Abiturientin des Graf-Rasso-Gymnasiums arbeitet ab September in einer Einrichtung für behinderte  Kinder in Südamerika – "weltwärts"-Programm

Julia (18) für 11 Monate im Freiwilligen-Einsatz in Nicaragua 

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Julia Kammerloher (18), Abiturientin aus FFB, arbeitet ab September 2014 im staatlich initiierten "weltwärts"-Freiwilligen-Projekt in Südamerika. 

Fürstenfeldbruck - Julia Kammerloher, die soeben im Graf- Rasso- Gymnasium ihr Abitur gemacht hat, geht ab September für elf Monate nach Nicaragua, in die Stadt San Rafael del Sur. Dort wird sie in dem Projekt "Los Pipitos" mithelfen, eine Einrichtung für Kinder mit geistiger und/oder körperlicher Behinderung, wo diese Physio- und Psychotherapien bekommen können. "Los Pipitos" wurde im Jahr 2000 von den Eltern behinderter Kinder gegründet.

 Die meisten Mitarbeiter/innen setzen sich ehrenamtlich und unentgeltlich für ein selbständiges Leben und die gesellschaftliche Akzeptanz der Kinder ein. "Ich bin mit den Kindern hauptsächlich im künstlerischen Bereich tätig, beispielsweise malen, basteln oder auch Räume gestalten", erzählt Julia. Außerdem werde sie sich auch um Ausflüge kümmern und ein Projekt gegen Mangelernährung weiterführen, das bereits eine Vorgängerin eingeführt hat.

Im Rahmen eines Freiwilligen sozialen Jahres nimmt die 18jährige Fürstenfeldbruckerin am "weltwärts" Programm teil, einem entwicklungspolitischen Freiwilligendienst, der durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) initiiert und gefördert wird. Dabei versteht sich "weltwärts" nicht als Entwicklungshilfe, sondern ist ein Lerndienst, der jungen Menschen einen interkulturellen Austausch und Einblicke in entwicklungspolitische Zusammenhänge ermöglicht. Die ijgd (Internationale Jugendgemeinschaftsdienste) ist die Entsendeorganistaion, die seit Jahren bei "weltwärts" anerkannt ist. Obwohl die Teilnahme an "weltwärts" für Julia als Freiwillige größtenteils kostenfrei ist - der weltwärts-Freiwilligendienst wird zu 75% vom BMZ gefördert, die restlichen 25% müssen von der ijgd aufgebracht werden - muss sie sich bereits im Vorfeld für das Programm einsetzen und einen Förderkreis aufbauen. Dieser soll dem Zweck dienen, dass sich die Freiwilligen mit ihrem Vorhaben auseinandersetzen. Pro Freiwilligenmonat ist eine Spendensumme von 210,- Euro erwünscht (je nach Freiwilligenprogramm mindestens 2310,- Euro insgesamt.) Julia Kammerloher würde sich sehr über eine Förderung zum Zwecke ihres Freiwilligendienstes in San Rafael freuen und damit auch der Umsetzung der Programmziele von "weltwärts". Alle Interessierten, die sich mit einer Spende beteiligen wollen, können sich direkt mit Julia Kammerloher per email über julia.pipitos@gmx.de in Verbindung setzen und sich nähere Informationen über das Projekt zukommen lassen!

Für die junge Frau stand schon früh fest, dass sie am weltwärts-Programm teilnehmen möchte - dank ihres Entschlusses, nach dem Abitur etwas Sinnvolles zu machen, anderen Menschen zu helfen. "Außerdem möchte ich nach dem Studium in der Entwicklungspolitik arbeiten. Dazu ist meiner Meinung nach ein Kulturaustausch wichtig. Die Möglichkeit, ein ganzes Jahr den unverfälschten Einblick in die Gegebenheiten vor Ort zu bekommen, wäre ein erster Schritt". Dass sie sich ausgerechnet für Nicaragua entschieden hat, hängt mit ihrem eigenen Interesse an dem mittelamerikanischen Land zusammen, das im Norden an Honduras und im Süden an Costa Rica grenzt. Knapp 48% der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze. In den meisten Familien fehlt das Geld für ausreichende Ernährung der Kinder. Außerdem mangelt es an vielen Orten an sozialen Einrichtungen, in denen Menschen mit Behinderung integriert, selbständig leben und arbeiten können. "Am meisten freue ich mich darauf, etwas ganz selbständig zu machen und dort zu leben, wo es völlig anders ist als zu Hause", so Julia. Um auch sprachlich vorbereitet zu sein, hat sich Julia selber spanisch beigebracht. Viel gelesen habe sie, wie sie erklärt. "Ich verstehe die Sprache besser, als ich sie spreche". Deswegen besucht sie noch einen Crash-Kurs an der VHS. Um dann ihrer neuen Aufgabe besser gewachsen zu sein: "Ich will dort ankommen und präsent sein".

Nicole Burk 

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