Neues Buch veröffentlicht

Fürstenfeldbrucker Stadtarchivar veröffentlicht Stadtchronik von 1945 bis 1990

Stadtarchivar Gerhard Neumeier präsentiert seine wissenschaftliche Abhandlung über Geschichte Fürstenfeldbrucks von 1945 bis 1990.
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Stadtarchivar Gerhard Neumeier (Mitte) präsentiert seine wissenschaftliche Abhandlung über die Geschichte Fürstenfeldbrucks von 1945 bis 1990.
  • vonMaximilian Geiger
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Fürstenfeldbruck – „Was lange währt, wird endlich gut“. Mit diesen Worten beschreibt der Brucker Stadtarchivar Gerhard Neumeier die Arbeit an seiner jüngsten wissenschaftlichen Publikation „Fürstenfeldbruck 1945 bis 1990. Von der Kleinstadt zum Mittelzentrum“, in welchem er 45 Jahre Ortsgeschichte festhält.

2014 hatte Neumeier in Eigeninitiative mit seinen Recherchen begonnen, später beauftragte ihn der Brucker Kultur- und Werksausschuss offiziell mit dem Projekt. Nun sieben Jahre später präsentierte er am 8. April seine Chronik im Beisein von Oberbürgermeister Erich Raff und dessen Stellvertretern Christian Stangl und Birgitta Klemenz im großen Sitzungssaal des Rathauses.

Nicht chronologisch sondern nach Themen geordnet

Auf 568 Seiten thematisiert der Archivar die Entwicklung der Stadt, ihrer Bevölkerung und Politik vom Kriegsende 1945 über die Entnazifizierung bis hin zum Jahr 1990. Zudem befasst er sich mit dem Schulwesen, der städtischen Infrastruktur, dem Fliegerhorst und der Polizeischule und beleuchtet Kirchen und Vereine, aber auch Kunst und Kultur und sogar den Fasching. Immerhin sei Fürstenfeldbruck besonders in den fünfziger Jahren eine Faschingshochburg mit eigenem Faschingslied gewesen. Hierbei geht Neumeiers Werk nicht chronologisch vor, sondern ist nach Sachthemen geordnet.

Das Jahr 1990 wählte der promovierte Historiker bewusst als Begrenzung. So sei einerseits durch die Wiedervereinigung ein großer politischer Rahmen gegeben, andererseits gäbe es in Archiven Sperrfristen für die Bereitstellung von Akten. Bei Sachakten liegt diese bei 30 Jahren. Erst nach Ablauf der Frist dürfen die Unterlagen herausgegeben werden.

Intensive Recherche

Für seine Recherchen suchte Neumeier mehrere Archive auf, unter anderem das Hauptstaatsarchiv in München, das bayerischen Wirtschaftsarchiv und das Archiv des Erzbischöflichen Ordinariats in München, aber auch das örtliche Pfarrarchiv St. Magdalena. Als Hauptquellen dienten ihm vor allem Stadtratsprotokolle und Zeitungsartikel. Wie genau Neumeier gearbeitet hat, erkennt man allein an den Anmerkungen und dem Literaturverzeichnis am Ende des Buchs. So sind dort 2.061 Anmerkungen verzeichnet.

Grundlagenwerk

Gleich zu Beginn der Buchvorstellung bedankte sich Oberbürgermeister Erich Raff bei Neumeier, dass er „diese Aufgabe angenommen und sich ihr gestellt hat“. Zudem stellte er die rhetorische Frage „Braucht Fürstenfeldbruck so ein Buch?“ und gab sich sogleich selbst die Antwort „Ja!“. Immerhin sei die Chronik ein hervorragendes Grundlagenwerk für Zugezogene, aber auch für hier geborene und aufgewachsene Bürger, wie er selbst einer sei. In seinen Augen kläre das Buch wichtige Fragen wie „Was ist alles passiert in Fürstenfeldbruck?“ und „Was ist das überhaupt für eine Stadt?“

Auch zweiter Bürgermeister Christian Stangl, der das Vorwort zum Werk verfasst hatte, zeigt sich beeindruckt von der inhaltlichen Fülle. Für ihn zeige die Chronik auf, „woher wir kommen und – im besten Falle – wohin wir gehen sollen“. So werde durch das Werk die Mikroperspektive eines kleinen Ortes in die große Weltgeschichte einfügt. Zudem gebe das Buch die Gelegenheit, Verbindungen selbst herzustellen, so Stangl.

Das „Rüstzeug“ geben

Dritte Bürgermeisterin Birgitta Klemenz, eine Kommilitonin Neumeiers aus Studienzeiten, pflichtet ihren beiden Bürgermeister-Kollegen mit ihrem Lob bei. Als Kulturreferentin der Stadt fällt das Archiv und somit auch Neumeiers Arbeit genau in ihr Ressort. Für Klemenz bringe das Buch genau das zum Ausdruck, was ein Archivar zu tun hat: Er soll nicht nur archivieren und forschen, sondern auch publizieren und darlegen, was an Material da ist. Im besten Fall solle er anderen das „Rüstzeug“ geben, um sich selbst weiter zu bilden und eigenständig zu forschen. Man dürfe nicht beim „Status Quo“ bleiben, sondern müsse das eigene Wissen vertiefen.

Und genau das ist Neumeiers Anspruch. Als zentrales Ziel seines Buchs beschreibt er die „Erarbeitung von Wissen über das Umfeld und die Bevölkerung“ und eine historische Standortbeschreibung. Er wollte einen „Diskussionsbeitrag zur Geschichtswissenschaft schaffen“, so Neumeier.

Buch kaufen:

Erhältlich ist das beim Regensburger Verlag „Schnell + Steiner“ erschienene Werk für 39,95 Euro am Infopoint im Brucker Rathaus und in allen Buchhandlungen.

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