Nach Kritik der Landwirte

Kot im Futter: EU habe keine Schuld

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Wegen der bodennahnen Düngeausbringung - wohl eine Deutsche Regelung - verbleiben Kotrückstände im Futtergrüngut.

Die neue Düngeverordnung hat vor allem bei den Milchviehbauern für helle Aufregung gesorgt. Durch die bodennahe Ausbringung von Gülle verbleiben Kotrückstände im Futtergrüngut. Die EU wehrt sich nun gegen den Vorwurf, sie sei für die Verordnung verantwortlich.

Landkreis – Steffen Schulz, Sprecher der Europäischen Kommission in München, stellt klar: „Das ist eine deutsche Verordnung.“ Diese wurde zwar aufgrund zweier Richtlinien der EU erlassen, die Europäische Union sei bei der Ausgestaltung der Verordnung nicht beteiligt gewesen. Die Richtlinien sehen vor, dass zum einen im Trink- und Grundwasser nicht mehr als 50 Milligramm Nitrat pro Liter enthalten sein dürfen. „Dieser Wert wird an vielen Stellen auch in Bayern dauerhaft überschritten“, sagt Schulz. Deshalb habe die EU-Kommission Deutschland bereits im Herbst 2016 wegen dieser Verstöße verklagt. Wie Schulz erklärt, wurde die Verordnung von Deutschland auch aus diesem Grund angepasst. Darüber hinaus gibt es eine weitere EU-Richtlinie, wonach die Ammoniakemissionen bis 2030 um 29 Prozent gesenkt werden sollen. Bei diesen Vorgaben gehe es nicht um Schikanen für die Bauern, wie Schulz betont. „Es geht um unser aller Gesundheit.“ Nitrat verunreinige das Grundwasser, aus dem auch das Trinkwasser gewonnen werde. „Sauberes Wasser ist aber unerlässlich für die menschliche Gesundheit“, so der Sprecher der Europäischen Kommission. 

Die Sorgen und Probleme der Milchviehbauern kann Schulz verstehen. „Für die Landwirte ist das natürlich ein Problem, weil sie die Gülle haben und wieder los werden müssen.“ Dies könne aber nicht zu Lasten des Grundwassers gehen. Für die Probleme der Bauern sei die EU aber nicht verantwortlich.

EU sei nur vor den Rahmen verantwortlich

Die EU könne aufgrund unterschiedlicher Gegebenheiten in den europäischen Staaten gar keine allgemeingültigen Vorgaben geben. „Die bodennahe Gülleausbringung zum Beispiel ist eine Vorgabe Deutschlands“, sagt Schulz. Die EU schaffe lediglich einen Rahmen, in dem sich die Mitgliedsstaaten bewegen dürfen. „Wie die Länder das schaffen, ist allerdings deren Sache“, sagt Schulz.

Andreas Daschner

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