Neues Fachzentrum Ernährung/Gemeinschaftsverpflegung Obb-West am Landwirtschaftsamt vorgestellt

Essensausgabe im Viscardi-Gymnasium. Alle Fotos: Dieter Metzler

Die Einnahme von Gemeinschaftsverpflegung übernimmt in unserem Alltag eine zunehmend wichtigere Rolle. Jede Lebenswelt – Kindertageseinrichtungen, Schulen, Kantinen, Gesundheits- und Sozialeinrichtungen stellen dabei ihre spezifischen Anforderungen an die Bereitstellung einer vollwertigen Ernährung. Das Sachgebiet Gemeinschaftsverpflegung an acht der insgesamt 47 Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Bayern unterstützt in bundesweit einmaliger Form diese Einrichtungen.

Wie das dafür eingerichtete Fachzentrum Ernährung/Gemeinschaftsverpflegung Oberbayern West Hilfestellungen leistet, erläuterte am 12. Oktober im Grünen Zentrum von Puch das fünfköpfige Team, das sich in erster Linie als Vermittlungs- und Vernetzungsstelle versteht. Regional ist es für die Landkreise Fürstenfeldbruck, Eichstätt, Neuburg-Schrobenhausen, Pfaffenhofen, Dachau, Landsberg, Starnberg, Weilheim-Schongau und Garmisch-Partenkirchen sowie für Ingolstadt zuständig. Angesprochen fühlen sollen sich alle für die Verpflegung in den Schulen Verantwortlichen, in Einrichtungen für Kinder, Jugendliche und Senioren, Kantinen und Kliniken sowie in Kindertagesstätten sowie junge Eltern/Familien mit Kindern von null bis drei Jahren. Ziel des Fachzentrums ist es, diese Einrichtungen bei der Entwicklung und Qualitätsverbesserung einer gesundheitsförderlichen Ernährung zu unterstützen. Diplom-Ernährungsberaterin (Dipl.oec.trph) Andrea Betz, zuständig für die Vernetzungsstelle Schulverpflegung, informierte beispielsweise über das Coaching-Projekt 2011/12. Hier wurden sechs Schulen ausgewählt, die von einem Schulverpflegungscoach begleitet werden. Gemeinsam mit allen an der Schule an der Verpflegung Interessierten erarbeitet der Coach Lösungskonzepte und begleitet die Schule bei der Umsetzung. Die Ergebnisse werden im Internet veröffentlicht, so dass auch andere Schulen, die nicht gecoacht werden, davon profitieren können. Ziel ist letztlich die Schulen auf dem Weg zu einer gesundheitsförderlichen, von allen Beteiligten akzeptierten und bezahlbaren Schulverpflegung zu unterstützen. Mit einer Fachtagung im Jahr, diversen Fachvorträgen und so genannten Region-Treffs will man alle an der Verpflegung Beteiligten (Schulleiter, Kochteams, Hausmeister, Elternvertreter, Träger, Schülervertreter) sensibilisieren, an einen Tisch kriegen, sich austauschen und Lösungen erarbeiten. Zu den Themen zählen dabei u. a. Akzeptanzsteigerung des Mittagsangebots, ausgewogene Speiseplanung, Fördermöglichkeiten und Sponsoring sowie auch Lebensmittelhygiene und Verpflegungssysteme. Wie mache ich meine Kantine, Heim- oder Klinikküche fit für die Zukunft? Wie kann ich auch in Zukunft eine qualitativ hochwertige Ernährung meiner Essenteilnehmer unter Einhaltung meines Budgets sicherstellen? Dies und ähnliche Fragen werden vom zuständigen Fachpersonal an die für Gesundheits- und Sozialeinrichtungen, Kantinen, Heimen und Kliniken zuständige Diplom-Ernährungsberaterin Silvia Ilmberger gerichtet. Auch hier wird durch eine jährliche Fachtagung mit Workshop, sowie durch ProfiTreffs, Betriebsführungen und Informationsreihen zu aktuellen Themen der Gemeinschaftsverpflegung kreative Lösungswege aufgezeigt und sich gegenseitig ausgetauscht. Die Gesundheitsförderung ist Teil des Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplanes für Kinder in Tageseinrichtungen bis zur Einschulung. Dazu zählt auch eine bedarfsgerechte Verpflegung. Über das Angebot des Fachzentrums, wie man eine gesundheitsförderliche Mittagsverpflegung in Kindertageseinrichtungen erreicht, informierte die Landw.-hausw. Betriebsleiterin Stefanie Rieblinger. Dazu zählen laufende Aktionen wie Workshops für das Kitapersonal, für Caterer sowie Fachtagungen und Zielgruppen orientierte Fortbildungen zu aktuellen Themen. Bevor Diplom-Ernährungsberaterin Britta Schukat als Projektmanagerin das vielfältige Angebot rund um Ernährung und Bewegung mit dem Netzwerk „Junge Eltern/Familien“ vorstellte, mit dem schon in frühester Kindheit die Weichen für eine gesundheitsförderliche Lebensweise gestellt werden sollen, erläuterte die Leiterin des Fachzentrums, Diplom-Ernährungsberaterin Gisela Schaelow, das Kooperationsnetz Gemeinschaftverpflegung Oberbayern. Ziel der Darstellungs-, Austausch- und Vernetzungsmöglichkeit für Anbieter von Ernährungsbildung in der Gemeinschaftsverpflegung sei es, das Verpflegungsangebot auf der Grundlage von fachlich anerkannten Standards unter Berücksichtigung der Akzeptanz zu optimieren.

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