Projekt für Familien wird von der Stiftung der Sparkasse FFB  und Aktion Mensch unterstützt 

Schauspielerin Monika Baumgartner macht Familienpatenschaften populär

+
Dipl.-Psychologin Susanne Frauwallner, Landrat Thomas Karmasin, Projektleiterin Netzwerk Familienpaten Bayern Martina Böhm-Brandt, Familienpatin Doris Kantowski, Schauspielerin Monika Baumgartner, Sparkassenchef Klaus Knörr, KoKi-LRA Ulrike Kornacher, Kreisvorsitzender Kinderschutzbund Jens Tönjes, stellv. Leiterin Jugendamt u. Familie LRA Gerda Kistler.

Fürstenfeldbruck - Wenn Vater und Mutter alles über den Kopf wächst, kann es hilfreich sein, jemanden an der Seite zu haben. Familienpaten können für Eltern eine Unterstützung und Erleichterung sein. In Fürstenfeldbruck wurde jetzt das Modellprojekt "Familienpatenschaften im Landkreis FFB" präsentiert. 

Jens Tönjes, der Vorsitzende des Kreisverbandes des Deutschen Kinderschutzbundes Fürstenfeldbruck, stellte  am 29. Januar das Modellprojekt „Familienpatenschaften im Landkreis FFB“ vor. Das Projekt, das zeitlich unbefristet ist, ist finanziell auf drei Jahre angelegt und wird mit 5.000 Euro von der Stiftung der Brucker Sparkasse und mit 50.000 Euro von der Stiftung Aktion Mensch unterstützt. Die Gröbenzeller Schauspielerin Monika Baumgartner, die sich als Botschafterin zur Verfügung stellt, zeigte sich begeistert von dem Projekt. Nicht nur dass die Familienpaten ehrenamtlich tätig sind, sondern dass die hilfesuchenden Familien auch eine Anlaufstelle haben, die kein Amt ist, hält sie für wichtig. Das baue Hemmnisse ab und ermögliche eine leichtere Zugänglichkeit. 

Auch Landrat Thomas Karmasin begrüßte das Projekt, das „wunderbar“ zum Leitbild des Landkreises passe. Er halte die Hilfe für unschätzbar, zumal der Bedarf vom Staat finanziell fast nicht zu decken sei. Mit der Spende wolle man einen Anschub geben, begründete der Vorsitzende des Stiftungsvorstandes, Sparkassendirektor Klaus Knörr, die Unterstützung des Projektes. Die stellvertretende Leiterin des Jugendamtes im Landratsamt, Gerda Kistler, steht dem Projekt positiv gegenüber. Es sei zeitnah, unbürokratisch und entlastend sowie eine Hilfe zur Selbsthilfe. Ulrike Kornacher von der Koordinierenden Kinderschutzstelle im Landratsamt hält das landkreisweite Angebot für wichtig und es sieht es keinesfalls als Konkurrenz. Quasi jeder Mensch ab 18 Jahren kann sich als Familienpate melden und schulen lassen. 

Das Projekt eignet sich auch für Menschen mit Migrationshintergrund. So könnte ein gemeinsamer Migrationshintergrund von Paten und Familie den Zugang zu Familien erleichtern, die sich wegen sprachlicher oder kultureller Barrieren sonst nicht angesprochen fühlen. Staatliche Hilfen erreichen häufig die betroffenen Familien erst dann, wenn Auffälligkeiten bekannt geworden sind. Das niederschwellige Angebot der Familienpaten könnte dazu beitragen, dass bei solchen Auffälligkeiten schon früher geholfen werden kann. Martina Böhm-Brandt, die Projektleiterin „Netzwerk Familienpaten Bayern“ und Fachbereichsleiterin im Landesverband Bayern des Deutschen Kinderschutzbundes, definierte den Familienpaten so: „Kompetente Laien, die primär präventiv sind und wissen, wo ihre Grenzen erreicht sind.“ 

 Aktuell stehen 17 Familienpaten bereit. Über 20 Anfragen liegen vor, für elf Familien mit insgesamt 25 Kindern wurden Familienpaten gefunden. Während der Projektlaufzeit können ca. 30 – 40 Ehrenamtliche ausgebildet werden, die pro Jahr bis zu 40 Familien erreichen. „Neben dem ganz normalen Wahnsinn des Alltags gibt es auch noch sinnstiftende Aufgaben“, meinte Böhm-Brandt, dass ein Familienpate auch für sich selbst sehr viel „mitnehmen“ würde.

Dieter Metzler 

 

Meistgelesen

Menschenkette gegen Fremdenhass
Menschenkette gegen Fremdenhass
Schüler präsentieren ihre Projekte
Schüler präsentieren ihre Projekte
Starkbierfest im Zeichen der Wahl
Starkbierfest im Zeichen der Wahl
Naturjuwele fusionieren
Naturjuwele fusionieren

Kommentare