Neuplanung Straßenausbau "Am Sulzbogen"

Streit um Radwege

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Am Sulzbogen im Brucker Westen.

Die aktuellen Planungen zum Ausbau des Sulzbogens zwischen dem Kreisverkehr am KurtHuber-Ring und der Einmündung „Am Pöglschlag“ wurden vom Verkehrsausschuss mehrheitlich abgelehnt. Stattdessen wurde die Verwaltung beauftragt, eine Variante mit beidseitigen Radwegen zu untersuchen und eine Detailplanung anfertigen zu lassen.

Fürstenfeldbruck - Der Sulzbogen ist eine der wichtigsten Verbindungen in den Brucker Westen und wird täglich von bis zu 7.000 Kraftfahrzeugen frequentiert. Alleine der 840er Bus fährt hier 140 Mal am Tag entlang. Im Zuge der Sanierungsarbeiten – der Fahrbahnuntergrund ist in einem sehr schlechten Zustand – soll auch ein Umbau der Fahrbahn erfolgen. Am geplanten Ausbau eines knapp 400 Meter langen Teilstücks zwischen Kurt-HuberRing und der Einmündung „Am Pöglschlag“ entbrannte nun eine hitzige Debatte im Verkehrsausschuss. 

Eigener Radweg oder markierter Schutzstreifen auf der Fahrbahn?

Es ging um die grundsätzliche Frage, was sicherer für Radfahrer ist: eigene Radwege oder auf der Fahrbahn markierte Schutzstreifen. Die vorliegende Planung sieht pro Richtung eine 2,50 Meter breite Fahrbahn mit einem angrenzenden 1,50 Meter breiten Schutzstreifen für Radfahrer vor. Die Gehwege sollen jeweils 2,50 breit werden. Hintergrund ist, dass Schutzstreifen auch von Kraftfahrzeugen befahren dürfen, beispielsweise wenn es eng wird und sich zwei Lkw oder Busse begegnen, Radwege dagegen nicht. 

Schutzstreifen durchgehend farblich markiert

Alexa Zierl (Die Partei und Frei) plädierte dagegen für eine alternative Verkehrsführung mit abgesenkten Radwegen, auf die bei Gegenverkehr gegebenenfalls auch ausgewichen werden kann. Dies widerspricht laut Birgit Thron, Leiterin des Ordnungsamts, jedoch der Straßenverkehrsordnung (StVO): „Entweder Radweg oder Schutzstreifen.“ Eine Vermischung aus beiden ginge nicht. Für den zweiten Bürgermeister Christian Götz (BBV) ist das vorliegende Konzept „nicht gerade der große Wurf.“ Götz fragte nach „innovativeren Lösungen“ und wollte wissen, ob man die Schutzstreifen nicht wenigstens durchgehend farblich markieren könne. Auch dem widersprach Thron. Dies sei laut StVO ausschließlich in bestimmten Gefahrenbereichen möglich. „Wenn andere Kommunen rechtswidrige Sachen machen“, Zierl brachte als Beispiel für farbige Markierungen Erlangen und für den abgesenkten Radweg Illertissen ins Spiel, „brauchen wir das in Bruck noch lange nicht tun.“

Variante mit beidseitigen Radwegen soll näher untersucht werden

„Das ist eine Straße mit hohem Verkehrsaufkommen. Schutzstreifen sind für mich die allerletzte Lösung, wenn nichts anderes mehr möglich ist“, unterstützte Verkehrsreferent Mirko Pötzsch (SPD) Zierls Suche nach Alternativen. Auch Irene Weinberg (BBV) appellierte, Zierls „Vorschläge wohlwollend zu prüfen.“ Letztendlich beschloss eine Ausschussmehrheit von 10:5 Stimmen, eine Variante mit beidseitigen Radwegen zu untersuchen und eine entsprechende Detailplanung anfertigen zu lassen. Diese soll dann zeitnah dem „Perspektivkreis Verkehr“ und anschließend wieder dem Verkehrsausschuss vorgelegt werden. 

Peter Fischer

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