Unterschriftensammlung in Grafrath wegen geplanter Erweiterung des Gewerbegebiets

Aktionsbündnis fordert: Keine Erweiterung ins Naturschutzgebiet

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Sie wollen nicht, dass die Landschaft am Wahlfeld für ein Gewerbegebiet geopfert wird: Die Mitglieder das Aktionsbündnisses Grafrath.

Grafrath – Für die Erweiterung des Gewerbegebiets am Grafrather Wahlfeld soll eine Teilfläche aus dem Landschaftsschutzgebiet „Obere Amper“ herausgenommen werden. Die Anwohner und Gewerbetreibenden wehren sich dagegen und streben zur Not auch einen Bürgerentscheid an. Die CSU will die Emotionen aus der Diskussion nehmen. Die Pläne, das Gewerbegebiet an der Jesenwanger Straße zu erweitern, wurden schon im Gemeinderat kontrovers diskutiert. Das Aktionsbündnis Grafrath, bestehend aus Anwohnern und Gewerbetreibenden der Jesenwanger Straße, sammelt nun Unterschriften für ein Bürgerbegehren mit der Fragestellung: „Sind Sie dafür, dass die Gemeinde Grafrath ihr Vorhaben aufgibt, das Gewerbegebiet an der Jesenwanger Straße in das Landschaftsschutzgebiet hinein zu erweitern?“

Aktuell ist geplant, am Wahlfeld eine Teilfläche aus dem Landschaftsschutzgebiet herauszunehmen, die im Flächennutzungsplan gleichzeitig als Gewerbefläche ausgewiesen ist – eine fehlerhafte Doppelausweisung, deren Ursprung nicht mehr nachvollzogen werden kann. „Das ist unsere Heimat, unsere Natur, die wir lieben“, sagt Susanne Linder vom Aktionsbündnis. Diese müsse man für nachfolgende Generationen erhalten. „Sinnlose Kurzschlusshandlungen, die eine unumkehrbare Zerstörung der Umwelt nach sich ziehen, kann kein Grafrather wollen“, sagt Linder. Karl-Erich Heilig vom Grafrather CSU-Ortsverein gefällt die Verhältnismäßigkeit in der Debatte nicht: „Das Landschaftsschutzgebiet ist 21,6 Quadratkilometer groß.“

 Herausfallen sollen zwei Hektar, die zudem bereits im Flächennutzungsplan als Gewerbeflächen ausgewiesen sind. Hiervon sollen wiederum 1,2 Hektar als Gewerbegebiet überplant werden. Gemeinderat Gerald Kurz ergänzt, dass weder das Biotop noch das Geotop mit dem Toteisloch – die sogenannte Wolfsgrube – an der B 471 in diesem Umgriff des Gewerbegebiets lägen. Die Anwohner sehen keinen Bedarf für weitere Gewerbeflächen.

 Das bislang letzte freie Grundstück habe zehn Jahre lang brach gelegen, ehe er mit seiner Kunstschmiede hergezogen sei, sagt Christian Heinecker. Vielmehr solle das Gebiet nur erweitert werden, um der Firma Cabero eine Vergrößerung zu ermöglichen, die sonst mit Wegzug droht, sagt Lindner. Dass die Erweiterung für den Betrieb erfolgen soll, streitet Kurz nicht ab. Eine weitere Ansiedlung von Betrieben sei ad hoc aber nicht geplant. Die 1,2 Hektar Grund sollen als Vorrat dienen, damit die Gemeinde „bei Bedarf moderat wachsen kann“.

Außerdem betont Kurz, dass ein Wegzug der Firma die Gemeinde durch den Wegfall der Gewerbesteuer schwer treffen würde. Ob ein Bürgerbegehren eingereicht wird, hängt laut Linder davon ab, wie die Gemeinde mit den über 400 Einsprüchen umgeht, die im laufenden Verfahren bereits bei der Gemeinde eingereicht wurden. Werden diese vom Gemeinderat nicht wie gewünscht gewürdigt, dann wird das Aktionsbündnis einen Bürgerentscheid anstreben. Das Quorum für ein Bürgerbegehren ist laut Mitinitiatorin Linder bereits jetzt erreicht: „Wir haben schon über 500 Unterschriften, aber wir sammeln immer noch.“

Andreas Daschner

 

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