Neuer Anlauf der Großen Kreisstadt FFB für die Landesgartenschau

Die Große Kreisstadt Fürstenfeldbruck unternimmt nach 2007 einen zweiten Anlauf zur Ausrichtung der Landesgartenschau. Waren die Brucker im ersten Versuch mit ihrer Bewerbung für 2014 aufgrund des regionalen Proporz – damals erhielt das niederbayerische Deggendorf den Zuschlag - unterlegen, so gaben sich die Kreisstädter aber deswegen nicht geschlagen. Brucks Rathauschef Sepp Kellerer verkündete damals sofort, dass man einen erneuten Anlauf unternehmen werde. In diesem Sinne hat der Brucker Stadtrat in seiner Sitzung am 25. November des vergangenen Jahres auch einstimmig für eine weitere Bewerbung votiert.

Prominente Unterstützung erhält die Große Kreisstadt vom ersten bayerischen Landtags-Vizepräsidenten Reinhold Bocklet (CSU) sowie den beiden Landtagsabgeordneten Dr. Thomas Goppel (CSU) und Kathrin Sonnenholzner (SPD). Sie nahmen am vergangenen Donnerstagnachmittag an der Pressekonferenz im Brucker Rathaus teil, als OB Kellerer, Stadtbaumeister Martin Kornacher und Landschaftsplanerin Christine Kneucker über die aktuellsten Planungen informierten. „Wir haben uns viel Mühe gegeben bei der zweiten Bewerbung und rechnen uns gute Chancen aus“, sagte Kellerer zum nachgebesserten Konzept. Für die Stadt biete sich die einmalige Chance, mit der Entwicklung eines Gesamtkonzepts und der Umstrukturierung von wichtigen Teilbereichen städtebauliche Fehlentwicklungen auszugleichen und den gesamten Bereich entsprechend aufzuwerten. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“ eröffnete der Brucker Stadtbaumeister die Vorstellung der Bewerbung. Auch im neuen Entwurf bilde das Kloster Fürstenfeld als zentrale Begegnungsstätte einen Schwerpunkt, so Kornacher. Ebenso der Gedanke, den Raum zwischen Kloster und dem Stadtzentrum näher zusammenzubringen und dabei dauerhaft aufzuwerten. Dabei spiele der Bereich „Auf der Lände“ eine wichtige Rolle, ebenso wie das mit Schwimmbad, Eisstadion und Fußballplätzen angrenzende Sportzentrum. Als „Filetgrundstück“ der Stadt bezeichnete Kornacher das Gelände des Bauhofes. Durch eine Wohnbebauung soll das Areal des Alten Schlachthofs mit einbezogen werden, wobei das gesamte Areal eine Aufwertung erfahren werde. Neu in die Überlegungen eingeflossen ist die Einbeziehung des Amperverlaufs in beide Richtungen. „Wir wollen nicht an der Stadtgrenze aufhören, sondern die angrenzenden Gemeinden mit einbeziehen“, erläuterte Kornacher. Am vergangenen Montag habe man mit den Gemeinden Schöngeising, Grafrath, Kottgeisering, Eching und Inning sowie Emmering und Olching über eine Einbeziehung des Ampermooses sowie des Hölzls Gespräche geführt, ergänzte Kellerer, um durch neue Wegeverbindungen eine durchgängige Nutz- und Erlebbarkeit in diesem Gebiet zu erzielen. Auf Vorschlag des Stadtrates wurde die Einbeziehung des nordwestlichen Stadtrands ebenso neu in die Konzeption mit aufgenommen. Entlang der Bundestraße 471 soll ein zweiter grüner Gürtel geschaffen werden, der durch historische Wegeverbindungen mit dem grünen Gürtel entlang der Amper vernetzt werden soll. „Wir müssen die nächste Generation mit ins Boot nehmen“, regte Staatsminister a. D. Goppel an. Mit Auftritten von Rock- und Pop-Bands könne man die jungen Leute anlocken. Wenig begeistert war Goppel von dem Plan, die „Ochsenwiese“ entlang der Oskar-von-Miller-Straße als zusätzlichen Parkplatz zu nutzen. Das hinterlasse einen schlechten Eindruck, wenn die Besucher, die vom nahegelegenen S-Bahnhof kämen, an einer „Blechlawine“ vorbei müssten. Erster Landtags-Vizepräsident Bocklet äußerte sich hinsichtlich des Besucherstroms optimistisch. „Das ist eine Gegend, die von den Münchnern entdeckt werden könnte.“ Landtagsabgeordnete Sonnenholzner sieht durch die Landesgartenschau eine überregionale Werbung sowie eine bessere Lebensqualität für die Stadt und den Landkreis, für die es sich auf jeden Fall lohne, zu investieren. Ihre Bewerbungsunterlagen hat die Stadt bei der zuständigen Gesellschaft zur Förderung der bayerischen Landesgartenschauen termingerecht eingereicht. Eine erste Vorentscheidung fällt am 21. März in Freising, wenn das Gremium die Vorauswahl der Bewerbungen trifft. Fürstenfeldbruck hat sich dabei gegen die Städte Neuburg a. D. (Oberbayern), Bayreuth (Oberfranken) und Würzburg (Unterfranken) sowie gegen den Landkreis Miltenberg (Unterfranken) zu behaupten. Sollte die Kreisstadt wie 2007 erneut den Sprung in die engere Auswahl schaffen, wird sich Anfang April die Kommission vor Ort noch einen persönlichen Eindruck über die Amperstadt verschaffen, um bis Mitte April dann ihre endgültige Entscheidung bekannt zu geben.

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