Unterricht mit Mikrofon und Kopfhörer

Maisacher Realschule wird Profilschule für hörbeeinträchtigter Schüler

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Stellten die Maßnahmen in der Maisacher Realschule vor (von links): Ministerialbeauftragte der Realschulen in Oberbayern-West Ernst Fischer, künftige Schulleiterin Doris Lux und Landrat Thomas Karmasin.

Die Orlando-di-Lasso-Realschule in Maisach wird zur Profilschule für die Inklusion hörbeeinträchtigter Schüler. Damit wird sie die erste staatliche Realschule dieser Art.

Maisach - Der Landkreis unterstützt den dafür nötigen Umbau einiger Räume finanziell.

Als „Leuchtturmschulen“ bezeichnete der Ministerialbeauftragte der Realschulen in Oberbayern-West, Ernst Fischer, die Schulen mit einem Inklusionsprofil. „Sie zeigen Beispiele gelungener Inklusion auf.“ Dass Schüler mit und ohne Behinderung gemeinsam unterrichtet werden, gibt es im Brucker Landkreis schon an einigen Lehreinrichtungen. „Mit dem Schulprofil für die Inklusion hörbeeinträchtigter Schüler entsteht aber etwas Neues“, sagt Landrat Thomas Karmasin.

Gedämmte Klassenzimmer und Ruheraum

Die Orlando-di-Lasso-Realschule werde keine Schule für Gehörlose, wie Fischer klarstellte. „Solche Schüler sind in Förderschulen besser aufgehoben.“ Stattdessen gehe es um die steigende Zahl von Menschen mit Hörbeeinträchtigungen. „Solche brauchen ein besonders ruhiges Lernumfeld“, führt Karmasin aus. Und deshalb werden nun fünf Räume in Maisach umgebaut. Vier Klassenzimmer werden zum einen gedämmt und mit technischen Anlagen für Hörbehinderte ausgestattet. Dazu kommt ein sogenannter Silentium-Raum, der in der Pause als ruhiger Rückzugsort dienen soll.

Schule hat bereits akkustische Voraussetzungen

Mit ein Kriterium, warum die Standortwahl für die Profilschule auf Maisach fiel: „Die akkustischen Voraussetzungen sind dort schon auf recht hohem Niveau, ein Umbau kann ohne größeren Aufwand erfolgen“, sagte Fischer. Rund 3.500 Euro pro Raum müssen laut Karmasin investiert werden. Der Kreistag hat die Unterstützung bereits zugesagt.

Mikrofon und Kopfhörer in Zimmern

An technischer Ausrüstung müssen Mikrofone und Audioanlagen mit kleinen Kopfhörern installiert werden. Auf jeden Fall erhält der Lehrer ein Mikrofon. Wie die künftige Schulleiterin Doris Lux erklärt, besteht aber auch die Möglichkeit, ein Mikro für die Schüler bereitzustellen, das dann herumgereicht werden kann – „damit man auch in den hinteren Reihen versteht, was in den vorderen gesprochen wird“, sagt Lux. 

Derzeit zwei hörbeeinträchtige Schüler - Tendenz steigend

Die künftige Schulleiterin, die ihr Amt zum neuen Schuljahr antritt, hat übrigens Erfahrung in Sachen Inklusion. „Sie war zuletzt meine rechte Hand im Ministerium beim Thema Inklusion“, sagt Fischer. In Maisach wird Lux es nach derzeitigem Stand erst einmal mit zwei hörbeeinträchtigten Schülern zu tun haben. „Die Anmeldung erfolgte bereits, als das Schulprofil noch nicht bekannt war“, erklärt Lux. Künftig geht sie davon aus, dass die Zahl noch steigen wird. Ab vier oder fünf Schülern mit einer Hörbehinderung bekommt die Schule dann auch stundenweise einen Förderschullehrer für den Bereich Hören zugeteilt. „Wenn es noch mehr werden, kann daraus auch eine Ganztagsstelle werden“, erklärt Fischer. Karmasin sieht die neue Profilschule als „gute Ergänzung zu den Bemühungen des Landkreises um Inklusion“.

Andreas Daschner

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