Versorgung Schwerstkranker und Sterbender in der häuslichen Umgebung oder in der Pflege soll nachhaltig verbessert werden 

Ambulantes Palliativteam FFB nimmt Tätigkeit auf 

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Von links: Prof. Rolf Eissele, Ambulantes Palliativteam FFB, Helmut Leonhardt, Geschäftsführer und Landrat Thomas Karmasin

Fürstenfeldbruck – Seit 1. Juni 2013 hat ein Team der Spezialisierten Ambulanten Palliativ Versorgung (SAPV) im Landkreis Fürstenfeldbruck seine Tätigkeit aufgenommen. Träger des Teams ist die gemeinnützige „APT-FFB gGmbH“ in der sich AWO, BRK, Caritas, der Landkreis und das Klinikum Fürstenfeldbruck zusammengeschlossen haben.

Bei der Pressekonferenz am 14. Juni im Landratsamt FFB nahmen unter anderem Landrat Thomas Karmasin, der Geschäftsführer des Ambulanten Palliativteams FFB Helmut Leonhardt und die Gesellschafter Prof. Rolf Eissele, Dr. Karlheinz von Jan und Dagmar Schroeder teil. Ziel der Spezialisierten Ambulanten Palliativ Versorgung ist es, dass die Versorgung Schwerstkranker und Sterbender in ihrer häuslichen Umgebung oder in einer Pflegeeinrichtung nachhaltig verbessert wird. In der Gesundheitsreform 2007 hat der Gesetzgeber die Einzelheiten festgeschrieben (§§ 37b, 132d SGB V).

 „Etwa zwei Drittel der Patienten wollen ihre letzte Lebensphase zu Hause verbringen“, erzählt Prof. Rolf Eissele. „Dem will man durch das Ambulante Palliativteam Rechnung tragen“. Insgesamt werden in Bayern flächendeckend 50 SAPV Teams benötigt, 21 arbeiten bisher. Die Kosten übernimmt die Krankenkasse, wenn eine schwere, weit fortgeschrittene Erkrankung mit hohem Versorgungsaufwand vorliegt und der Hausarzt bzw. der behandelnde Klinikarzt die SAPV mit Formular Muster 63 verordnet. Bei Genehmigung, kommen auf den Patienten keine weiteren Kosten dazu. In der Fachsprache wird die Hospizarbeit und die Versorgung unheilbar Kranker „Palliativ Care“ genannt. 

Bei Palliativ geht es ausschließlich um Linderung, wenn eine Heilung nicht mehr möglich ist. Es bezeichnet eine eigenständige Fachrichtung im Schnittpunkt von Medizin, Pflege, spiritueller Zuwendung und psychosozialer Hilfestellung. Hierunter fallen sowohl die Allgemeine Ambulante Palliativ Versorgung (AAPV) als auch die SAPV. Die ergänzend zu den AAPV erbrachten Leistungen der SAPV werden von erfahrenen Palliativmedizinern und Palliativpflegekräften erbracht, eng vernetzt mit den Hausärzten, Pflegediensten, Hospizdiensten, Physiotherapeuten und Seelsorgern. Dr. Karlheinz von Jan, ärztlicher Leiter des Ambulanten Palliativteams, bezieht sich auf das Motto „Wenn nichts mehr helfen will, dann gibt es viel zu tun“ und sagt, dass keine Konkurrenzsituation zwischen Hausärzten und Palliativärzten entstehen würde sondern eine enge Zusammenarbeit stattfinde. Im Focus der Tätigkeit von SAPV steht die Selbstbestimmung des Patienten neben adäquater Symptomlinderung. 

„Der Wille des Sterbenden ist unsere Maxime“, so Dr. Karlheinz von Jan.

 Infos unter: www.apt-ffb.de Telefon: 08141/ 994422 (Mo-Fr 9 bis 14 Uhr)

Nicole Burk 

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