Oldtimer-Tage am Flugplatz Jesenwang mit Tausenden von Besuchern - Vom Trabi bis zur Doppeldecker-Antropow

Ford-Model „T Toury“, das Auto für jedermann: Preisgünstig, robust, einfach zu reparieren. Produktion: 15 Millionen zwischen 1908 u. 1927. Fotos: Günter Schäftlein

Einmal mehr erlebte das ansonsten fliegerische Gelände der Fam. Walch am Tag der Deutschen Einheit eine motorische Invasion an schmucken und schon betagten PKW, Motorrädern und Traktoren. Wegen der erhöhten Sicherheitsauflagen hatte man auf Landungen während der Veranstaltung in 2010 verzichtet, wie ‚pro luftfahrt’-Chef Andreas Isenberg betonte. Lediglich eine große Doppeldecker-Antropow ließ sich in der Luft, aber abseits vom Fluggelände, sehen.

Einige andere, hier beheimatete „Stand-Modelle“ wurden von den Vereinssprechern vorgestellt und in den Details beschrieben. So auch eine von nur noch sieben in Deutschland vorhandenen Maschinen vom Typ „Tiger Moth, de Havilland“ des brit. Herstellern Morris Motor Company. Der 1992 vollständig restaurierte 2sitzige, kunstflugtaugliche Doppeldecker in Gemischtbauweise aus dem Baujahr 1941 nennt als Heimatflugplatz Jesenwang, ist aber in den Wintermonaten in der Oberschleißheimer Historischen Flugwerft des D. Museums zu Hause. Der Besitzer Hartmut Hesse, München, ist glücklich, über dieses stolze Stück eines Schul- und Sportflugzeuges von weltweit nur noch 600 flugtauglichen Exemplaren zu verfügen, das mit einer Triebwerksleistung von 140 PS noch Höchstgeschwindigkeiten bis zu 260 km/h erreichen kann. Mit rund 2000 registrierten Fahrzeugen und geschätzten 8000 bis 9000 Besuchern war der Oldtimertag für die veranstaltende ‚pro luftfahrt’ dank ihrer Mitgliederleistungen ein voller Erfolg. Jedoch, so Vorsitzender Andreas Isenberg, ohne die tatkräftige Unterstützung durch die Jesenwanger Feuerwehr in der Verkehrs- und Parkplatzregelung auf dem Gelände „hätten wir die Veranstaltung nicht stemmen können.“ Außer wirklich sehenswerten PKW-Oldtimern aus Übersee und europäischen Produktionen gab es als Ostalgie-Beitrag eine ganze Reihe von Trabis aus Zwickau zu sehen. Davon die ab 1991 nach der Mauerzeit ausgestatteten mit einem stärkeren Polo-Motor. Alle Modelle gepflegt vom seit über 20 Jahren bestehenden Bayer. Trabantklub (seit 2009 ein e.V.) um den rührigen Johann Benkner aus Eichenried. Der konnte schon Otto Wiesheu in seiner Eigenschaft als Ex-Minister für eine Probefahrt im bereits blechverkleideten Trabi überreden. Aus einer halbierten Duroplast-Version bastelte sich Benkner einen Nachläufer als Mini-Wohnwagen, mit einer zur Honnecker-Tochter Sonja drapierten Figur auf der Sitzbank. Duroplast („Plaste“), das hauptsächliche Karosseriematerial des Trabant, bestand zu 50% aus Abfallfasern russ. Baumwolle. Der Einsatz von Duroplast war aus volkswirtschaftlicher DDR-Sicht zwingend, da Karosseriebleche bis zum Mauerfall als Importware zu großen Devisenbedarf erfordert hätten. Im Jahr vor der Wende - 1988 - erreichte die Trabi-Produktion mit 145.750 Einheiten ihren Höhepunkt. Der gebürtige Chiemgauer Johann Benkner bezwang zu seiner großen Genugtuung mit der 6rädrigen Trabi-Kombinette mit dem Polo-Motor höchste Alpenpässe: 1999 das Stilfser Joch, 2000 das Timmelsjoch. Wieder überzeugend beim Oldtimertag in Jesenwang 2010 der Auftritt der vielen Männer und Frauen im schwarzen Lederzeug: Die Motorbiker. Dazu und ebenfalls zahlreich beim mittäglichen Platzrunden-Korso vertreten: Die unverwüstlichen Schlepper, zumeist aus den 50er/60er Baujahren.

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