Regelwerk fürs Pucher Meer

Neue Hausordnung für Freizeitgelände ermöglicht Rückkehr der Badeinseln ins Pucher Meer

Blaue Badeinsel im Olchinger See.
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Schon bald sollen wieder Badeinseln ins Pucher Meer gelassen werden wie hier im Olchinger See.

Fürstenfeldbruck – Pünktlich zu Beginn der Badesaison sollen wieder die Badeinseln ins Pucher Meer gelassen werden. Möglich macht dies ein neu erstelltes Sicherheitskonzept sowie eine Hausordnung, welche die bisher gültige Satzung zur Benutzung des Erholungsgebietes ersetzt.

Als die vor allem bei Jugendlichen beliebten blauen Badeinseln vorletzten Sommer abgebaut wurden, war die Aufregung groß. Nach einem Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofs (BGH), wonach die Kommune nachweisen muss, bei einem Badeunfall keine Schuld zu tragen, haben 2019 die meisten Gemeinden und Städte die Inseln demontiert, da das Haftungsrisiko zu groß erschien.

Nun hat eine von der Stadt beauftragte Anwaltskanzlei ein umfangreiches Sicherheitskonzept mit entsprechender Hausordnung ausgearbeitet. Wesentlicher Bestandteil des Konzepts sind Warnschilder und Infotafeln, die auf Gefahrenstellen hinweisen, wie etwa einer plötzlichen Tiefenänderung im Uferbereich oder eben einer Badeinsel, die ebenso als Gefahrenbereich eingestuft wird. Darüberhinaus tritt anstelle der bisher gültigen Satzung eine Hausordnung zur Regelung des Betriebs und Benutzung des Pucher Meeres in Kraft. In dieser ist unter anderem festgelegt, dass Badende auf eigene Gefahr handeln. Somit wäre die Stadt im Falle eines Unfalls nicht in der Haftung.

Verbot von Stand-up-Paddels (SUP) nicht genehmigt

Ferner ist Kindern unter sieben Jahren der Besuch nur in Begleitung einer aufsichtsberechtigten Person über 16 Jahren gestattet und auf dem gesamten Gelände gilt ein ganzjähriges Hundeverbot. Ursprünglich sah der Entwurf auch ein Verbot von Stand-up-Paddels (SUP) vor, was jedoch vom Ausschuss für Integration, Soziales, Jugend und Sport kassiert wurde. „Laut Wasserwacht gäbe es mit SUPs überhaupt keine Probleme“, erklärte Sportreferent Martin Kellerer (CSU). Um Badegäste nicht zu gefährden, sollte es für diese jedoch eine spezielle Einstiegsstelle geben, etwa am Steg der Wasserwacht. Untersagt bleibt hingegen Surfen, Segeln und das Benutzen von Booten mit Ausnahme von Schlauchbooten. Ebenso dürfen weiterhin Inhaber des Fischereirechts mit ihren Booten auf das Gewässer.

Kontrovers diskutiert wurde die vorgesehene Sperrstunde von ein Uhr nachts bis sechs Uhr morgens. Erfahrungswerte aus den letzten Jahren hätten gezeigt, „dass es drei, vier Uhr wird und am Ende keiner mehr aufräumt“, begründete Oberbürgermeister Erich Raff (CSU) die Einschränkung. Ohne Überprüfung eines Sicherheitsdienstes ginge es nicht und den könne man nicht die ganze Nacht über im Einsatz lassen.

Jugendreferent Lukas Braumiller (BBV) und Parteikollege Willi Dräxler setzen dagegen auf die „Eigenverantwortlichkeit und das Benehmen der Jugendlichen“ und sprachen sich - wie weitere Ausschussmitglieder auch – gegen eine Sperrstunde aus. Dräxler befürchtet zudem, dass der Schuss nach hinten losgeht und die Jugendlichen dann eben woanders hingingen um zu feiern, wie dem Stadtpark beispielsweise.

Letztlich einigte sich man einstimmig darauf, es zunächst ohne Sperrstunde zu versuchen. „Geben wir allen, die später noch feiern oder schwimmen wollen, eine Chance“, resümierte Raff. Sollte es jedoch nicht klappen, müsse man im Juli reagieren und doch noch eine Sperrzeit einführen.

Peter Fischer

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