Neue Regelungen zum Schulstart am 8. September in Bayern

Mit Maske in den Unterricht

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Für die ersten zwei Schulwochen gilt die Maskenpflicht in bayerischen Schulen.

Germering – Nun ist es nicht mehr lange hin bis zum Schulstart. Für viele heiß ersehnt, für andere könnte es ewig so weiter gehen – immerhin hat Corona auch das Schulleben seit vielen Monaten fest im Griff. Der digitale Unterricht ist auf dem Durchmarsch gewesen, wenn auch die Umsetzung hier und da noch haperte. Die Umstrukturierung der Stunden musste ja schnell durchgeführt werden. Jetzt soll es aber zurück gehen auf die Schulbank: Der Präsenz- unterricht wird wieder in die Klassenzimmer einziehen und mit ihm auch eine, wenn auch für zwei Wochen nur vorläufige, Maskenpflicht für Schüler und Lehrer auch während des Unterrichts.

Der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder betonte in der Pressekonferenz zum Unterrichtsbetrieb unter Pandemiebedingungen am Montag, dass die Maske besser sei, als ein weiterer Schulausfall. Schüler ab der 5. Jahrgangsstufe müssen in den ersten neun Tagen nicht nur auf dem Weg zum Klassenzimmer, sondern auch während des Unterrichts eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Nach dem Ablaufen dieser Zeit, so sagt Söder weiter, werde auf regionaler Ebene weiter entschieden. Auch Kultusminister Michael Piazolo äußerte sich positiv über die Entscheidung. Immerhin gebe sie, zumindest in den ersten Tagen, eine gewisse Sicherheit. Söder kündigte zudem weitere Schulbusse für einen reibungslosen Start an. 

Der ADAC stellte Untersuchungen zum Thema Elterntaxis an

Dass der Weg von und zur Schule gerade zum Beginn der dunklen Jahreszeit wieder interessant werden wird, damit haben sich auch Bernd Emmrich, Fachreferent für Verkehr und Umwelt und Ulla Voigt, Fachreferentin für Verkehrserziehung vom ADAC, am Beispiel der Eltern-Taxis am Schulkomplex Kerschensteiner-/Eugen-Papst-Schule und Kindergarten St. Nikolaus in Germering beschäftigt. „Kinder sind im Straßenverkehr besonders gefährdet. Im Jahr 2016 verunglückten in Deutschland 7.805 Kinder von sechs bis neun Jahren, davon 14 tödlich“, so führen es die beiden Experten in ihrer Analyse aus. Auch wenn nur etwa jeder fünfte Unfall auf dem Schulweg passiert und die langfristige Entwicklung der Kinderunfälle rückläufig sei, müssen weiterhin große Anstrengungen unternommen werden, um die hohe Zahl von Schulwegunfällen zu senken. Durch schulische Verkehrs- und Mobilitätserziehung wird die Verkehrskompetenz der Kinder verbessert und damit ein wesentlicher Beitrag zur Vermeidung von Schulwegunfällen geleistet.

Die selbstständige Mobilität von Kindern auf dem Schulweg hat abgenommen

Auch die Teilnahme an außerschulischen Trainingsprogrammen und die selbstständige Bewältigung des Schulwegs zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem öffentlichen Personennahverkehr spielen eine wichtige Rolle. Der ADAC bietet hierzu zahlreiche Programme und Aktionen an. Leider hat die selbstständige Mobilität von Kindern auf dem Schulweg in den vergangenen Jahren kontinuierlich abgenommen. Dies liegt nicht nur an weiten oder unsicheren Schulwegen, sondern auch an Eltern, die ihre Kinder aus Angst vor Unfällen und Übergriffen, aus Gewohnheit oder Bequemlichkeit mit dem Auto direkt bis vor das Schultor fahren. Durch verbotswidriges Halten oder riskante Wendemanöver behindern manche nicht nur andere Verkehrsteilnehmer, sondern gefährden auch die Kinder – ihre eigenen eingeschlossen. Für Kinder ist es besser, den kompletten Weg zur Grundschule zu Fuß zurückzulegen, sofern die Schulwege sicher und nicht zu lang sind und anhand von Schulwegplänen eingeübt wurden, so sagt es der ADAC. 

Elternhaltestellen als Alternative

Im Einzelfall kann auch das Elterntaxi eine vertretbare Alternative zum Zu-Fuß-Gehen sein. Dafür wären sogenannte Elternhaltestellen im näheren Umfeld der Schule förderlich, von denen aus die Schule sicher zu erreichen ist. Die Broschüre „Das Eltern-Taxi an Grundschulen“ soll aufzeigen, wie Schulen und Eltern das Thema „Hol- und Bringverkehr an Grundschulen“ beurteilen. Insbesondere sollen Schulleiter und Lehrer anhand von Checklisten in die Lage versetzt werden, Probleme durch Hol- und Bringverkehre vor ihrer Schule richtig einzuschätzen und bei Bedarf einen geeigneten Standort für Elternhaltestellen ausfindig zu machen. Immer häufiger werden die Kinder mit dem Auto zum Kindergarten, zur Vorschule oder zur Grundschule gefahren. Die Verkehrssicherheit der Kinder wird keineswegs durch die Automitnahme erhöht. Zum einen wird damit das Risiko, als Fußgänger im Straßenverkehr zu verunglücken, lediglich um ein paar Jahre verschoben und erhöht sich sogar noch. Zum anderen sterben seit einigen Jahren die meisten Kinder als Mitfahrer im Auto, heißt es in der Analyse des ADAC vom November 2019. Damit ist das Thema Kinderverkehrssicherheit nach wie vor eines der wesentlichen gesellschaftlichen Probleme in Deutschland.

Becker

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