Der Bundnaturschutz debattierte über die Nachhaltige und sinnvolle Biomüllverwertung

Den Wertstoff Biomüll sinnvoll nutzen

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Die Teilnehmer des Pressegespräches in der Brucker Geschäftsselle vom Bund Naturschutz (von links): Ramona Weiß, die als Puchheimer Stadträtin und Studentin an der TU München ihre Masterarbeit zum Thema “Bioabfallverwertung im Landkreis Fürstenfeldbruck” geschrieben hat (der Kreisbote hat darüber berichtet); Josef Metzger, Josef Seemüller, Bund Naturschutzvorsitzende Eugenie Scherb, Jakob Drexler, Max Keil, Stefan Zöllner vom AWB und Dr.Hartmut Hoffmann.

Fürstenfeldbruck – Die Kreisgruppe Fürstenfeldbruck im Bund für Naturschutz hatte zum Pressegespräch über die nachhaltige und sinnvolle Biomüllverwertung eingeladen. Damit wollte der Bund Naturschutz seinen Standpunkt zu diesem Thema verdeutlichen.

Im Laufe des Pressegespräches wurde sehr schnell klar, was parteiübergreifend auch einstimmig von den anwesenden politischen Vertretern festgestellt wurde: Es muss eine Lösung gefunden werden, wie der Biomüll umweltschonend und nachhaltig in der Region genutzt werden kann. Die Biomüllverwertung mit Hilfe von Vergärungsanlagen könnte der Weg sein. Das Kreislaufwirtschaftsgesetz schreibt den Kommunen vor, biologischen Abfall getrennt zu erfassen. Für die Organisation der Mülltrennung ist im Landkreis Fürstenfeldbruck der Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) zuständig. Josef Metzger von der Initiative “Das bessere Müllkonzept”, brachte es ganz schnell auf den Punkt und betonte, dass Biomüll ein wertvoller Wertstoff sei, der bei entsprechender Nutzung eine wertvolle Säule der Energiewende werden kann. Aktuell wird der Biomüll im Landkreis in Papiertüten einmal in der Woche eingesammelt und dann in das rund 100 Kilometer entfernte Volkenschwand gefahren. Dort wird daraus im Nassvergärungsverfahren Biogas hergestellt.

Die Bürger im Landkreis Fürstenfeldbruck haben aber auch die Möglichkeit der Eigenkompostierung bei einem entsprechenden Gebührennachlass. Nicht zu vermeiden ist es nach Ansicht von Metzger, dass Teile des wertvollen Biomülls dennoch in der Mülltonne landen und die Verbrennung des Restmülles durch den hohen Feuchtigkeitsanteil behindern. Josef Seemüller vom Landesarbeitskreis “Abfall und Ressourcen” beim Bund Naturschutz brachte die Zielrichtung auf den Punkt: “Die heutige Technik erschließt einen vollkommen neuen Weg in der Abfallnutzung und den müssen wir einfach gehen”. Er ist sich sicher, dass das Biomüllaufkommen im Landkreis ausreicht, um eine entsprechende nach neuestem Stand der Technik erstellte Vergärungsanlage zu betreiben. Dr. Hartmut Hoffmann verwies als Abfallexperte beim Bund Naturschutz auf die positiven Effekte einer solchen Anlage mit der Phosphor- und Humus gewonnen werden kann, was aus ökologischer Sicht dringend notwendig ist. Für Kreisrat Jakob Drexler, zugleich Mitglied im Werkausschuss von AWB und GfA (Gesellschaft für Abfallbeseitigung, die die Müllverbrennungsanlage in Geiselbullach betreibt) geht es darum, die Bürger mitzunehmen und die neuen Möglichkeiten der Abfallnutzung im Landkreis immer wieder aufzuzeigen. Auch wenn hier bei der Bevölkerung erst ein Umdenken stattfinden muss.

Dabei geht es wohl in erster Linie um jene Bürger, die sich für die Eigenkompostierung entschieden haben und deshalb einen Gebührenvorteil haben. Drexler: “Wir wollen die Eigenkompostierung nicht verbieten, müssen uns aber in Zukunft an dem orientieren, was für die Umwelt sinnvoll ist”. Im Laufe des Pressegespräches wurde dann deutlich, welche ökonomischen Fragen oft die ökologische Richtung beinflussen: Die vor Jahren gebauten Müllverbrennungsanlagen, die heute Abfallheizkraftwerke heißen, müssen auch weiterhin ausgelastet werden und da sei mittlerweile ein regelrechter Mülltourismus im Gange, dem Einhalt geboten werde müsse. Wenn zur Auslastung einer Anlage Restmüll sogar aus anderen Ländern angekarrt werden muss, sei das nicht mehr ökologisch vertretbar, stellte Dr. Hartmut Hoffmann dazu fest. Wie der Umweltreferent im Kreistag, Max Keil, feststellte, haben die Landkreisbürger durch vorbildliche Mülltrennung schon vor 30 Jahren den Bau einer noch größeren Müllverbrennungsanlage verhindert. Jetzt geht es seiner Meinung darum, dass durch die Einführung der Biotonne im Landkreis Fürstenfeldbruck die Voraussetzungen für das neue Müllkonzept im Landkreis geschaffen werden, was von allen Beteiligten des Pressegespräches befürwortet wurde.

Georg Johannes Miller

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