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OB Raff beim Wirtschaftsempfang: „Keine Sorge um den Standort FFB“

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Von: Dieter Metzler

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Statt Austausch im Foyer gab es Tische mit Abstand im Stadtsaal: Der Wirtschaftsempfang der Stadt Fürstenfeldbruck mit 80 Gästen.
Statt Austausch im Foyer gab es Tische mit Abstand im Stadtsaal: Der Wirtschaftsempfang der Stadt Fürstenfeldbruck mit 80 Gästen. © Dieter Metzer

Fürstenfeldbruck – Heuer war fast wieder Normalität angesagt, als OB Erich Raff (CSU) rund 80 Gäste aus Stadtpolitik, Verwaltung und Wirtschaft im Stadtsaal zum Wirtschaftsempfang begrüßte.

Den Gastvortrag hielt Professor Volker Busch zum zurzeit passenden Thema „Umgang mit der Krise – Was sie aus uns macht und wie wir sie bewältigen können.“ Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung vom Posaunenduo Florian Loch und Jakob Wodan von der Kreismusikschule Bruck.

Austausch im Stadtsaal

Dass nach dem offiziellen Teil bei Getränken und einem Imbiss der Austausch in zwangloser Atmosphäre im vergangenen Jahr nicht stattfinden konnte, daran wollte sich Raff nicht gewöhnen. Gerade dieser Austausch, um bestehende Kontakte zu pflegen oder auch neue zu knüpfen, trage zu einem erfolgreichen Wirtschaftsempfang bei. So fand die Konversation nicht im Foyer, sondern im Stadtsaal an coronakonform weit auseinander aufgestellten Tischen statt.

Dank an Ukraine-Helfer

Bei ruhigem Wetter kann jeder leicht Steuermann sein, erinnerte Raff an die immer noch präsente Corona-Krise, die aber angesichts des Ukraine-Kriegs in den Hintergrund gerückt ist. Großen Respekt zollt er den vielen Bürgern im Lande, die auf allen Ebenen humanitäre Hilfe leisten. Als regionales Beispiel berichtete Raff von der Initiative von Brucks dritten Bürgermeisterin Brigitta Klemenz. Mit finanzieller Hilfe des Vereins „Brucker helfen der Ukraine“, mit Unterstützung der Brucker Feuerwehr und der tatkräftigen Mithilfe der Familie Klotz (AEZ) organisierte Klemenz einen Konvoi des Malteser-Hilfsdienstes mit Hilfsmitteln für 3.000 ukrainische Flüchtlinge in eine polnische Kleinstadt.

Wirtschaftliche Abhängigkeiten

Schon Corona hat aufgezeigt, wie fatal Abhängigkeiten von ausländischen Partnern oder Produktionsstätten im fernen Osten sein können. Hierdurch habe ein erstes Umdenken stattgefunden, das durch den Krieg in der Ukraine noch verstärkt wurde. Es werde sich zeigen, wie Deutschland mit diesen Herausforderungen umgehen kann und sich für die Zukunft aufstellen wird.

Gewerbesteuer wichtige Einnahmequelle

Die vielen Projekte, die die Kreisstadt noch realisieren möchte, ist ohne die Steuereinnahmen der Brucker Wirtschaft nicht möglich, ging Raff auf die Stadtpolitik ein. Die Stadt müsse deshalb die Rahmenbedingungen schaffen, damit sich die Unternehmen in der Stadt gut aufgehoben fühlen. Die Grundstücke der Stadt für neue Gewerbebetriebe werden allerdings immer weniger.

Städtebaulicher Wettbewerb „Fliegerhorst“

Im Herbst soll die Ausschreibung für den städtebaulichen Wettbewerb „Fliegerhorst“ erfolgen, kündigte Raff an. Bislang habe man keine Hinweise, ob die Planungen für eine Umnutzung geändert werden müssen, teilte er mit, auch wenn sich die Verantwortlichen in Berlin angesichts des Kriegsgeschehens in der Ukraine Gedanken darüber machen, ob tatsächlich alle Entscheidungen zur Schließung von Standorten umgesetzt werden können. Die Stadt hat ein Gewerbeflächen-Entwicklungs- und Einzelhandelskonzept für das gesamte Stadtgebiet einschließlich der Konversionsfläche des Fliegerhorstes in Auftrag gegeben. Ziel ist es, den Wirtschaftsstandort Bruck zukunftsfest aufzustellen.

Kein Podestplatz für FFB

Man müsse auch in Zukunft die Kaufkraft in der Region halten, nannte Raff als gutes Beispiel die Aktion „Heimatguthaben“. Bisher wurden Gutscheine im Wert von 80.000 Euro ausgestellt.

Abschließend meinte Raff, dass die Stadt bei der Vergabe von Medaillen nicht auf einem Podestplatz stehen würde, allerdings sei man auch nicht so abgeschlagen, dass man die Konkurrenz aus dem Auge verlieren würde, und „wir uns ganz große Sorgen um die Stadt und den Standort machen müssen.“

Impulsvortrag zum Thema Krisen

Was hält den Menschen in Krisen stabil, fragte Volker Busch eingangs seines Vortrags in die Runde. In anregenden Ausführungen vertrat er die These, dass Flexibilität, Dynamik und Stabilität die entscheidenden drei Faktoren sind, die letztlich den Menschen erfolgreich eine Krise meistern lassen. Für seinen dreiviertelstündigen Vortrag mit vielen praktischen Tipps für Beruf und Alltag erhielt der Referent viel Beifall.
Dieter Metzler

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