Neujahrsempfang der Brucker CSU

High-Tech statt Orangen

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Beim Neujahrsempfang der CSU (von links): Bezirksrätin Gaby Off-Nesselhauf, MdL Alexander Dorow, OB Erich Raff, Isreals Generalkonsulin Sandra Simovich und CSU-Ortsvorsitzender Andreas Lohde.

Fernab des lokalpolitischen Tagesgeschäfts widmet sich die Brucker CSU auf ihrem diesjährigem Neujahrsempfang grundsätzlicheren Themen:

Fürstenfeldbruck –Anlässlich des 70-jährigen Jubiläums der Staatsgründung Israels begrüßen die Christsozialen heuer die israelische Generalkonsulin Sandra Simovich als ihren Ehrengast. Vor 150 geladenen Gästen betonen die Redner im Barocksaal des Klosters vor allem die Gemeinsamkeiten und das Einstehen für Toleranz und Menschlichkeit.

„Lass uns Menschen unter Menschen sein“

Was verbindet uns mit Israel? Weit mehr als die düstere Vergangenheit des nationalsozialistischen Völkermords an den Juden oder das tragische Ende des Olympiaattentats 1972 auf dem Fürstenfeldbrucker Fliegerhorst. Es ist „das christlich-jüdische Menschenbild“, wie der CSU-Ortsvorsitzende Andreas Lohde eingangs seiner Rede betont, nachdem er die Anwesenden zuvor auf Hebräisch begrüßte. Wobei er unmissverständlich klar stellt, dass dies keineswegs gegen den Islam gerichtet sei. „Lass uns Menschen unter Menschen sein“, wirbt er mit einem Zitat Mendelssohns für Toleranz und gegen Ausgrenzung. Es kann allerdings nicht sein, „dass israelische Fahnen auf deutschem Boden verbrannt werden“, bezieht Lohde klar Stellung gegenüber jüngsten Ereignissen, nachdem Jerusalem von den USA als Hauptstadt Israels anerkannt wurde. „Es grenzt sich nur aus, wer die Werte der Toleranz missachtet.“

"Antisemitismus noch lange nicht überwunden"

„Wir dürfen und werden keinen eigenen oder importierten Antisemitismus in Deutschland zulassen“, bezieht auch der CSU-Stimmkreisabgeordnete Alexander Dorow in seiner Neujahrsrede klar Stellung. Für Dorow zeigen diese Vorfälle, dass der Antisemitismus noch lange nicht überwunden ist, „auch in unserem Land. Die Sicherheit Israels und die Sicherheit der Juden in Deutschland ist unverhandelbar“, wandte er sich gegen jede Form von Rassismus oder Judenfeindlichkeit.

"Nie normal, aber warum nicht gut?"

Ähnlich sieht dies naturgemäß Sandra Simovich, die seit einem halben Jahr als Generalkonsulin den Staat Israel in München vertritt. Sie wies darauf hin, dass die Beziehungen angesichts der Judenpogrome im Dritten Reich „vielleicht nie normal sein werden. Aber wieso sollten sie nicht sehr gut sein?“ Deutschland sei schließlich ein wichtiger und verlässlicher Partner Israels. Simovich richtet den Blick nach vorne und sieht vor allem im wirtschaftlichen Bereich gute Perspektiven. Israel hat sich in den letzten Jahrzehnten „vom Kibbuz zu einem High-Tech-Standort voller Startups entwickelt und bietet viele Möglichkeiten. Warum nicht deutsche Qualität mit israelischer Chuzpe verbinden“, forderte sie deutsche Unternehmen zu noch mehr Engagement in Israel auf.

Viele Vertreter des öffentlichen Lebens

Neben zahlreichen Politikern wie Thomas Goppel, Alt-OB Sepp Kellerer oder etwa den Bezirksräten Gabriele Off-Nesselhauf und Josef Loy waren auch die Prinzenpaare von Heimatgilde und Faschingsfreunden sowie viele weitere Vertreter des öffentlichen Lebens anwesend. Ebenso wie Monika Pfahler, Leiterin der Berufsoberschule und Schleifring-Chef Thomas Bohde - beide pflegen enge Beziehungen zu Israel: Die BOS mit einem Schüleraustauschprogramm, Schleifring mit einem Joint-Venture. Für die musikalische Gestaltung des Abends sorgte der Posaunenchor der Erlöserkirche.

Peter Fischer

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