Neuer Großmeister im Ju-Jutsu Robert Schaffer

„Der Weg des Kriegers“, wie es in der japanischen Kampfsporttradition heißt, ist lang und eigentlich nie zu Ende, denn er ist das eigentliche Ziel. Der beständige Weg zum Erfolg - mit Robert Schaffer vom SV Esting hat der Landkreis einen neuen Großmeister im Ju-Jutsu

„Auf diesen Moment habe ich 27 Jahre gewartet!“ Mit Stolz, Dankbarkeit und Erleichterung in der Stimme begann Robert Schaffer seine kurze Dankesrede zur Verleihung des 5. Dans in Ju-Jutsu, der höchsten durch Prüfung zu erreichenden Graduierung in diesem Kampfsport. Er ist damit einer der wenigen Kampfsportler im Landkreis mit ähnlich großen sportlichen Erfolgen. Nach jahrelanger intensiver Vorbereitung, für die dieser Ausnahmesportler neben seiner Tätigkeit als Trainer der Ju-JutsuAbteilung des SV Esting, noch zusätzlich Zeit und Trainingsfleiß aufbringen musste, überreichte ihm der Vizepräsident des Ju-JutsuVerbands Bayern, Dieter Meyer, in einer kleinen Feierstunde im Dojo des SV Esting unter dem begeisterten Applaus seiner Schüler die Urkunde und den dazugehörigen Gürtel. Der 45-jährige Robert Schaffer, den alle Ju-Jutsuka, die mit ihm sportlich zu tun haben, nur „Schafti“ nennen, begann mit 18 Jahren sich für diesen Kampfsport zu begeistern. Seine Trainer Bernd Schwarzenbach und später dann Dieter Meyer, förderten seine Freude an diesem Sport und bemerkten bald das Talent ihres Schützlings auch als Trainer. Für Robert Schaffer war damals schon in jungen Jahren Ju-Jutsu nicht nur Sport, sondern auch eine Lebenseinstellung, geprägt von Fairness, Respekt und Höflichkeit jedermann gegenüber, aber auch von Ernsthaftigkeit, mit der er die philosophischen Hintergründe dieser aus der japanischen Samurai-Tradition stammenden Kampfsportart seinen Schülern vorlebt und diesen auch im alltäglichen Training bis heute vermittelt. Der 5. Dan ist eine wichtige Wegmarke, eine Orientierung, und wie alle Teilziele, eine Möglichkeit, fest zu stellen, wo man steht, wohin man will und wo man herkommt. Diesen „Weg des Kriegers“ gehen und gingen viele Ju-Jutsusportler. Doch nur wenige gehen ihn so konsequent wie Robert Schaffer. Denn dazu gehört neben dem Talent auch jahrzehntelanges Training, ein immer wieder in Frage stellen des Erreichten, immer wieder neues selbstkritisches Überprüfen des Erworbenen und dessen Anpassen an neue Entwicklungen, Versuch der Perfektionierung des in jahrelangen Weiterbildungsprozessen Gelernten. Schließlich sind komplizierte Bewegungsabläufe ein zu üben, bis sie so automatisiert sind, dass sie gegen alle Arten von Angriffen reflexartig abrufbereit sind, um sich in Gefahrensituationen wirkungsvoll zu verteidigen. Dabei sind mehrere hundert Kombinationen möglich und auch notwendig, die in einer mehrstündigen Prüfung vorgeführt werden müssen. Der 5.Dan bildet dabei die Summe des im Ju-Jutsu an Verteidigungstechniken Erreichbaren und Geforderten. Neben der Alltagstauglichkeit zur effektiven Selbstverteidigung, deren Techniken in enger Zusammenarbeit mit der Anwendung in der Praxis durch Polizei und anderen Sicherheitsbehörden permanent weiter entwickelt und speziellen Gefahrensituationen angepasst werden, lebt das Ju-Jutsu auch von der Tradition, von ihren Wurzeln. Ein wichtiger Bestandteil der Prüfung zum 5.Dan besteht daher auch in der Präsentation einer sog. Kata, deren ritualisierter Ablauf an Kampfzeremonien spätmittelalterlicher Samurais erinnert und deren Ehrenkodex symbolisiert. Dennoch hat der Prüfling mit seinem Partner (bei Robert Schaffer war es sein langjähriger Freund und sportlicher Weggefährte Albert Wunder) Raum für Kreativität und Darstellung seines individuellen Stils im Umgang mit und der Ausführung von Verteidigungstechniken. Hier zeigte Robert Schaffer, wie sehr er den Geist der Kampfsportart Ju-Jutsu, so wie er ihm gelehrt wurde und wie er ihn an seine Schüler nun weitergibt, verinnerlicht hat: Einheit von Körper und Geist, Kombination von Kraft und Eleganz, Entschlossenheit und Mut bei Gefahr, Gelassenheit und Übersicht nach deren Beseitigung. Die Ju-JutsuAbteilung des SV Esting, deren Trainingsangebot von Gewaltprävention für Kinder über Selbstverteidigungskurse für Frauen bis hin zur Förderung des Seniorensports alle Altersgruppen erreicht, ist stolz, eine Persönlichkeit wie Robert Schaffer als Trainer, Freund und sportliches Vorbild in ihren Reihen zu haben.

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