Nach 110.000 Euro Umbau

Bald wird wieder geschlachtet

+
Sie sehnen die Eröffnung herbei (von links): Tierschutzbeauftragter Markus Wagner, Geschäftsführer Bernhard Huber, Geschäftsführer Hermann Eberle, Ausschussmitglied Christoph Schuster, Betriebsleiter Thomas Winnacker und Geschäftsführer Engelbert Jais.

Der Brucker Schlachthof, der ein dreiviertel Jahr lang geschlossen war, steht kurz vor der Wiedereröffnung. Noch in diesem Jahr wollen die neuen Gesellschafter den Betrieb wieder aufnehmen und mit einer Erstschlachtung beginnen.

Fürstenfeldbruck – „Wir warten nur noch auf den Bescheid der Regierung von Oberbayern“, teilte Engelbert Jais, Obermeister der Brucker Metzgerinnung, neben Bernhard Huber, seinem Innungs-Stellvertreter, und Hermann Eberle aus Karlsfeld, dem dritten Gesellschafter, bei einer Pressekonferenz auf dem Schlachthotgelände Am Kugelfang 3 am 15. Dezember mit.

Neuer Name, neues Team

Der Brucker Schlachthof, der nach schweren Verstößen gegen den Tierschutz im Mai dieses Jahres geschlossen wurde und dabei sämtliche Mitarbeiter freigestellt hat, firmiert mit komplett neuer Mannschaft unter dem Namen „Schlachthof Hasenheide“. Betriebsleiter ist Thomas Winnacker aus München und als ständiger Tierschutzbeauftragter fungiert Markus Wagner. Die bisherige Organisationsstruktur in Form einer GmbH & Co KG wird beibehalten.

Umbau kostete 110.000 Euro

„Ich bin mir sicher, dass wir den positiven Bescheid noch vor Weihnachten in den Händen halten“, sagte Geschäftsführer Jais. Die erheblichen Umbaumaßnahmen in den tierschutzrelevanten Bereichen (Anlieferung, Wartestall und Betäubung) sowie maßgebliche Investitionen in den operativen Betrieb haben die Prüfungskommission der Regierung von Oberbayern bei der Zulassungsbegehung überzeugt. „Ich bin geplättet“, habe Veterinärdirektorin Dr. Anja Laudien anschließend geäußert und zeigte sich angetan von neuem Tierschutzkonzept im Schlachthof Hasenheide. Auch Dr. Peter Scheibl vom Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit lobte die Umbaumaßnahmen. Insgesamt habe man 110.000 Euro für die Baumaßnahmen in die Hand genommen, informierte Jais. „Wir sind volles Risiko gegangen“, meinte Huber. Eine vorherige Beratung habe die Regierung von Oberbayern mit der Begründung abgelehnt, sie seien das Kontrollorgan. „Eine tonnenschwere Last ist dann von uns gefallen, als die Aussage der Regierung positiv ausfiel. Wenn die Regierung von Oberbayern zu unserem Konzept nein gesagt hätte, wären wir dagestanden wie die Deppen“, sagte Jais.

Lokale Handwerker am Werk

Die von den neuen Gesellschaftern konzipierten Umbaumaßnahmen für den tierschutzrelevanten Bereich setzten die Schlossereien Weissbarth aus Maisach, Fenz aus Biburg und Segerer aus Gilching sowie für den sanitären Bereich, die Schlosserei Klaß aus Adelshofen, in Kooperation um. „Ohne die Handwerker, die Christoph Schuster organisiert hat, wage ich zu bezweifeln, ob der Schlachthof noch mal eröffnet worden wäre, wenn er mal über ein Jahr lang dicht gewesen wäre“, freute sich Jais darüber, wie alle an einem Strang gezogen haben.

Bio-Zulassung wieder angestrebt

„Meine Kollegen und ich freuen uns, dass es uns gelungen ist, ein neues und engagiertes Team um den Betriebsleiter und den Tierschutzbeauftragten aufzustellen. Der Schlachthof Hasenheide ist für uns regionale Metzger von vitaler Bedeutung. Nur mit ihm können wir für unsere Endkunden eine geschlossene Produktionskette sicherstellen. Selbstverständlich streben wir auch unsere Bio-Zulassung wieder an“, teilte Jais abschließend mit. Dreimal die Woche soll in Zukunft geschlachtet werden, Die Schlachttage stehen noch nicht fest. Geplant sind Montag, Mittwoch und Donnerstag. Neben dem Tierschutzbeauftragten werden zukünftig zwei Tierärzte an diesen Tagen vor Ort sein. Durchschnittlich sollen 200 Sauen, 40 Rinder und 40 Schafe in der Woche geschlachtet werden. Die an den Schlachttagen im Schlachthof benötigten Metzger stellen die Metzgereien Eberle, Huber, Jais, Schuster und Makula ab.

604 Kunden warten auf Wiedereröffnung

Der Schlachthof hat 604 Kunden in seiner Kartei. „Die Nachfrage, wann es wieder los geht, ist groß“, teilte Huber mit. Als ungewöhnlich bezeichnete Winnacker, dass am Schlachthof nunmehr nur noch ausgebildete Metzger arbeiten. „Wir dürften damit die größte Meisterdichte in einem Schlachthof in ganz Deutschland haben.“

Dieter Metzler

Auch interessant

Meistgelesen

Zwei Frauen nach Crash auf B471 schwer verletzt
Zwei Frauen nach Crash auf B471 schwer verletzt
Werkstatt und Garage mit drei Fahrzeugen abgebrannt 
Werkstatt und Garage mit drei Fahrzeugen abgebrannt 
Bunte Villen warten auf Bestimmung
Bunte Villen warten auf Bestimmung
Tickets fürs Königliche Starkbierfest ab Montag beim Kreisbote
Tickets fürs Königliche Starkbierfest ab Montag beim Kreisbote

Kommentare