Seltene Feier im Evang. Pflegezentrum Eichenau im Kreise der großen Familie und Bürgermeister Jung

Rat  von Paul Stockenberg (100 Jahre): "Immer positiv denken, nicht rauchen, mäßig Alkohol, viel Bewegung"

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Paul Stockenberg im Kreis der Gratulanten (links) Bürgermeister Hubert Jung und stellvertretender Landrat Dr. Peter Braun, (rechts) Tochter Gisela Rinschede und Enkelin Eva Neubecker

Eichenau – Als er geboren wurde, hatte Deutschland noch einen Kaiser. Und als die Hochinflation das Land erschütterte, war er neun. Am Samstag, 12. Oktober, feierte Paul Stockenberg im Evangelischen Pflegezentrum in der Bahnhofstraße 119 in Eichenau seinen 100. Geburtstag. Am Tag des Jubiläums kamen Tochter Gisela Rinschede aus Regensburg und Enkelin Eva Neubecker aus Grafrath sowie sechs Urenkel, die ihrem Uropa ein Geburtstags-Ständchen sangen, um dem rüstigen Pensionär zu gratulieren.

 Zwei Tage später, am 14. Oktober besuchte der stellvertretende Brucker Landrat Dr. Peter Braun und Eichenaus Bürgermeister Hubert Jung den Jubilar und wünschten ihm im Namen des Landkreises und der Gemeinde weiterhin beste Gesundheit. Und die Kinder vom benachbarten „Sterntaler-Kindergarten“ sangen das Lied „Wie schön, dass Du geboren bist“ von Rolf Zuckowski. Gern verriet der frühere Leiter des Liegenschaftsamtes in Castrop-Rauxel das Geheimnis seines hohen Alters: „Immer positiv denken, nicht rauchen, mäßig Alkohol trinken und vor allem viel Bewegung.“

 Wenn es inzwischen auch mit der Bewegung nicht mehr so klappt, so fühlt sich der Jubilar in seiner gemütlichen Wohnung mit Balkon im Pflegezentrum recht wohl. Vor fünf Jahren zog Paul Stockenberg mit seiner Ehefrau Elfriede in Eichenau ein. Vor drei Jahren ist Elfriede nach über 60 Jahren gemeinsamer Ehe verstorben. Nach Bayern kam Stockenberg mit seiner Elfriede vor 30 Jahren der Berge wegen. In München-Solln fanden sie eine Wohnung und von dort aus brachen die beiden zu unzähligen Wanderungen ins Voralpenland auf und genossen die herrliche Landschaft. Dazu zählte im Sommer stets auch montags eine Fahrt mit dem Schiff auf dem Starnberger See. Im Wanderclub, Tanzclub und Kartenclub verbrachten sie viele Stunden ihres Lebensabends. 

Jetzt genießt Paul Stockenberg den Ausblick von seinem Balkon. Geboren ist Paul Stockenberg in dem thüringischen Städtchen Apolda. Schon in der Kindheit hat er sich sportlich im Turnverein dem Turnen und der Leichtathletik zugewandt. Im Ersten Weltkrieg zog die Familie nach Schwerin und flüchtete im Laufe des Krieges nach Dortmund. Nach Ende des Krieges kehrte Stockenberg wieder in seine Heimat nach Thüringen zurück und machte das Abitur. 

Als Landvermessungsbeamter arbeitete er in Thüringen und in Schwerin. Im Zweiten Weltkrieg kämpfte Stockenberg als Offizier der Wehrmacht an der Ostfront, nahm an den Kämpfen um Moskau teil, und hatte Glück, dass er nicht in russische Gefangenschaft geriet. Als er aus dem Krieg zurückkam, hielt er es in der DDR nicht mehr lange aus. Wie er in den Westen flüchtete, daran kann er sich nicht mehr erinnern, nur noch daran, dass ihm auf einem Lastwagen die Flucht in den Westen gelang. 

 Dieter Metzler

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