Jenseits des Guten und Schönen: Unbequemes Denkmal?

Landkreis beteiligt sich zum 21. Mal am Tag des offenen Denkmals

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(hinten v. li.) Günter Sigl (LRA), Dr, Reinhard Jakob (Museumsleiter Jexhof), Rolf Marquardt (Historischer Verein); Vorne v. li.: Susanne Poller und Tonis Drexler (beide Kreisheimatpfleger), Gisela Schneid (stellvertr. Landrätin), Reinlinde Leitz (Kreisbaumeisterin) und Stefanie Oberhofer (LRA)

Fürstenfeldbruck – Seit 1993 gibt es den „Tag des offenen Denkmals“. Er findet alljährlich am zweiten Sonntag im September statt. Historische Bauten und Stätten, die sonst nicht oder nur teilweise zugänglich sind, öffnen dann ihre Türen.  Der Landkreis beteiligt sich zum 21. Mal an dieser bundesweiten Aktion, die heuer am 8. September stattfindet.

 Ziel des Tages ist es, die Öffentlichkeit für die Bedeutung des kulturellen Erbes zu sensibilisieren und Interesse für die Belange der Denkmalpflege zu wecken.  Der diesjährige „Tag des offenen Denkmals“ steht unter dem Motto „Jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmale?“ Dazu hat das Landratsamt Fürstenfeldbruck wieder ein interessantes Programm zusammengestellt, das die stellvertretende Landrätin Gisela Schneid zusammen mit den Mitwirkenden am 31. Juli im Rahmen eines Pressegesprächs vorstellte. Als ein anspruchsvolles Thema bezeichnete Schneid das diesjährige Motto, das einen weiten Interpretationsspielraum lässt und sich auf so gut wie alle Denkmale und Denkmalgattungen beziehen lässt.

 Das Motto greift die zentralen Fragestellungen der Denkmalpflege auf, die am „Tag des offenen Denkmals“ öffentlich diskutiert werden sollen: Was ist wert, erhalten zu werden und weshalb? Was macht Denkmale unbequem und warum? Gibt es überhaupt „bequeme“ Denkmale? Nicht jedes Gebäude kann und muss erhalten werden. Jedoch ist für jede Gesellschaft eine grundlegende Auseinandersetzung und bewusste Entscheidung darüber, welche Denkmale geschützt oder abgerissen werden sollen, aus welchen Gründen auch immer, notwendig, um die Vergangenheit in all ihrer Schönheit, ihrem Zauber aber auch ihrer Brutalität und Gewalt für künftige Generationen als Erbe sichtbar zu bewahren.

 Zu einem geben die Denkmalschutzgesetze und weitere Richtlinien erste Antworten auf diese Fragen. Der Einzelfall muss aber immer als solcher von Fachleuten verschiedener Disziplinen sowie der Öffentlichkeit diskutiert werden. Zu den „unbequemen Denkmalen“ zählen insbesondere viele Bauten, die heute im Allgemeinen aufgrund der politischen und sozialen Umstände ihrer Entstehungs- oder Nutzungszeit – in unterschiedlichem Ausmaß – ein gewisses Unbehagen oder sehr negative Gefühle auslösen. Dazu zählen Bunker-, Festungs- und Verteidigungsanlagen sowie Kriegerdenkmale und Kriegsgräberstätten aus vielen Jahrhunderten, Konzentrations- und Arbeitslager der NS-Zeit. 

Das Programmheft liegt im Landratsamt sowie in den Stadt- und Gemeindeverwaltungen aus. Bereits jetzt schon anmelden kann man sich für die Turmbesteigung der Klosterkirche Fürstenfeld mit Kreisarchivpflegerin Dr. Brigitta Klemenz um 17.30 Uhr und für die Fahrt mit Kreisbaumeisterin Reinlinde Leitz. Um 13 Uhr startet der Bus vom Landratsamt zu alten Bauernhäusern in Emmering und Kottgeisering, der Kirche in Rammertshofen und dem Fliegerhorst. 

Anmeldungen sind unter Telefonnummer 08141 – 519371 und per E-Mail an stefanie.oberhofer@lra-ffb.de möglich. 

 Dieter Metzler

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