Noch bis 2017 wird der Traditionsstandort Fursty von den militärischen Einheiten und Dienststellen weiter genutzt - Informationsgespräch mit Gener ...

Generalmajor Robert Löwenstein, Standortältester Fürstenfeldbruck und Kommandeur der 1. Luftwaffendivision, und Landrat Thomas Karmasin trafen sich zu einem gemeinsamen Gespräch über das neue Stationierungskonzept der Bundeswehr und die Schließung des Traditionsstandortes. Foto: Dieter Metzler

„Wir schließen nicht sofort und auch noch nicht morgen“, teilte der Standortälteste Fürstenfeldbruck, Generalmajor Robert Löwenstein, bei einem Presse-Informationsgespräch am 2. Dezember im Brucker Fliegerhorst mit. Noch bis 2017 werde der Traditionsstandort Fursty von den militärischen Einheiten und Dienststellen weiter genutzt.

Diese Auskunft dürfte vor allem unter den ca. 1.500 bis 1.800 Soldaten und zivilen Mitarbeitern für Erleichterung gesorgt haben. So zählte die berufliche Zukunft der im Landkreis verwurzelten Fliegerhorst-Beschäftigten mit zu den Punkten, bei der dem gemeinsamen Pressegespräch vorausgegangenen Unterredung zwischen Löwenstein und Landrat Thomas Karmasin. Karmasin, der auch im Namen des in Urlaub weilenden Oberbürgermeister Sepp Kellerer sprach, sagte bei der Vermittlung von Arbeitsplätzen Unterstützung zu. Es werden immer wieder Arbeitsplätze im kommunalen Bereich in der Verwaltung oder auch in handwerklichen Berufen benötigt. Man werde sich regelmäßig treffen und austauschen, so Karmasin.Die Schließung von Fursty ist eine Folge der Neuausrichtung der Bundeswehr sowie des beschlossenen Truppenabbaus und der Aussetzung der Wehrpflicht, erinnerte Löwenstein eingangs des Gesprächs an die von Verteidigungsminister de Maizières im Oktober bekannt gegebene tiefgreifende Entscheidung. Bis zum sukzessiven Abzug der Einheiten hofft Löwenstein auf eine Fortsetzung der guten Nachbarschaft mit der Kreisstadt und dem Landkreis. Karmasin erklärte auch im Hinblick auf den in der Öffentlichkeit teilweise entstandenen falschen Eindruck nochmals, dass niemand „hurra, hoffentlich sind sie bald weg“, gerufen habe, sondern jeder sehr betroffen war, als die Nachricht von der Schließung bekannt wurde. Trotzdem müsse man sich jetzt „pro aktiv“ Gedanken über die weitere Nutzung des frei werdenden Areals machen. Löwenstein, zugleich Kommandeur des Kommandos 1. Luftwaffendivision, das bereits Ende 2013 aus Fursty abrückt, lobte das verantwortungsbewusste Vorgehen der Stadt, rechtzeitig mit den Planungen für eine zivile Nachnutzung zu beginnen. Er könne sich vorstellen, dass die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BimA) freiwerdende Flächen und Gebäude, wenn sie sich nicht gerade mitten in der militärischen Liegenschaft befinden, auch schon zu einem früheren Zeitpunkt zum Verkauf anbiete, so der General, für den die Auflösung fast schon zu einem „Routinevorgang“ geworden ist, nachdem er bereits mehrere Aufgaben von Kasernen mit organisiert hat. Erfreut zeigte sich Löwenstein auch darüber, dass der Brucker Stadtrat signalisiert habe, sich des Luftwaffen-Ehrenmals anzunehmen. In Fursty, dem Traditionsstandort und als „Wiege der Luftwaffe“ - 1956 wurde die Luftwaffe in Fürstenfeldbruck gegründet - in die Geschichte eingehenden Standort wolle man sich auch zukünftig zumindest einmal im Jahr am Ehrenmal treffen. Das Mahnmal vor dem Haupttor, das an die Opfer des Olympia-Attentats von 1972 erinnert, fällt hingegen in den Zuständigkeitsbereich des Landkreises. Der Erhalt der Gedenkstätte ist gesichert, informierte dazu Karmasin. Am Betrieb der Bundeswehr-Flugsportgruppe habe er immer ein originäres Interesse, sagte Löwenstein. Aber die Sportfluggruppe werde ein „natürliches Ende“ nehmen, so der General. Die Bundeswehr sehe sich hier nicht in der Pflicht. Im Übrigen werde die BimA beim Verkauf des Geländes kaum Interesse an der Fortsetzung eines Flugbetriebs haben. Nachdem es im vergangenen Jahr schon keinen Neujahrs-Empfang im Fliegerhorst mehr gab, werde es auch im Jahr 2012 keinen geben, teilte der Standortälteste mit. Er werde nach Ostern (16./17. KW) zu einer Info-Veranstaltung einladen, wenn aus dem Verteidigungsministerium die zeitliche Realisierungsplanung vorliege.

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