Gelassen und in Ruhe

Stichwahl in Puchheim: Werben um Stimmen entschleunigt

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Karin Kamleiter (CSU) fordert den amtierenden Bürgermeister Norbert Seidl (SPD) heraus.

Puchheim - Gelasssen und in aller Ruhe sehen Norbert Seidl (SPD) und Karin Kamleiter (CSU) dem Gang in die Stichwahl am 29. März entgegegen. Von Wahlkampf im eigentlichen traditionellen Sinn ist in Puchheim nichts zu bemerken – er ist ja auch, was das Werben um Stimmen an Haustüren oder Infoständen betrifft, angesichts der Maßnahmen zum Corona-Virus gar nicht mehr möglich.

„Der Fokus hat sich verständlicherweise verändert, Plakate dienen nun der öffentlichen Wahlwerbung“, sagt Kamleiter. Die 1964 im baden-württembergischen Horb geborene CSU-Stadträtin hat es mit 22,4 Prozent geschafft, den Amtsinhaber herauszufordern. Obwohl der 20 Prozent Vorsprung hat, will Kamleiter auf allzu offenes Werben bei anderen Parteien und Gruppierungen verzichten.

„Ich wünsche mir eine demokratische, freie Wahl. Deshalb habe ich von Wahlempfehlungen durch andere Parteien abgesehen“, betont Kamleiter, die seit 2014 im Puchheimer Stadtrat sitzt und sich dort als Referentin für Wirtschaft und Beschäftigung engagiert. Sie will noch Wähler für sich über die Sozialen Netzwerke gewinnen. „Es ist ein Versuch und eine gute Möglichkeit.“ Es sei ihr dabei aber bewusst, dass man auf diesem Weg nicht alle erreichen könne.

Seidl: "Man muss auch mal gut sein lassen"

Dem stellt Norbert Seidl das Selbstbewusstsein aus rund siebeneinhalb Jahren als erster Bürgermeister gegenüber. „Wir kennen das erste Wahlergebnis“, sagt Seidl – ein indirekter Wink auf den Vorsprung von 20 Prozent. Zudem hat der 1963 im niederbayerischen Freyung geborene Seidl dank der Grünen, die zweitstärkste Kraft im künftigen Puchheimer Stadtrat, gewissermaßen ein stimmkräftiges Empfehlungsschreiben bekommen.

So kann sich Seidl aus dem öffentlich wahrnehmbaren Wahlkampf zurückziehen. „Ich finde es unpassend, jetzt noch um jede Stimme zu kämpfen.“ Das liege nicht nur an der aktuellen Situation. Nach Ansicht Seidls würden in Puchheim die Karten, sprich Ziele und Vorstellungen auf dem Tisch liegen. „Und dann ist vielleicht auch nicht die Zeit, sich gegenseitig zu bekämpfen, sondern dann muss man es auch mal gut sein lassen“, sagt Seidl abschließend. 

Hans Kürzl

Mehr zur Briefwahl in Puchheim.

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