Fürstenfelder Salvator

Starkbierfest im Zeichen der Wahl

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Mit viel Beifall des vollen Saales wurde „Frater Barnabas“ schon beim „Einmarsch“ begrüßt.
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Fürstenfeldbruck – Rappelvoll war der kleine Saal beim Fürstenfelder Salvator am 18. März im Veranstaltungsforum Fürstenfeld, der – wie könnte es anders sein – ganz im Zeichen der im Mai bevorstehenden OB-Wahlen stand.

Über 300 Politiker und Bürger bestätigten mit ihrem Besuch, dass das Starkbierfest in der fünften Jahreszeit zu den beliebtesten Veranstaltungen im Landkreis zählt. Zum zehnten Mal wurde es vom Veranstaltungsforum ausgerichtet, zum zehnten Mal war es ausverkauft.

Anzapfen des Bierfasses

Bevor wieder „Frater Barnabas“ alias Volkssänger und Kabarettist Jürgen Kirner, vornehmlich die sieben OB-Kandidaten abwatschte, wurde zum zweiten Mal nach 2016 ausgelost, wer das Bierfass mit dem süffigen Paulaner Salvatorbock anzapfen durfte und wer damit zugleich den offiziellen Startschuss für den Abend mit vielen Höhepunkten gab. Das Los entfiel auf Stadtrat Willi Dräxler (BBV), der sich keine Blöße gab und obwohl erst, nach eigenem Bekunden, zum zweiten Mal ein Fass Bier anzapfte, die Aufgabe mit Bravour löste. Mit einigen spitzen Bemerkungen in Richtung Brucker Gewerbeansiedlungen in der Innenstadt „Wir Brucker sind stolz auf die mittlerweile sechste Pizzeria auf einer Strecke von 150 Metern, nur unterbrochen von einigen Optiker- und Telekommunikationsläden“, stimmte Moderator, Paulaner Brauerei-Verkaufsleiter Harry Stadlmayer die Gäste schon einmal auf den Abend ein.

Fastenpredigt von Mönch Jürgen Kirner

„Willkommen zur diesjährigen Fürstenfelder Sado-Maso-Kur, zum rituellen verbalen Auspeitschen in diesen ehrwürdigen Klostermauern“, eröffnete Mönch Jürgen Kirner seine Fastenpredigt von der Kanzel. Nur gut, dass die Brucker heuer wieder wählen, sonst hätte er womöglich nix gehabt, worüber man in dieser wunderbaren Schlafstadt hätte reden können. Dann aber gab es für den predigenden Mönch kein Halten mehr. Ganz nach Trump-Motto: „FFB at first“ bekamen alle OB-Kandidaten, auch der urlaubende CSU-Kandidat und amtierende Bürgermeister Erich Raff, sowie Landrat Thomas Karmasin und zahlreiche Stadträte ihr Fett weg. Selbst Gerda Hasselfeldt, „das liebreizende Stricklieselgesicht“ die wohl aufgrund der großen Probleme in Berlin noch als „Lösungsmittel“ dort gefragt sei, wurde nicht verschont.

Barnabas übt Kritik an OB-Kandidaten

Er sei wohl nach der Ehekrise mit Bürgermeister Martin Schäfer aus Gröbenzell nach Bruck geflüchtet, meinte Barnabas, den die plötzliche Anwesenheit Runges auf Facebook erschreckt habe. „Du kamst mit dem Radl und ohne Handy, also quasi mit nix als Flüchtling nach Bruck“, so Kirner, „glaube mir, das wird schwer für Dich.“ Ebenso für die Brucker Gaudi-Granate und den Amperbrücken-Sprenger Florian Weber sowie Facebook-Star Thomas Lutzeier, dessen Themen genauso unbekannt seien wie die Zukunft der S4.

Wann er denn das letzte Mal beim Arzt war, fragte Barnabas den SPD-OB-Kandidaten Philipp Heimerl und ob der noch nicht ADHS bei ihm diagnostiziert habe. „Wollen Sie etwa sagen, die Schaffung von Wohnmobilstellplätzen ist mit den Aktivitäten des Veranstaltungsforums gleichzusetzen? Da werden Sie sich hier Ärger einhandeln.“ Die Bürger in Bruck sollen sich nicht fürchten, bei den vielen Bettelaktionen in der Kreisstadt handele es sich nicht um massive „Überfälle“ der rumänischen Bettel-Mafia oder der Zeugen Jehovas. „Es sind nur die OB-Kandidaten, die auf Stimmenfang sind“. Zu OB Pleil gewandt, meinte Kirner, „Klaus, du musst Dich doch fühlen wie Schneewittchen. Gleich sieben Zwerge wollen dein Amt.“ Und auch die Kirche wurde von Mönch Barnabas nicht verschont. „Evangelisch sein ist schön, wie katholisch. Nur da dürfen die Kinder mit im Pfarrhaus wohnen und natürlich auch die Frau.“

Auftritt der Musikkabarettgruppe Couplet AG

Arg strapaziert wurden die Lachmuskeln bei den beiden Auftritten von Bayerns erfolgreichster Musikkabarettgruppe, der Couplet AG (Couplet-Arterhaltungs-Gesellschaft) mit ihrem Frontmann Jürgen Kirner, und der Finalistin des Paulaner-Solos 2016, Franziska Wanninger. Beiden rang das begeisterte Publikum eine Zugabe, „mit`s noch griabiger wird da herrinnen“, ab.

Dieter Metzler

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