Neubau der El Aksa-Moschee in Fürstenfeldbruck soll bis Anfang 2014 realisiert werden, hofft Mehmet-Akif Nemutlu vom türkisch-islamischen Ortsvere ...

Das Modell: So soll die neue Moschee einmal aussehen. Fotos: Dieter Metzler

Der Ehrenvorsitzende des türkisch-islamischen Ortsvereins von DiTiB in Fürstenfeldbruck, Mehmet-Akif Nemutlu, ist zuversichtlich, dass das städtische Bauamt den Bauantrag des Vereins vom Mai 2012 für den Bau der Moschee in Fürstenfeldbruck nunmehr genehmigen wird. „Wir haben jetzt alle Forderungen, die an uns gestellt wurden, erfüllt“, so Nemutlu, der zugleich als Sprecher des Vereins fungiert. Er hoffe, so Nemutlu, dass Anfang 2014 mit dem Bau begonnen werden könne. Den Namen des jetzigen Gebetshauses wird auch die neue Moschee tragen: „Mescid. i. El. Aksa“ - den Name der Moschee in Jerusalem.

Seit dem Erwerb des knapp 700 Quadratmeter großen Grundstücks an der Augsburger Straße 31 sind inzwischen zehn Jahre ins Land gegangen, berichtete Nemutlu und ließ bei einem Rundgang durch das derzeitige Gebetshaus noch einmal den chronologischen Ablauf des Bauvorhabens des Vereins Revue passieren. Ursprünglich beabsichtigte der Verein an das auf dem Grundstück stehenden Gebäude einen Anbau mit einer Kuppel zu errichten. „Und damit wir schneller ans Ziel kommen, wollten wir sogar auf ein Minarett verzichten“, erinnerte sich Nemutlu zurück. Der Bauausschuss des Brucker Stadtrates hatte die Pläne gebilligt. Die Bauverwaltung schickte dem türkisch-islamischen Verein jedoch eine Ablehnung mit der Begründung ins Haus, der Anbau sei zu groß, so dass der Abstand zu den Nachbarn zu gering sei und die anderen Gebäude in der Straße würden ebenfalls über keinen Anbau verfügen. Doch der 150 Mitglieder zählende Verein gab sich so schnell nicht geschlagen. Nach einem Gespräch mit Stadtbaumeister Martin Kornacher folgte der Verein dem Vorschlag, dass ein Neubau die bessere Lösung wäre. Nach dem Vorbild der Yildiz-Moschee am Bosporus in Istanbul entwarf der vom Verein beauftragte Architekt, Horst Wüst aus Königsbrunn, einen Moscheebau und reichte den Plan bei der Kreisbaubehörde im Landratsamt ein. Die Kosten für den Neubau, diesmal mit einem 18 Meter hohen Minarett, betrugen ca. 750.000 Euro. Doch der Verein erhielt vom Landratsamt eine Absage, diesmal, weil das Gebäude nicht in die Umgebung passe und wegen nicht zumutbarer Lärmbelästigung durch parkende Autos. „Wir hatten bei der Vorstellung unseres Modells im Juli 2004 aber schon deutlich gemacht, dass wir den Gang vor das Verwaltungsgericht nicht scheuen werden, falls unser Plan erneut abgelehnt werden sollte“, erzählte Nemutlu. Man sei sogar zu weiteren Kompromissen damals bereit gewesen, erinnerte der DiTiB-Ehrenvorsitzende, dass man z. B. die Nichtnutzung des Minaretts im Grundbuch festschreiben lassen wollte. Nach dem ablehnenden Bescheid legte der türkisch-islamische Verein Klage beim Verwaltungsgericht ein. Es kam sogar zu einer Ortsbegehung. Danach gab das Gericht der Klage statt. Allerdings musste der Verein sich Gedanken über die Parksituation machen. „Wir besserten nach und übernahmen sogar die vom Grundstücks-Nachbarn mit einem Technischen Gutachten geforderten Maßnahmen in unsere Planungen“, berichtete Nemutlu. Das Parkproblem und die Lärmbelästigung würden durch den Bau einer Tiefgarage gelöst, erklärte Nemutlu. „Das treibt die Kosten um 300.000 Euro auf insgesamt 1,2 Millionen Euro“, so Nemutlu. Die Moschee wird ein Erdgeschoss und zwei Stockwerke erhalten, gekrönt von einer goldenen Kuppel. Neben einem großen Gebetsraum sind Räume für Frauen und Jugendliche für Gruppenstunden und Unterricht vorgesehen. Auch eine Teestube will der Verein einrichten. Das geplante Minarett wurde an die Rückseite des Gebäudes in Richtung Volksfestplatz verlegt. Die so umgestaltete Baumaßnahme wurde im vergangenen Jahr vom Bauausschuss der Stadt genehmigt, berichtete Nemutlu. Der Ehrenvorsitzende des türkisch-islamischen Vereins ist sich sicher, dass auch die Finanzierung klappt. „Wir haben jetzt 90.000 Euro durch Spenden zusammen“, stellte Nemutlu die Finanzierung vor. „Wenn wir 300.000 Euro zusammen haben, fangen wir an“, so Nemutlu, der auf weitere Spenden und Sponsoren hofft. Man werde sich auch viele Kosten durch Eigeninitiative ersparen können, da sich unter den Mitgliedern etliche Handwerker wie Elektriker, Heizungsbauer, Maurer, Dachdecker usw. befinden. Lediglich für den Bau des Minaretts und der Kuppel sowie für den Gebetsraum mit seinen Mosaiken werde man Fachkräfte aus der Türkei beauftragen. „Wenn unsere Glaubensbrüder sehen, dass es endlich vorangeht, dann sind sie auch spendenfreudig“, glaubt Nemutlu das es mit dem provisorischen Gebetsraum bald ein Ende hat. Die erste Moschee in der Großen Kreisstadt wurde bereits im Juli 2007 nach zweijähriger Bauzeit mit einem Festakt an der Zadarstraße feierlich eröffnet. Der Deutsch-Türkische Kulturverein, der seine Bleibe im ehemaligen Gebäude der Firma Ariela in der Nähe der S-Bahnstation Buchenau damals räumen musste, nachdem der Bau des Einkaufszentrums am Geschwister-Scholl-Platz immer konkreter wurde, und vorübergehend in der Hasenheide untergekommen war, hatte das Gebetshaus für knapp eine Million Euro gebaut. „Die hatten nicht so viele Probleme mit den Anliegern. Da ging das Genehmigungsverfahren reibungsloser und schneller“, meinte Nemutlu und verwies darauf, dass die Moschee in einem Industriegebiet errichtet wurde.

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