Jahre alten Objektleiterin aus München angehalten und das gesuchte Handy konnte prompt im Fahrzeuginneren aufgefunden werden. „Die Münchnerin räumte sofort an, das sie das Handy in Germering gefunden habe und beteuerte gleichzeitig, dass sie es seiner Besitzerin zurückgeben wollte“, betont Ruch. 

Finderin versuchte Handy bereits zurück zugeben

„Die Germeringer Polizisten staunten nicht schlecht, als die Münchnerin ausführte, dass sie bereits an der Wohnanschrift der Besitzerin in Germering war, um das Handy zurückzubringen“, erzählt Ruch weiter. Die Anschrift stand auf dem Handydisplay.   Nachdem sie dort aber nur die nicht deutsch sprechende Mitbewohnerin der iPhone-Besitzerin antraf und eine Verständigung mit dieser aufgrund von Sprachbarrieren nicht geklappt hätte, habe sie das Handy vorsichtshalber wieder mitgenommen, um zu einem späteren Zeitpunkt einen neuen Anlauf zu starten.

Zeugin bestätigt Ehrlichkeit der Finderin

Die besagte Mitbewohnerin bestätigte die Aussage der Münchnerin, so dass es laut Polizei glaubhaft sei, dass diese das Handy tatsächlich seiner Besitzerin zurückbringen wollte. Ob die ehrliche Finderin einen Finderlohn geltend macht, sei laut Ruch nicht bekannt.
pi

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