Paul Buck, 72-jähriger pensionierter Stabsfeldwebel immer ehrenamtlich täglich

Ständiger Begleiter: Verbandskasten

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Paul Buck 

Fürstenfeldbruck – „Ehre, wem Ehre gebührt“ – kann man da nur anerkennend den Hut ziehen vor dem ehrenamtlichen Engagement des 72-jährigen Paul Buck aus Fürstenfeldbruck. Auf stolze 52 Jahre unermüdliches Engagement blickt der pensionierte Stabsfeldwebel zurück, zunächst Jahrzehnte bei den Maltesern, anschließend bei der Johanniter-Unfallhilfe.

In der Gemeinschaft etwas bewegen, anderen Menschen zu helfen, das war seine Mission, als Paul Buck als 19-jähriger Bursche in Stuttgart nach einem Erste-Hilfe-Kurs gleich noch einen Sanitätskurs dranhängte. „Das hat mir gefallen“, erzählte Buck. Er schloss sich den Maltesern in Stuttgart an und nahm sogleich Kontakt mit der katholischen Hilfsorganisation in Gröbenzell auf, als er durch die Bundeswehr 1977 ans Flugmedizinische Institut der Luftwaffe nach Fursty versetzt wurde.

Sein beruflicher Werdegang kam dem Berufssoldaten bei seiner ehrenamtlichen Tätigkeit sehr entgegen. Als ausgebildeter Krankenpfleger und eingesetzter Ausbilder im medizinischen Bereich konnte Buck sein fachliches Wissen bestens einbringen, wenn er an unzähligen Samstagen Erste-Hilfe-Kurse z. B. für Führerscheinbewerber abhielt, als Sanitäter bei Sport- und gesellschaftlichen Großveranstaltungen oder in der Betreuung von Behinderten im Einsatz war.

Bei einem Intermezzo bei den Maltesern in Kaufering/St. Ottilien gewann Buck ganz neue Einblicke in die Strukturen, als er beim Aufbau der dortigen Ortsgruppen mithalf. Nach seiner Pensionierung vor 20 Jahren kehrte der Brucker wieder zu den Maltesern nach Gröbenzell zurück und verbrachte noch einige abwechslungsreiche Jahre im Ausbildungsreferat, führte Behindertentouren sowie Rückholdienste durch, kam bei Hochwassereinsätzen und Katastrophenhilfe zum Einsatz.

In 50 Jahren habe sich viel geändert und verbessert, erinnert sich Buck zurück. Die Strukturen haben sich verändert. Früher sei alles von Ehrenamtlichen geführt worden. Doch wie ein gut geführter Verein, so wurden auch die Hilfsorganisationen immer größer. Das Aufgabenspektrum habe sich erheblich vergrößert, alles sei professioneller geworden. Neben der anfänglichen Erste-Hilfe Unterstützung und dem Rettungsdienst gesellte sich soziales Engagement wie beispielsweise die Behindertenbetreuung, Essen auf Rädern, das man aber wieder aufgegeben habe, oder der Hausnotruf und die Krisenintervention dazu. Die psychische und physische Belastung sei angewachsen, weil sich das Einsatzaufkommen deutlich erhöht habe im Vergleich zu 1978, erinnert sich Buck seine Anfangsjahre.

Der Rettungsdienst habe aber trotz der besonderen Herausforderung auch sehr viele schöne Seiten, „weil man Menschen helfen kann und dafür ab und zu ein Dankeschön bekommt“ und er enthalte auch „ein bisschen Abenteuer“, erinnert sich Buck an eine Rückholaktion. Mit dem ADAC-Hubschrauber flog er nach Pula (Kroatien) um ein Wohnmobil mit einer Frau nach Hamburg zurückzubringen, nachdem deren Ehemann sich schwer verletzt hatte. Es versteht sich von selbst, dass Buck mehrfach für sein jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement geehrt wurde. Schon 1987 erhielt er die Malteser-Plakette in Gold. Als Höhepunkte bezeichnete Buck die Ehrung während eines Gottesdienstes in Allershausen, als ihm für 50 Jahre ehrenamtliches Engagement unter dem „achtspitzigen Kreuz“ eine wertvolle Armbanduhr überreicht wurde. Aus Altersgründen beendete Paul Buck im März 2015 seine Aktivitäten.

Dieter Metzler

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