Margret Kopp, Vorsitzender der Aktion PiT-Togohilfe dankte für die überwältigende Spendenbereitschaft 

Akpekaka - Danke an alle Spender nach geglückter OP für Baby Nata

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Dr. Michel Kodom überreichte Margret Kopp die Auszeichnung, die die Maisacherin bei in Togo vom Verein „Aimes–Afrique“ in Anerkennung für „humanitären Pragmatismus“ erhalten hatte.

Maisach – „Akpekaka – danke“, sagte Margret Kopp, die Vorsitzende der Aktion PiT-Togohilfe, überglücklich in der Sprache der Togoer  nach ihrem Report über die gelungene Rettungsaktion des kleinen Nata Kolani aus Togo bei der Mitgliederversammlung am 29. Januar im Maisacher Togohaus. Ohne die überwältigende Spendenbereitschaft hätte das sechs Monate alte Baby nicht in München operiert werden können. Neben ihrer Schilderung über das glückliche Ende der großartigen Hilfsaktion stand die Vorstellung des gemeinnützigen Vereins in Togo „Aimes-Afrique“ von Dr. Michel Kodom und das gemeinsame Projekt „Santé pour tous – Gesundheit für alle“ im Mittelpunkt der Infoveranstaltung.

 50.000 Euro waren für die Operation nötig. „Eine gewaltige Summe“, erzählte Kopp. Doch durch die Berichterstattung des Schicksals des kleinen Nata in den Medien konnte die Summe geschultert werden. Anfang Januar, als Entwicklungsminister Dr. Gerd Müller dem Togohaus einen Besuch abstattete, waren 40.000 Euro gespendet, und da war sich Margret Kopp sicher, die restliche Summe würde bis zum Operationstermin am 27. Januar auch noch eingehen. 

Und sie sollte Recht behalten. Margret Kopp holte den kleinen Patienten aus Togo ab und landete am 24. Januar mit der jungen Mutter und Dr. Kodom in München. Über vier Stunden dauerte die Operation in der Haunerschen Kinderklinik am Kopf des kleinen Nata, um die riesige Verwachsung zu entfernen. Der kleine Bub hat die OP gut überstanden und konnte bereits einen Tag später auf die Normalstation verlegt werden. „In Togo gilt man wegen solcher Missbildungen schnell als verhext und wird aus der Gemeinschaft ausgeschlossen“, berichtete Kopp. Die 22-jährige Mutter Lengue ist deshalb überglücklich, dass ihr Baby nun ein schönes rundes Köpfchen hat wie alle anderen Babys auch. Zwei Wochen muss der Kleine noch in der Klinik bleiben. Die Mutter ist bei einer togoischen  Familie im Landkreis untergekommen.

Der Lionsclub Altötting spendete einen Defibrillator, der in den nächsten Tagen ebenso nach Togo verschickt wird, wie das im Hintergrund stehende Endoskopie-Gerät, das der gemeinnützige Verein humedica aus Kaufbeuren spendete. 

 Dr. Michel Kodom, der bei der OP attestierte, ist Facharzt für Inneres, Infektions- und Lebererkrankungen und Leiter eines Krankenhauses in Lomé, der Hauptstadt Togos. Dr. Kodom hat in Paris studiert und kehrte trotz etlicher Angebote in Frankreich in seine Heimat zurück. Die knapp sieben Millionen Menschen des kleinen westafrikanischen Landes werden gerade einmal von 604 Ärzten, davon 420 in Lomé, ärztlich versorgt. In seiner Heimat gründete er den Verein „Aimes Afrique“. Am Beispiel eines 14-tägigen humanitären Einsatzes im ländlichen Raum erläuterte Dr. Kodom anschaulich das Ziel des Vereins: das Krankenhaus vor Ort zu den Patienten bringen. 

Die Erfolge des ehrenamtlich arbeitenden Teams sind in Anbetracht der vielen Unwegsamkeiten, die dabei zu bewältigen sind, wie unzureichende medizinische Ausstattung, fehlendes Material, problematische Logistik, erstaunlich: In zehn Jahren führte das Team 15.000 Eingriffe durch und hatte keinen Todesfall zu beklagen. Dr. Kodom wurde in Togo mit vielen Auszeichnungen bis hin zum Mono-Orden, der höchsten staatlichen Auszeichnung, bedacht, sein Verein „Aimes-Afrique“ ist bei der UNO anerkannt und hat einen wahlberechtigten Sitz im Gesundheitsbündnis der Afrikanischen Union. 

Die Menschen in Togo wissen zu wenig über die Hygiene und das Vermeiden von Krankheiten, sie wissen oft nicht einmal, dass ihre Leiden sogar leicht geheilt werden können, berichtete Kopp. Das gemeinsame Projekt von Aktion Pit-Togohilfe e. V. und Aimes-Afrique „Santé  pour tous – Gesundheit für alle“, für das Landrat Thomas Karmasin die Schirmherrschaft übernommen hat, will mit der Medizin zu den Menschen gehen und ihnen zu Gesundheit verhelfen. Die Mitglieder des Togohilfevereins stimmten dem Projekt ausnahmelos zu. Margret Kopp ist überzeugt von dem Konzept. „Wir müssen begreifen, wenn die Menschen in ihren Ländern ein Leben mit Chancen und Wohlergehen führen können, und da gehört auch die Gesundheit dazu, dann haben sie auch keinen Grund, ihre Heimat zu verlassen.“ 

Dieter Metzler

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