Von Papua-Neuguinea nach Grafrath - Pfarrer Walon Kumer aus dem Pazifik-Inselstaat wurde feierlich im Landkreis eingeführt

Pfr. Walon Kumer vor seiner Einsegnung in Grafrath.

Unter großer Anteilnahme der evang.luth. Gemeinde Grafrath und des Dekanats Fürstenfeldbruck erfolgte jetzt die Amtseinführung von Pfr. Kumer, 44, in der Michaelkirche. Künftig wird sich der Geistliche, der seinen Wohnsitz in Geltendorf nahm und vier Jahre in Bayern bleibt, seinen Arbeitseinsatz aufteilen.

Je zur Hälfte für die seelsorgerische Betreuung der Gemeinde in Grafrath und die Mission EineWelt mit einer aktiven Part-nerschaftsarbeit. Die 14.000 Km Entfernung von seiner Heimat auf der Insel Karkar in der Provinz Madang an der Nordküste Papua-Neuguineas ist riesig. Dennoch: Deutschland und Neuguinea - der drittgrößte Inselstaat dieser Erde - waren zwischen 1885 und 1914 kolonial engverbunden. Heute ist der politisch selbständige Inselteil Papua-Neuguinea (5,9 Mio Einwohner) zu etwa 90% christlich missioniert, 68% Protestanten (davon 1 Mio. Lutheraner und evang. Freikirchen). Papua-Neuguinea umfasst rund 6000 evang.luth. Gemeinden mit ca. 860 Pfarrern (keine Frauenordination) und rund 1000 Evangelisten. Der eindrucksvolle, fast 2stündige Einführungsgottesdienst in Grafrath in Anwesenheit von Bischof Giegere Wenge aus Papua-Neuguinea zeigte die Aufgeschlossenheit und offene Sympathie für den neuen Geistlichen, was auch seine Familie mit Ehefrau Lucy, einer gelernten Krankenschwester, und die Söhne Bernard (7) und Brendan (10) einschloß. Pfr. Kumer kam 1993-98 zur theologischen Ausbildung in Lae, wurde Pfarrer an einer intern. Schule. Für den luth. Entwicklungsdienst in Madang, den er ab 2006 leitete, war er als Streetworker für Alkohol- und Drogenabhängige ebenso unterwegs wie im Gesundheitswesen für den Bereich HIV/Aids. Die Kirche, aus der Pfr. Kumer kommt, ist die älteste Partnerkirche der bayer. evang. Landeskirche. Vor der neuen Aufgabe in Grafrath absolvierte die Familie Kumer in der Vorbereitungszeit bereits ein Jahr lang einen Deutschkurs im westfälischen Bochum. Die jetzige Gemeindeeinführung wurde vom Brucker Dekan Stephan Reimers und Dr. Traugott Fahnbacher von der Neuendettelsauer Mission EineWelt vollzogen. Die Gemeinde sprach Pfr. Walon Kumer ein kraftvolles Vertrauen aus: Ein „Ja, mit Gottes Hilfe!“ Dekan Reimers fügte an „Wir sind nicht mehr Gäste und Fremdlinge.Wir führen Dich ein in Dein Amt, mit Gottes Segen. Herzlich willkommen!“ Die Urkunde zur Amtsübergabe verlas Pfarrerin Angela Smart. Sonstige Bibellesungen erfolgten von Bischof Wenge (aus Lukas 10) in Englisch und Hildegard Münstermann (aus dem Kolosserbrief) vom Arbeitskreis der Mission. Die Tageslesung aus Lukas 15 übernahm Iris Göhr, Kirchenvorstand in der Michaelkirche. Im Mittelpunkt stand die Einsegnung mit Handauflegung durch Dekan Reimers, Pfr. Jens Porep (Mission EineWelt) und Giegere Wenge, der seit 2010 leitender Bischof in der evang.luth. Kirche von Papua-Neuguinea ist. Der Männerchor der Michaelkirche und der Volksgesang rahmten die Wortbeiträge abgewogen ein. Pfarrer Walon Kumer dankte für alles, was auf ihn und seine Familie in Deutschland bereits zukam: „Früher kamen immer nur die Missionare aus dem Norden zu uns. Jetzt geht der Austausch auch in die andere Richtung. Wir wollen und können nun etwas zurückgeben.“ Er schätzt auch typisch Bayerisches wie Freude und Feiern. Über die von ihm jetzt angetretenen Aufgaben hinaus beschäftigt die Mission EineWelt im Freistaat weitere ökumenische Mitarbeiter in Kitzingen, Kaufbeuren, Regensburg, Schwandorf und Schweinfurt.

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