Im neuen Rosenmüller-Film spielt ein Jungstar aus dem Landkreis FFB mit

Wer kennt ihn nicht, den erfolgreichen Kinofilm von Marcus H. Rosenmüller „Wer früher stirbt, ist länger tot“ aus dem Jahre 2006? Mit diesem Film, der sich nicht nur in Bayern durchsetzte, begeisterte Rosenmüller 1,8 Millionen Zuschauer. Es folgten „Schwere Jungs“ und „Beste Zeit“ (beide 2007), „Beste Gegend“ und „Räuber Kneißl“ (beide 2008). Sein neuester Film „Die Perlmutterfarbe“ präsentierte Rosenmüller jetzt im SCALA-Kino in Fürstenfeldbruck. Mit dabei: Markus Krojer und Zoe Mannhardt, die beiden jungen Hauptdarsteller, sowie der aus dem Landkreis stammende Benedikt Hösl, einer der vielen Enkel von Gertraud Well aus Günzlhofen aus der bekannten Künstler-Familie (Biermösl Blosn, Die Wellküren).

Die Geschichte basiert auf einem Kinderbuch von Anna Maria Jokl. Die in Wien geborene Jüdin musste 1933 aus Berlin flüchten, ein tschechischer Schmuggler brachte sie nachts über die Grenze nach Polen. Sie erzählte ihm mit Bedauern, dass sie in der Hektik das Manuskript der „Perlmutterfarbe“ zurücklassen musste. Nur wenige Wochen später stand der Tscheche plötzlich im polnischen Flüchtlingslager vor ihr, in den Händen hielt er ein mit Zeitungspapier umwickeltes Paket, die Vorlage ihres Romans. 1948 druckte ein Berliner Verlag das Manuskript zum ersten Mal. Es wurde sofort zum Bestseller. Zwei Jahre später sorgten die Regierenden der DDR dafür, dass es wieder verschwand. Den Roman erhielt Rosenmüller von seinem Produzenten Robert Marciniak zugeschickt. „Schon nach kurzem Studium des Buches habe ich zugesagt“, berichtete Rosenmüller. Das Drehbuch schrieb er zusammen mit Christian Lerch. „Die Perlmutterfarbe“ erzählt eine Geschichte über Freundschaft, Lüge und Wahrheit. Der Schüler Alexander (Markus Krojer, Hauptdarsteller „Wer früher stirbt, ist länger tot“)) würde so gern den großen Malwettbewerb seiner Schule gewinnen, um seiner Mitschülerin Lotte (Zoe Mannhardt) zu imponieren, in die er verliebt ist. Nach Schulschluss verbringt Alexander seine Zeit am liebsten mit ein paar Klassenkameraden, zu denen neben Lotte auch sein bester Freund und Klassentüftler Maulwurf (Dominik Nowak) gehört. Als der Zufall ihm Maulwurfs neueste Erfindung, die Perlmutterfarbe, in die Hände spielt, gerät Alexanders Leben aus den Fugen. In der Klasse wird fieberhaft nach dem Dieb gefahndet, aber statt mit der Wahrheit herauszurücken, greift Alexander zu einer Notlüge. Gruber (Benedikt Hösl), ein unliebsamer Klassenkamerad, deckt Alexander und nutzt dessen Abhängigkeit für seine Zwecke. Geschickt lenkt er den Verdacht auf die Parallelklasse und tritt eine Hetzkampagne los. Alexander verstrickt sich in ein Lügengespinst und entfernt sich immer weiter von Maulwurf und seinen Freunden, während Gruber die beiden Klassen hinterhältig gegeneinander ausspielt. Die Handlung, die eigentlich im Berlin Anfang der 30-ziger Jahre spielt, verlegten Rosenmüller und Lerch kurzerhand nach Bayern. Drehorte waren unter anderem Burghausen und die stillgelegte Maxhütte in Sulzbach Rosenberg. Angst, dass Rosenmüller zum „bayerischen Heimatfilmer“ abgestempelt werde, hege der Regisseur dennoch keine. „Meine Filme kann man überall auf der Welt sehen. So habe ich beispielsweise „Wer früher stirbt, ist länger tot“ in New York angeschaut“, erzählte Rosenmüller. Wenn auch die Sprache der Darsteller bayerisch sei, die Kostüme und die Szenenbilder seien völlig neutral gehalten. Auf gar keinen Fall habe er einen Kinderfilm gedreht, sondern so wie die Buchautorin es schon für ihren Roman angedacht hatte, eine Geschichte für alle Altersstufen einschließlich der Kinder. Gereizt habe ihn vor allem dabei der Ausgang des Films, der in einer großen Geständnis- und Bekenntnisoffenbarung endet. „Diese Riesenbefreiung hat wahrscheinlich jedes Kind in seinem Leben einmal mitgemacht“, erinnert sich Rosenmüller an seine eigene Jugendzeit. Und die Kinder seien hoffentlich an seiner Geschichte interessiert und aufnahmefähig, um die Lehren aus diesem Film mit- und anzunehmen: Zum Beispiel die Gefahr einer Verführbarkeit zur Bandenbildung. Wie leicht junge Menschen sich manipulieren lassen und wie schnell sie bereit sind, sich ganz einem Ziel zu verschreiben, selbst dann, wenn sie dieses Ziel nicht verstehen.

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