Personalengpass bei der Brucker Freiwilligen Feuerwehr im 150. Jubiläumsjahr – Früher 18 Mann in Bereitschaft, heute nur noch einer

Die Freiwillige Feuerwehr in Fürstenfeldbruck leidet unter einem akuten Personalmangel. Foto: Dieter Metzler

Wenn es brennt, ist sie da: die Feuerwehr! Doch die Brucker Freiwillige Feuerwehr hat große Probleme. Es mangelt an Personal. Vor allem tagsüber ist es um die Einsatzbereitschaft der Brucker Feuerwehr schlecht bestellt. Am Tage stehen nur noch sechs bis acht Einsatzkräfte zur Verfügung, weil fast alle berufstätigen Männer auswärts arbeiten und daher nicht vor Ort sind, wenn es brennen würde. „Das war früher einmal anders“, erklärt Stadtrat und Feuerwehrreferent Andreas Lohde (CSU). „Vor Jahren standen 18 Männer zur Verfügung, die in der Stadtverwaltung bzw. den Stadtwerken ihrer Arbeit nachgingen. Momentan ist es nur einer.“

Um die Einsatzbereitschaft in der Zeit von sechs Uhr bis 17 Uhr sicherzustellen, wären für eine Feuerwehr in der Kreisstadt aber mindestens 15 bis 20 Einsatzkräfte nötig. „Für eine Feuerwehr in unserer Größenordnung ist die Situation mehr als kritisch“, stellte auch der Brucker Kommandant Christian Leis unlängst im Hauptausschuss die bedrohliche Lage den Brucker Stadträten dar. Der Hilfeschrei scheint im Stadtrat angekommen zu sein, denn Oberbürgermeister Sepp Kellerer versprach Unterstützung. So sollen die im Bauhof beschäftigten Mitarbeiter, die bei Feuerwehren in ihren Heimatorten aktiv sind, der Brucker Feuerwehr zumindest tagsüber während der Arbeitszeit im Bedarfsfall zur Verfügung stehen. Das sind derzeit sechs Bauhofmitarbeiter. „Damit wäre uns zumindest vorübergehend geholfen“, meinte Leis. Derzeit könne die Brucker Feuerwehr ihre Aufgaben nur erfüllen, weil die Feuerwehren aus den Stadtteilen Aich und Puch aushelfen, informierte Leis. Aber die verfügen auch nur über wenig Personal. So sollen bei zukünftigen Stellenausschreibungen der Stadtverwaltung bereits ausgebildete Feuerwehrmänner und -frauen bei gleicher Eignung bei Einstellungen bevorzugt werden. Eine Unterstützung durch die Feuerwehr des Brucker Fliegerhorstes sei ausgeschlossen, berichtete Lohde. Die Stärke wurde auf sechs Einsatzkräfte zurückgefahren und diese dürften den Fliegerhorst nicht verlassen. Wenn das Areal des Fliegerhorstes nach Abzug der Bundeswehr auch noch durch die Brucker Feuerwehr abgedeckt werden müsse, dann würde sich die Lage noch weiter verschärfen, teilte Lohde mit. OB Kellerer versprach, mit den Verantwortlichen im Fliegerhorst Gespräche zu führen, um ggf. das Potential doch nutzen zu können. Nachwuchssorgen habe die Brucker Feuerwehr keine, schilderte Lohde. Doch den Nachwuchs zu halten, sei das große Problem. Sobald die jungen Männer und Frauen mit dem Studium beginnen oder ins Berufsleben einsteigen, haben sie keine Zeit mehr. Auch die Aussetzung der Wehrpflicht und damit der verbundene Wegfall der Ersatzdienstleistenden machen sich spürbar bemerkbar. Die Feuerwehr braucht keine Superhelden, sondern verlässliche, motivierte Menschen, die anderen gerne helfen. Man muss mindestens zwölf Jahre alt sein (aktiver Einsatz ab 18 Jahren), in der Kreisstadt wohnen, bereit sein, an Ausbildungsveranstaltungen und Einsätzen teilzunehmen und 24 Stunden/ 365 Tage im Jahr bereit zum Einsatz sein und Mittwochabend sowie Samstagnachmittag Zeit für Ausbildungen und geselliges Zusammensein haben (Jugendgruppe¨ Freitag von 17 Uhr bis 19.30 Uhr). Nähere Informationen unter www.feuerwehr-ffb.de.

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