Neues Buch über wahre Geschichte einer Mossad-Agentin – Vorbereitungen für das 40-jährige Gedenken an die Opfer des Olympia-Attentats laufen an

Sylvia Rafael gehörte dem Team des Mossad an, das nach den Anschlägen des Schwarzen September im Olympischen Dorf in München und am Flugplatz Fürstenfeldbruck die Terroristen verfolgte und liquidierte. Foto: Arche Literatur Verlag, Hamburg.

Das Landratsamt Fürstenfeldbruck hat die Vorbereitungen für das 40-jährige Gedenken an die israelischen Opfer des Olympia-Attentats am 5. September 2012 aufgenommen. Das ZDF produziert unter Regie des Israeli Dror Zahavi einen neuen Film „München 72“ aus deutscher Sicht, und dabei soll es um einen „differenzierten und historisch genauen Blick“ gehen. Nach dem Blutbad in München und Fürstenfeldbruck setzten sich Mossad-Agenten auf die Spur der Terroristen des „Schwarzen September“, unter ihnen die aus Südafrika nach Israel übergesiedelte Zionistin Sylvia Rafael, die der Mossad angeworben hatte. Im Arche Literatur Verlag AG, Hamburg, erscheint ab 16. Januar 2012 die deutsche Erstausgabe „Sylvia Rafael - Mossad-Agentin“, übersetzt von Ruth Achlama.

Das Vorwort zu der „wahren Geschichte einer Agentin und der berüchtigsten Tötungsaktion“ in Lillehammer/Norwegen bei der Verfolgung der palästinensischen Terroristen schrieb Shlomo Gazit, General a.D. d. R., ehemals Leiter des militärischen Nachrichtendienstes. Einer der Verfasser ist Moti Kfir, er war zur Zeit des Attentats auf die israelische Olympiamannschaft Mitglied des Mossad und Sylvias „Führungsoffizier“. Heute lebt Kfir als Geschäftsmann in Tel Aviv. Co-Autor Ram Oren, früherer Journalist und Rechtsanwalt, gilt als einer der erfolgreichsten Autoren Israels. Sylvia Rafael, die nach dem tragischen Verwechslungsfall des norwegischen Kellners, eines in Algerien gebürtigen Marokkaners (Lillehammer-Affäre) einige Zeit in einem norwegischen Gefängnis verbringen musste, heiratete ihren Strafverteidiger und geriet selbst ins Visier des Schwarzen September, der Mordpläne gegen die ihnen verhasste Agentin in Oslo schmiedete, die allerdings vereitelt wurden. (Sylvia Rafael starb 2005 an Leukämie in ihrer Heimat Südafrika). Ali unterrichtete Jassir Arafat von seinen Plänen. „Arafat gefiel die Idee, und er genehmigte sie.“ Der PLO-Chef sorgte zugleich für die Finanzierung aller Unkosten von Ali Salameh – von den Flugtickets bis zu den Hotels und Taschengeld. . Alis Vater Hassan Salameh, aus ärmlichen Verhältnissen stammend, der dann den Titel „Scheich“ führte, war ein gut trainierter Krieger gewesen, den nationalsozialistische Militärexperten im Guerillakampf ausgebildet hatten, damit er „den arabischen Aufstand gegen die britische Mandatsregierung in Palästina anführen“ konnte. Er erlag 1948 seinen schweren Verletzungen beim Gefecht um das strategisch wichtige arabische Dorf Ras al-Ain, das die Süßwasserquellen des Jarkon kontrollierte, woraus Jerusalem sein Trinkwasser bezog. Die hochschwangere Ehefrau versprach dem Sterbenden, Sohn Ali zu motivieren, „den Kampf um Palästina fortzuführen“. Die Mutter und ihr Sohn mussten nach ihrer Flucht kurze Zeit in einem Flüchtlingslager in Beirut ausharren – unter ihren Kleidern versteckt, trug die Frau eine enorme Summe Geldes mit sich, das ihr verstorbener Mann bei Raubüberfällen auf britische Einrichtungen oder auch vom Jerusalemer Mufti für seine Waffenkäufe gescheffelt hatte. Mit 18 pendelte Ali zwischen Nachtklubs, leichten Mädchen und den Universitäten Bir Zeit, Beirut und Berlin hin und her, wobei ihm das Studium weniger wichtig war und ließ sich von seiner Mutter schließlich zu einer arrangierten Ehe überreden. Später ließ er sich für die bildschöne „Miss Libanon“ und „Miss Universe“ Georgina Rizk scheiden, die Geburt seines zweiten Kindes mit der nicht-muslimischen Schönheitskönigin erlebte er allerdings nicht mehr: Ein mit Sprengstoff präpariertes Auto sollte seinem Leben 1979 ein Ende setzen. Ali Salameh war ein gerissener Terrorist: Er bereiste Europa mit einem gefälschten Pass, änderte ständig sein Aussehen, mietete konspirative Wohnungen an, besuchte München, Brüssel, Amsterdam, Paris und Madrid und gründete dort, immer unterstützt von arabischen diplomatischen Vertretungen, insbesondere der libyschen, neue Zellen des Schwarzen September und sorgte für versteckte Waffen-Depots. Als sich der Verdacht gegen einen „Maulwurf“ in den eigenen Reihen erhärtete, bat er Erich Mielke um Hilfe und die Stasi leistete - wie so oft ganze Arbeit. Währenddessen gaben sich in Beiruts Flüchtlingslagern Top-Terroristen mit gefälschten Papieren die Türklinke in die Hand. Ein Zentrum arabischer Aktivitäten war auch Frankfurt. In Köln-Wahn – so ist durch das Buch zu erfahren – erhielt ein hoher Zollbeamter laufend hohe Geldsummen, und so konnten am 23. 8. 1972 die Waffen für den Anschlag bei den Olympischen Spielen ungehindert in Koffern von Beirut nach Köln geschmuggelt werden. – Ali hatte mit Muhammad Masalha einen in Haifa gebürtigen Araber angeworben, der offiziell als erfolgreicher Architekt in München am Bau des Olympischen Dorfes beteiligt war und inoffiziell Fatah-Aktivist war. Ali Salameh setzte sich mit Terrorist Abu Daoud nach den ersten Schüssen im Olympischen Dorf ab. Der „Rote Prinz“ floh über Rom nach Beirut und ließ sich dort von Arafat für das Blutbad belobigen.

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