Rückstau bedingt durch Corona-Krise

Normalbetrieb bei der Kfz-Zulassungsstelle wieder in Sicht

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Der Zugang zur Kfz-Zulassungsstelle. Hier mussten die Bürger häufig längere Wartezeiten in Anspruch nehmen. 

Fürstenfeldbruck - Das Team der Kfz-Zulassungsstelle Fürstenfeldbruck arbeitet mit Hochdruck daran, den Betrieb wieder zu normalisieren. Mittlerweile sind die durch die Corona-Krise bedingten Rückstände bei Händlern und Zulassungsdiensten größtenteils abgearbeitet. Privatkunden müssen aber vorerst noch mit Wartezeiten von mehreren Stunden rechnen.

Der durch die Corona-Krise bedingte Rückstau an unerledigten Kfz-Zulassungsvorgängen im Landkreis Fürstenfeldbruck beträgt rein statistisch gesehen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum rund 9.500 Vorgänge. Dies stellt fast ein Sechstel der gesamten Kfz-Zulassungen des Jahres 2019 dar. Unklar ist, wie viele ansonsten vor Ostern saisonal zugelassene Fahrzeuge dieses Jahr nicht aus der Garage geholt wurden. Seit der Öffnung der Zulassungsstelle für Kunden ohne Termin ab 13. Juli suchen deutlich mehr Bürger als sonst die Zulassungsstelle auf. Die Nachfrage ist größer als gewöhnlich, dies führt zu zum Teil langen Wartezeiten. Für die Bearbeitung von Zulassungsvorgängen braucht ein Mitarbeiter das entsprechende Wissen; auf die Schnelle lässt sich das Personal nicht auf- und abbauen.

Um den Bürgerinnen und Bürgern während der Ausgangsbeschränkungen zusätzliche Möglichkeiten zu bieten, wurden die Möglichkeiten der Zulassung im Online-Verfahren und per Post eingeführt. Diese waren aber sowohl für die Sachbearbeiter als auch für die Bürgerinnen und Bürger mit hohem Aufwand verbunden. Die so gestellten Anträge konnten nur dann zügig abgewickelt wer-den, wenn vollständige und fehlerfreie Unterlagen eingereicht wurden. Dies war aber oft nicht der Fall, was viele Rückfragen nach sich zog. Beide Aspekte – diese Verfahren und jetzt die hohe Zahl der Anträge – führte zu einer Vervielfachung des Arbeitspensums. Die Zulassung im Online-Verfahren und auf dem Postweg ist deshalb durch das Landratsamt mittlerweile zurückgenommen worden und ist seit Ende Juni nicht mehr möglich.

Ende der Wartezeiten ist in Sicht

Die Rückstände bei Händlern und Zulassungsdiensten sind inzwischen größtenteils abgearbeitet. Die online eingereichten Vorgänge werden weiterhin bearbeitet. Parallel dazu kümmern sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um Händler und Zulassungsdienste, Terminkunden und seit 13. Juli auch wieder um Spontanbesucher. Diese können täglich ohne vereinbarten Termin kurzfristig ihre Anliegen erledigen. Das anwesende Personal bedient die genannten Bearbeitungswege möglichst gleichmäßig, um niemanden zu benachteiligen. Wie üblich werden bei den wartenden Kunden bestimmte Personengruppen wie zum Beispiel Schwangere, Besuchern mit Kleinkindern oder Menschen mit Behinderung aus gutem Grund bevorzugt behandelt.

Solange nicht die Rückstände komplett aufgearbeitet sind, lassen sich Wartezeiten nicht vermei-den. Privatkunden müssen derzeit aufgrund der allmorgendlichen Kundenballung mit Wartezeiten von mehreren Stunden rechnen. Das ist sowohl für Kundinnen und Kunden als auch für Mitarbeite-rinnen und Mitarbeiter eine unbefriedigende Situation. Viele Kundenbeschwerden sind die Folge; diese zu beantworten bindet weitere Ressourcen. Einige Beschwerden sind von Wortwahl und Tonfall her unangemessen. Das Team der Zulassungsstelle arbeitet mit Hochdruck auf die Normalisierung der Verhältnisse hin. Unangemessene Beschwerden tun den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unrecht und tragen nicht zur Verbesserung der Situation bei.

Vollständige Unterlagen beschleunigen die Bearbeitung

Um Vorgänge zügig abwickeln zu können, ist die Zulassungsstelle auf die Mithilfe der Bürgerinnen und Bürger angewiesen. Sie sollten unbedingt darauf achten, vollständige und richtige Unterlagen einzureichen. Hier empfiehlt sich vor dem Gang zum Amt ein Blick auf die Webseite des Landrats-amtes Fürstenfeldbruck. Dort wird für die gängigsten Zulassungsthemen erläutert, welche Unterlagen und Dokumente mitgebracht und ausgefüllt werden müssen. Zum Teil werden die Formulare auch zum Download angeboten. Einzig der Inhalt der durch die Versicherung im Rahmen der EVB-Nummer (elektronische Versicherungsbestätigung) übermittelten Daten ist vorab nicht offenkundig, sofern die vollständigen Daten nicht in einem Dokument durch den Versicherer vorliegen. Hier wäre es im Zweifel vor allem bei etwas unüblicheren Zulassungswünschen sinnvoll, vorab die Richtigkeit mit dem Versicherer abzuklären. Ansonsten tritt der Fehler erst bei der Bearbeitung zu Tage. Um eine effektive Bedienung der Kundinnen und Kunden zu gewährleisten, sind derzeit in solchen Fällen Nachreichungen und Unterlagenkorrekturen nicht möglich. Stattdessen wird der nächste Kunde bedient.

Die Alternativen: Bürgerservice-Zentrum, Zulassungsdienste und Online-Terminvereinbarung

Unterstützend zur Kfz-Zulassungsstelle in der Hasenheide steht das Bürgerservice-Zentrum (BSZ) des Landratsamtes Fürstenfeldbruck mit seinem Aufgabenspektrum zur Verfügung. Welche Services rund um die Kfz-Zulassung das BSZ anbietet, ist auf der Webseite des Landratsamtes nachzulesen unter https://www.lra-ffb.de/amt-service/buergerservice-zentrum/. Besonders zeitintensive Vorgänge wie etwa Scheunenfunde, aufwendige technische Änderungen, exotische Importe mit ungewohnten Schriftzeichen in den Fahrzeugdokumente etc. können aus-schließlich in der Kfz-Zulassungsstelle bearbeitet werden. Eine bequeme Alternative zur persönlichen Vorsprache sind kostenpflichtige Zulassungsdienste. Diese prüfen vorab, ob vollständige und korrekte Unterlagen vorliegen, bevor sie diese einreichen. 

Weiter können Bürgerinnen und Bürger online einen Termin bei der Zulassungsstelle buchen, und zwar unter www.lra-ffb.de/amt-service/online-dienste/kfz-terminreservierung/. 

Die online buchbaren Termine werden systembedingt jeweils wöchentlich Montagmorgen für die darauf folgende Woche freigeschalten. Aufgrund der erst kürzlich angeschafften neuen Aufrufanlage mussten diesbezüglich zunächst Erfahrungen gesammelt werden.

red

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