Offener Brief in herausforderndster Zeit

Corona-Pandemie: Olchings Bürgermeister wendet sich mit Appell an die Bürger

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Bürgermeister Andreas Magg, hier auf dem Bild hilft bei der Olchinger Tafel.

Offener Brief des Olchinger Bürgermeisters Andreas Magg in Zeiten der Corona-Pandemie

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

ich wende mich heute, in einer der herausforderndsten Zeit, die unser Land und unsere Stadt in den letzten Jahrzehnten erlebt hat, mit diesen Zeilen an Sie. Bitte nehmen Sie sich dafür kurz Zeit.

„Gemeinsam Stadt sein“, das ist der Leitgedanke und das Motto unserer schönen Stadt! Seltener war dieser Satz wichtiger als in diesen Tagen. Wir sind aufgefordert gemeinsam einem unsichtbaren und genau deswegen möglicherweise unterschätzten Gegner unsere Stirn zu bieten. Und nein, dieser Gegner, dieser Virus, ist nicht weit weg, nicht nur in China, im Iran oder Italien. Er ist auch in unserem Landkreis angekommen.

Vielleicht weil wir ihn nicht sehen können, vielleicht auch weil wir glauben, nicht zu den Menschen zu gehören, die ernsthaft erkranken, Schaden nehmen oder im Extremfall sogar ihr Leben lassen müssen, fällt es so schwer, die von staatlicher Seite festgesetzten Regeln einzuhalten. Aber es gibt auch in Olching diese Menschen! Und sie sind einem möglicherweise viel näher als man glaubt!

Unterstützung für die Nachbarschaft

In jedem Fall sind es Mitbürgerinnen und Mitbürger unserer Stadt, die völlig zu Recht unseren Schutz, unsere Solidarität und unser besonnenes Handeln erwarten! Von uns allen, gemeinsam! Bitte prüfen Sie, ob in Ihrer Nachbarschaft jemand akute Unterstützung benötigt. Melden Sie sich dann gerne bei sozialberatung@olching.de oder einkaufshilfe@olching.de. Vielen Dank!

Ja, es ist schwer, sich mit seiner Familie, seinen Freunden und Bekannten nicht mehr persönlich zu treffen. Ja, es fällt auch mir schwer, Abstand zu halten, seine persönliche Freiheit, seine Gewohnheiten und seine Lebensweisen stark einzuschränken und zu verändern! Es ist eine enorme Belastung Arbeit, Familienleben und die Kinderbetreuung in dieser Ausnahmesituation miteinander zu vereinbaren und allem gerecht zu werden.

Mit Einsicht, Rücksicht und Erkenntnis können wir es schaffen

Aber genau das ist die große Herausforderung, in der wir uns befinden!

Mit der Einsicht, dass es jetzt notwendig ist, mit der Rücksicht auf die, die es hart treffen könnte und die, die dann für diese Menschen in den Arztpraxen und den Krankenhäusern für sie da sein werden. Mit der Erkenntnis, dass nur so unser vermisstes und jetzt so hochgeschätztes, ganz normales Leben schnell wieder zurückkehren wird. Desto besser wir uns nun selbst beherrschen, die Regeln beherzigen und konsequent umsetzen, umso eher werden wir wieder in unseren Geschäften einkaufen, Nachbarn zum Grillen einladen, die Kinder auf den Spielplätzen tollen lassen, gemütlich Abendessen gehen, schöne Ausflüge machen oder uns einfach nur in die Arme schließen können!

Gemeinsam können wir es schaffen! Und wir werden es gemeinsam gut schaffen, davon bin ich überzeugt!

Ich danke Ihnen dafür und ich danke in unserem Namen allen sehr herzlich, die im Gesundheitswesen, in der Pflege, bei den Sicherheitskräften, in den Geschäften, im ÖPNV und im öffentlichen Dienst für uns auch jetzt da sind, für ihr großartiges Engagement!

Wir Olchinger stehen zusammen, auch wenn wir gerade weit voneinander entfernt sein müssen!

Andreas Magg

Erster Bürgermeister

P.S. Dass die Maßnahmen äußerst sinnvoll und effektiv sind, zeigt dieses kleine Zahlenspiel:

Wenn wir unverändert weiterleben würden, steckt eine Person in fünf Tagen 2,5 Personen an. In 30 Tagen sind 406 Personen angesteckt.

Wenn wir weniger als 50 Prozent der üblichen Kontakte haben, steckt eine Person in fünf Tagen 1,25 Personen an. In 30 Tagen sind 15 Personen angesteckt.

Wenn wir weniger als 75 Prozent der Kontakte haben, steckt eine Person in fünf Tagen 0,62 Personen an. In 30 Tagen nur noch 2,5 Personen!

Quelle: Signer Laboratory

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