Offizierschule der Luftwaffe feierte 40-Jähriges

Jubiläum mit Wehmut

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Der Kommandeur der Offizierschule, Brigadegeneral Michael Traut, beim Festakt zum 40-Bestehen der Offizierschule am Standort Fursty einen Rück- und Ausblick aus die Geschichte der OSLw

Fürstenfeldbruck – Die Offizierschule der Luftwaffe (OSLw) feierte am 28. Juni mit einem Festakt im Ludger-Hölker-Saal und einem anschließenden Sommerfest im Freien ihr 40-jähriges Bestehen am Standort Fürstenfeldbruck.

Die Ausbildungseinrichtung für den Luftwaffen-Offiziernachwuchs besteht eigentlich schon wesentlich länger, wie die Gäste beim Rückblick vom amtierenden Schulkommandeur, Brigadegeneral Michael Traut, erfuhren. Fursty ist bereits der dritte Standort, den die Offizierschule der Luftwaffe im Laufe ihrer 60-jährigen Geschichte bezog. Bereits am ersten Oktober 1956 begann für 241 Offizieranwärter der erste Lehrgang, damals in Faßberg. Für zwei Jahre wurde die Gemeinde im niedersächsischen Landkreis Celle zum provisorischen Standort der OSLw, bevor die Nachwuchs-Schmiede für nahezu 20 Jahre nach Neubiberg in die Nähe von München umzog.

Habersetzer: "Es war schon erhebend, vor der alten Stube zu stehen"

Am 15. Mai 1977 nahm die OSLw dann in Fursty, „der Wiege der Luftwaffe“, wie der Standort auch bezeichnet wird, seinen Dienst auf. „Die Entscheidung für Fursty fiel damals leicht“, sagte Traut. „Was für eine Kulisse!“, freute sich der Schulkommandeur über die vielen Gäste, die seiner Einladung Folge geleistet hatten. Unter ihnen Landtagsabgeordneter Thomas Goppel, Brucks Oberbürgermeister Erich Raff, Roths Bürgermeister Ralph Edelhäußer, die stellvertretende Landrätin Martina Drechsler sowie zahlreiche Stadt- und Kreisräte. Wie beim Militär üblich, erhoben sich alle von ihren Sitzen, als der Kommandeur den Saal betrat. Als dann aber nach der Meldung an ihn und seinem Gruß „Guten Tag, meine Damen und Herren“ die am Festakt teilnehmenden etwa 300 Offizierschüler mit nahezu ohrenbetäubenden „Guten Tag, Herr General“ antworteten, schraken doch einige zusammen. Schon fast Melancholie kam auf, als der Chef des Stabes Multinationales Kommando Operative Führung der Luftwaffe, Generalmajor Klaus Habersetzer, davon erzählte, als er seinen Dienst als Schulkommandeur in Fursty antrat und seine Zwei-Mann-Stube mit einem ehemaligen Lehrgangskollegen zusammen aufsuchte, die er als einer der ersten, der in Fursty sein Patent erwarb, bewohnt hatte. „Es war schon erhebend, vor der alten Stube zu stehen“, so Habersetzer. 

Ein neues Kapitel wird aufgeschlagen

Wehmut breitete sich aber auch aus, als Traut zum Abschluss seiner Zeitreise durch 40 Jahre OSLw am Standort Fursty in die Zukunft blickte: „Heute feiern wir noch hier die 40 Jahre am Standort, und morgen findet bereits der Spatenstich in Roth für die neue OSLw statt.“Man könne heute wohl nur noch bedingt nachvollziehen, meinte Habersetzer bei seinem Grußwort, dass das Gebäude der Offizierschule, das recht schnell den Namen, „Blaues Palais“ weghatte, 1977 als futuristisch galt. Dem Gebäude eilte der Ruf als modernste europäische militärische Ausbildungseinrichtung voraus. „Es war eine Attraktion damals“, berichtete Habersetzer. „Wir hatten Besucher aus der ganzen Welt.“ Doch der 60-jährige Generalmajor, der in wenigen Tagen sein 40. Dienstjubiläum feiert, blickte auch nach vorne. „In Roth gilt es nun, ein neues Kapitel aufzuschlagen.“Für die gute Einbindung der Offizierschule in die Garnisonstadt und die umliegenden Gemeinden sowie die jahrzehntelange Verbundenheit dankte Traut zum Ende seines Rück- und Ausblicks Brucks Oberbürgermeister Raff und den anwesenden Bürgermeistern. Kein Problem hatte Traut bei seiner Bierfass-Premiere, als er mit drei gezielten Schlägen das Fass der König Ludwig Schlossbrauerei Kaltenberg anzapfte und damit den Start frei gab für ein Sommerfest und Party mit dem Bundeswehr-Musikkorps Ulm sowie der Live-Band „Wuidara Pistols“. 

Dieter Metzler

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