Begonnen soll noch in diesem Herbst

Brucker Waldfriedhof wird aufgeforstet

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Aufgrund des starken Borkenkäfer-Befalls mussten letztes Jahr auf dem Gelände des Waldfriedhofs mehr als 650 Bäume gefällt werden.

Der Stadtrat beschloss auf seiner jüngsten Sitzung die Vergabe der Arbeiten für die restlichen Wurzelstockrodungen sowie die Wiederaufforstung des Brucker Waldfriedhofs an den Grafrather Forstwirtschaftsund Gartenbaubetrieb Hannes Zwölfer. Die Auftragssumme liegt bei knapp 160.000 Euro.

Fürstenfeldbruck - Aufgrund des starken Borkenkäfer-Befalls mussten letztes Jahr etwa 650 Bäume, das entspricht ungefähr 40 Prozent des Baumbestandes, auf dem Brucker Waldfriedhof gefällt werden. Doch die Neugestaltung des Areals geht weit über bloße Wiederaufforstungsmaßnahmen hinaus, die lediglich den ersten Schritt eines längeren Entwicklungsprozesses darstellen. 

Weitestgehend klimaresistente Baumarten und weniger dicht

Ein Gesamtkonzept, das von Landschaftsarchitektin Kathrin Zifreund in Abstimmung mit Friedhofs- und Stadtgärtnerei erarbeitet wurde, soll sowohl dem Klimawandel, als auch gesellschaftlichen Veränderungen und den daraus resultierenden Erfordernissen Rechnung tragen. So sollen weitestgehend klimaresistente Baumarten gepflanzt und der Baumbestand insgesamt nicht mehr so dicht wie zuvor, sondern eher parkähnlich gestaltet werden. Hinzu kommen Sträucher, Blühwiesen und Magerrasenflächen. Diese naturnahe Flächengestaltung bietet nicht nur Tieren wie Brutvögeln, Fledermäusen und Insekten wertvollen Lebensraum, sondern verringert auch den Pflegeaufwand und somit die Kosten für den Unterhalt des Friedhofes. 

Zahl der klassischen Gräber geht zurück

Auch der gesellschaftliche Wandel spiegelt sich in den Planungen wider. So ist die Zahl der klassischen Gräber in den letzten fünf Jahren kontinuierlich zurückgegangen. Immer mehr Menschen entscheiden sich für andere Bestattungsformen. Bereits 2011 gab es in Bruck mehr Feuer- als Erdbestattungen. Ebenso ist eine steigende Nachfrage nach Baumgräbern oder anonymen Gemeinschaftsgräbern zu verzeichnen – mit der Folge, dass der Platzbedarf auf dem Friedhof immer weiter abnimmt. 

Grabbereich für Juden und Muslime kommen dazu

Neu hinzu kommen Grabbereiche für Mitbürger jüdischen und muslimischen Glaubens, deren Bestattungsritus eine südöstliche Ausrichtung der Gräber Richtung Jerusalem beziehungsweise Mekka verlangt. Die genaue Umsetzung der geplanten Maßnahmen soll in einem „Runden Tisch Friedhof“ unter Einbeziehung aller Glaubensgemeinschaften voraussichtlich im Juli besprochen werden.

Peter Fischer

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