Stadtrat stimmt für den weltweit führenden Apparatebauer

Schleifring darf expandieren

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Hier wird gebaut. Die Parkplätze werden gegenüber auf die südliche Seite der Maisacher Straße verlegt.

Fürstenfeldbruck – Alle bekennen sich zu Schleifring, aber ganz so einfach ist es dann doch wieder nicht. Nach langwierigen Diskussionen und einer emotional geführten Debatte im Stadtrat stimmt schließlich eine Zweidrittelmehrheit dem Vorhaben zu.

„Wenn ein gut gehendes Unternehmen expandieren will, ist das einerseits sehr erfreulich, ärgerlich ist andererseits der Eingriff in den Wald.“ Klaus Quinten, Fraktionssprecher der BBV, stellte gleich zu Beginn der Debatte den Konflikt dar, in dem viele Räte steckten. Der nach langwierigen Diskussionen zur Abstimmung vorgelegte Beschlussvorschlag sieht vor, dass die Firma Schleifring zur Betriebserweiterung einen 25 Meter breiten Streifen nördlich der Maisacher Straße sowie zur Verlegung des Parkplatzes ein weiteres Waldstück südlich davon roden darf. 

1,3 Hektar Waldrodung stehen zur Debatte

Schleifring ist ein weltweit führender Apparatebauer und positioniert sich zunehmend als Zulieferer von Windrad- Herstellern. Hierfür werden neue und vor allem größere Produktionshallen benötigt. Insbesondere die BBV-Fraktion war in der Sache sehr gespalten. Zwar betonten fraktionsübergreifend alle Redner, dass sie sich zum Standort Fürstenfeldbruck und Schleifring bekennen, aber „ein fauler Kompromiss und schlecht verhandelt“, ist das Ergebnis beispielsweise für Christian Götz (BBV). „Als geradezu zynisch empfinde ich es, dass die Verwaltung in Ihrer Sitzungsvorlage von einer sinnvollen Arrondierung der Ortsrandsituation spricht. Wenn dafür 1,3 Hektar Wald platt gemacht werden, kann ich gerne darauf verzichten.“ Die Aufforstung einer Ausgleichsfläche stellt für Götz keinen adäquaten Ersatz dar, weil es 50 Jahre dauere, bis man wieder von einem Wald sprechen könne. Zudem sei hierfür eine Entwicklungspflege von mindestens 30 bis 40 Jahren nötig. Dies wollte Finanzreferent Walter Schwarz so nicht stehen lassen. „Ich kenne den Wald, von dem Sie sprechen, seit meiner Kindheit. Hier standen Behausungen für Flüchtlinge und Aussiedler nach dem 2. Weltkrieg und als diese nicht mehr benötigt und abgerissen wurden, überließ man die Fläche sich selbst. Hier war nichts als Brachland.“ Schwarz erschließt sich nicht ganz, warum man heutzutage eine Entwicklungspflege hierfür benötige. „Damals wuchs alles ganz von alleine.“ 

Schleifring ist der drittgrößte Gewerbesteuerzahler der Stadt

Klaus Wollenberg (FDP) erinnerte Götz an die ökonomische Verantwortung. „Sie sind am Anfang der Legislaturperiode mit einem gigantischen Programm zur Erhöhung des Mitarbeiterstabes in Rathaus und Verwaltung gestartet und die erhöhten Personalkosten müssen auch irgendwo herkommen.“ Da könne man nicht riskieren, dass der drittgrößte Gewerbesteuerzahler der Stadt abwandert. Alexa Zierl (parteilos) verband ihre Wortmeldung mit dem Appell an Schleifring, statt nur Parkplätze ein Parkdeck zu bauen, um so weniger Fläche roden zu müssen. Außerdem sprach sie sich für eine Dachbegrünung aus. Nach einer insgesamt hitzigen Debatte mit vielen Wortmeldungen wurde der Satzungsbeschluss mit 24 zu 14 Gegenstimmen gefasst.

Peter Fischer

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