Bewegung als Inspiration

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Unterwegs ist und heißt die neue Künstlergruppe: Eva Maria Kränzleins Bilder zeigen oft Häuser und Straßen.

Fürstenfeldbruck – Unterwegs sein, in Bewegung sein, aufbrechen, suchen – damit kann sich die neue Künstlergruppe „Unterwegs“ identifizieren. Erstmals stellt die Gruppe, bestehend aus fünf Künstlerinnen, ihre Werke in der Sparkasse Fürstenfeldbruck vom 17. September bis zum 4. Oktober aus.

Unterwegs wollen die Künstlerinnen sein, denn dort, wo das fehlt, ist Stillstand. Dies aber ist gerade in der Kunst unfruchtbar, weil ohne Kreativität, die die künstlerische Arbeit bestimmt, erklärt die Gruppe. Die Wege der fünf Künstlerinnen haben sich immer wieder gekreuzt; daraus entstand eine gegenseitige Wertschätzung, die sich durch die Initiative von Brigitte Storch zur Künstlerinnenvereinigung „Unterwegs“ zusammen gefunden hat. 

Konsequenterweise heißt daher auch das Ausstellungsthema „Unterwegs“, das jeder einzelnen Künstlerin alle Optionen offen hält. Ursula von Braunmühl findet ihre Motive unterwegs, zu Fuß oder mit dem Rad, in der näheren Umgebung ihrer Behausung. „Ganz schlichte, unscheinbare und alltägliche Dinge, behandelt wie Objekte von besonderem Wert, helfen, eine geschlossene Bildstimmung herzustellen und Landschaft in ungewohnter Perspektive zu zeigen“, so Braunmühl.

Bei Eva Maria Kränzlein aus Eichenau sieht der Betrachter Bilder mit einer Aussage, ohne jedoch eine Geschichte zu erzählen. „Der Betrachter sieht leere Räume, aus denen die Menschen verschwunden sind, leere Straßen, verschlossene Gebäude und zurückgelassenen Schrott. Sie sind fort. Nichts wird über das Geschehen des Weggangs mitgeteilt“, so Kränzlein. „Wer an eine Erzählung gewöhnt ist, steht vor einem Rätsel und sucht nach erklärenden Zeichen.“ Kränzleins Bilder zeigen aber auch Türen, ein Fenster, Tisch und Stuhl, eine Straße und Häuser, verrostete Teile. Möglichkeiten, die Fragen hervorrufen, aber keine Antworten geben. „Kein Anfang, kein Ende“, sagt Kränzlein. „Und doch beschäftigen die Bilder die Gedanken mit der Frage nach dem Warum.“

„Das Thema Unterwegs begleitet mich schon viele Jahre: Lebenswege, Lebenskleider, auf dem Weg sein“, sagt Michaela Miller, die Licht-Papier-Objekte fertigt. Das Papier als Material sei ideal, weil Miller plastisch arbeiten kann und die Objekte zugleich leicht und licht bleiben. Brigitte Storch erzählt: „Die maritime Welt mit ihren vielen Facetten übte auf mich schon immer eine besondere Faszination aus.“ Allein die Oberflächen des Meeres bieten dem malerischen Auge ein spannendes Farb-und Bewegungsspiel. Seegras, Algen und Tang haben, so Storch, eine wichtige Bedeutung für das Leben im Meer und sind auch für Forschung und Zukunft ein großes Thema. „Ich nähere mich diesem Thema mit künstlerischen Mitteln.“

„Unterwegs zu sein bedeutet für mich, Menschen zu begegnen – Menschen in ihren verschiedenen Lebensabschnitten, Stimmungen und Aktivitäten“, sagt Künstlerin Ursula Hüsch-Wratschko. Diese Begegnungen in reduzierte und teils filigrane Plastiken umzusetzen – ich bezeichne die Draht-Plastiken gern als dreidimensionale Zeichnungen – sind für mich eine Herausforderung.“ Der Gegensatz vom eigentlich hartem, widerspenstigen Material zu der scheinbaren Leichtigkeit stelle für Hüsch-Wratschko ebenso einen ganz besonderen Reiz dar. 

Die Werke der fünf Künstlerinnen der Gruppe „Unterwegs“ sind ab dem 17. September bis zum 4. Oktober in der Sparkasse Fürstenfeldbruck ausgestellt.

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