Am Wochenende 19./20. September werden im Veranstaltungsforum Fürstenfeld die 11. Oldtimertage stattfinden – Mit von der Partie ist das Ehepaar Heep

Der Ford A atmet den Geist seines halsstarrigen Erfinders Henry Ford

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Gloria Heep vor dem Oldtimer ihres Ehemannes, Peter Heep. Das Foto kündigt auch die 11. Oldtimertage in Fürstenfeld am 19./20. September an. 

Fürstenfeldbruck – Das Brucker Ehepaar Peter und Gloria Heep freut sich schon auf das Wochenende 19./20. September: Bei den 11. Oldtimertagen Fürstenfeld können die Liebhaber alter Schätzchen wieder Klassiker live erleben. Auf dem Bild im fürstenfeld journal prangt Gloria Heep, eine gebürtige Südamerikanerin in einem standesgemäßen Outfit der Zwanziger Jahre neben ihrem Ford Model A, der zwischen 1928 und 1931 ca. 4,3 Millionen mal gebaut wurde.

Gloria Heep - sie veranstaltet  die Noche Latina im Veranstaltungsforum Fürstenfeld - hat sich in Berlin extra mit dem passenden weißen Kleid, einem Hut, Täschchen und Schuhen für Ausfahrten mit dem Oldtimer ausstaffiert. Detailgetreu natürlich, und dazu passend trägt sie bei Sonnenschein einen Spitzen-Sonnenschirm. 

Die Hintergrundinfo zu der technischen Ausstattung des Ford Model A liefert Ehemann Peter Heep, ein Dipl.-Ing.: "Der Oldtimer Baujahr 1929 ist eine Zwei-Tür Limousine mit 4 Sitzplätzen. Der Motor: 4 Zylinder 3,2 Lt., 40 PS bei 2200 U/min, er hat ein unsynchronisiertes Dreigang Getriebe, mechanische Trommelbremsen an allen Rädern und man kann mit ihm maximal 102 km/h erreichen. Der Verbrauch: 12 - 15 Liter/100 km. Die Karosserie ist in Metall-Holzbauweise, restauriert wurde er unter Beibehaltung der Originalität.

Gloria Heep, Oldtimer-Fan aus Fürstenfeldbruck und Veranstalterin der Noche Latina im VA Fürstenfeld.

Der Ford Model A, so berichtet Heep, wurde zwischen 1928 und 1931 ca. 4,3 Millionen mal gebaut. 300 000 Stück sollen überlebt haben, hauptsächlich in den USA. Er ist daher weder exklusiv noch selten. Als Nachfolger des Ford Model-A (Tin Lizzie, 15 Mio Fahrzeuge zwischen 1909 bis 1927) blieb er ein Volkswagen und Arbeitstier, in der preiswertesten Version kostete er 495 USD.

Der Ford A ist wohl das Vorkriegsauto mit der besten Ersatzteilversorgung. Ein deutscher Händler ist in Oberschleißheim ansässig, mehrere Händler mit dicken Ersatzteilkatalogen zu moderaten Preisen sind in den USA zu Hause.

Der Ford A atmet den Geist seines halsstarrigen Erfinders Henry Ford. Motto: Alle großen Dinge sind einfach. Einfach zu finanzieren, einfach zu fahren, einfach am Leben zu erhalten. Heute, nach 85 Jahren Automobilentwicklung ist das "einfach zu fahren" nicht mehr ganz wörtlich zu nehmen. Es bedarf schon ein Eintauchen in die vergangene Technik, um so ein Fahrzeug in Bewegung zu setzen.

Und so gelingt es: Beifahrertür mit Schlüssel öffnen, Fahrertür von innen entriegeln (Henry Ford hat das Fahrertür-Schloss eingespart), Zündschalter mit Zündschlüssel entriegeln, Benzinhahn öffnen, Handgasregler am Lenkrad vier Raster nach unten schieben, Hebel für Zündverstellung ganz nach oben schieben, Choke Knopf eine Umdrehung nach links und ziehen, mit dem rechten Fuß Anlasser betätigen, nach dem Motorstart Zündverstellung bis zum halben Quadrant nach unten rasten, Handgas zurücknehmen, Choke einschieben.

Beim Fahren gilt es, das unsynchronisierte Dreiganggetriebe möglichst geräuschlos zu betätigen. Das gelingt mit Doppelkuppeln und Zwischengas meist nach einigen Monaten. Nicht vergessen sollte man, dass der Rückwärtsgang vorne links liegt, ohne Sperre. Einstellen sollte man sich auch auf eine Schneckenlenkung, die kräftiges Zupacken erfordert und kein Rückstellmoment entwickelt und auf Bremsen, die ein sehr vorausschauendes Fahren erfodern.

Darin liegt der Reiz ein solches Fahrzeug zu bewegen. Fazit: Der Ford A ist ein Vorkriegsfahrzeug bei dem der Spaßfaktor in einem idealen Verhältnis zum Aufwand steht". 

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