40-jähriger Lehrer am Graf-Rasso-Gymnasium als CSU-OB-Kandidat nominiert 

Andreas Lohde Spitzenkandidat der CSU in FFB für die OB-Wahlen 

+
Markus Droth (re.) zeigte sich als fairer Verlierer und gratulierte seinem Kontrahenten Andreas Lohde zum Wahlsieg

Fürstenfeldbruck – Mit überwältigender Mehrheit wurde Stadtrat Andreas Lohde bei der Aufstellungsversammlung der Brucker CSU am 28. Februar in der Marthabräuhalle von den Mitgliedern des Ortsverbandes zum Oberbürgermeister-Kandidaten gewählt. Der 40-jährige Lehrer am Graf-Rasso-Gymnasium erhielt mit 120 Stimmen, fast doppelt so viele Stimmen wie sein Kontrahent, Stadtrat Markus Droth, dem nur 62 Mitglieder das Vertrauen schenkten.

 Nachdem der Brucker Rathauschef Sepp Kellerer nach 18 Jahren aus Altersgründen bei den nächsten OB-Wahlen im Frühjahr 2014 nicht mehr antreten kann, will nun Lohde dafür sorgen, dass Fürstenfeldbruck auch zukünftig nicht „in rote Hände“ fällt. Nach seiner Nominierung bat der zweifache Familienvater auch diejenigen Mitglieder um Unterstützung, die ihn nicht gewählt haben. Lohde möchte aber nicht nur ins Brucker Rathaus einziehen, sondern er hat sich auch zum Ziel gesetzt, die absolute Mehrheit im Stadtrat zu erreichen. Man sei stolz im Ortsverband, dass sich zwei Kandidaten zur Wahl stellen, begrüßte Ortsvorsitzender Johann Schilling eingangs die Mitglieder und zahlreichen Gäste, unter ihnen auch MdL Dr. Thomas Goppel und Landrat Thomas Karmasin. 

Der Ortsvorstand und der OB hatten vereinbart, keine Empfehlung für einen Kandidaten auszusprechen. Per Münzwurf war auch entschieden worden, welcher Kandidat als erster seine Bewerberrede hält. Auch hatte der Ortsverband eigens zwei Wahlkabinen aufgestellt, falls ein Mitglied befürchtete, dass man ihm beim „Kreuzerl machen“ am Tisch in die Karten schauen könnte. Beide Kandidaten seien in der Lage, die Stadt zu führen, meinte Dr. Goppel, der während der Stimmenauszählung die Zeit nutzte, um dem Ortsverband zu danken. Innerlich seien beide Kandidaten sehr aufgewühlt gewesen, das habe man ihnen angesehen, meinte der Staatsminister a. D. Er hätte sich gewünscht, dass beide ein wenig mehr gelächelt hätten. 

In Anlehnung an die Aussage, die OB Sepp Kellerer zuvor gemacht hatte, als er an die Aggressivität erinnerte, die vor 18 Jahren herrschte, als er gegen zwei weitere Kandidaten antrat, seien heute nicht Aggressionen unterwegs, sondern Wettbewerb, lobte Dr. Goppel die Geschlossenheit und Harmonie des Ortverbandes. Als „Herkulesaufgabe“ bezeichnete Andreas Lohde bei seiner Rede die Konversion des Fliegerhorstes. Er halte ein konzeptionelles Vorgehen mit Bürgerbeteiligung für unabdingbar. Als weiteren Schwerpunkt sehe er die Lösung der Verkehrsprobleme in der Stadt. Er gestand ein, dass diese bisher nicht gelungen sei und er hoffe dabei auf eine trag- und mehrheitsfähige Lösung. 

Auch die Verlegung der Stadtwerke an die Cerveteristraße halte er für richtig. Als „Salz in der Suppe der Gesellschaft“ bezeichnete Lohde das ehrenamtliche Engagement der Menschen. Er selbst engagiere sich seit über 24 Jahren ehrenamtlich. Der 46-jährtige Markus Droth, von Beruf Hauptgeschäftsführer beim Bund der Selbständigen Bayern und als Stadtrat Referent für Märkte und Feste der Kreisstadt, bezeichnete sich als Gestalter und Teamplayer. Bei der Gestaltung der Innenstadt müsse der beschrittene Weg konsequent weiter verfolgt werden. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf machen Bruck lebenswert. Man müsse mit Bedacht mit den Flächen umgehen.

 Die Nachnutzung des Fliegerhorstes sei eine große Herausforderung, aber auch eine große Chance für Bruck. Auch wenn im Vorfeld der Versammlung niemand mit so einem deutlichen Wahlergebnis gerechnet hatte, spätestens nach dem Beifall der beiden Bewerberreden war dem aufmerksamen Zuhörer klar, dass Lohde das Rennen machen würde. Ihm spendeten die 184 wahlberechtigten Mitglieder deutlich mehr Beifall. Lohdes erster Gratulant war seine Ehefrau, die ihren Ehemann mit einer herzlichen Umarmung belohnte. Der unterlegene Markus Droth erwies sich als fairer Verlierer, gratulierte und sicherte Lohde seine Unterstützung zu. Lohde dankte seinem Parteifreund für das faire Miteinander und meinte abschließend: „Ich habe zwar Schuhgröße 46, aber die Fußspuren, die OB Sepp Kellerer hinterlässt, sind doch sehr groß.“

Dieter Metzler  

Meistgelesen

Drei Jahre Baustelle
Drei Jahre Baustelle
Starkbierfest im Zeichen der Wahl
Starkbierfest im Zeichen der Wahl
Kandidatin zieht in den Wahlkampf
Kandidatin zieht in den Wahlkampf
Schüler präsentieren ihre Projekte
Schüler präsentieren ihre Projekte

Kommentare