Zu Besuch beim DLR

Astro-Alex im Gespräch mit dem Wirtschaftsminister

1 von 11
2 von 11
3 von 11
4 von 11
5 von 11
6 von 11
7 von 11
8 von 11

Von vielen ist es der große Traum: Einmal ins Weltall und schwerelos sein, die Erde von oben betrachten. Einer hat ihn sich erfüllt, der Deutsche Alexander Gerst ist bereits zum zweiten Mal im Weltraum und das sogar in der Funktion des Kommandanten. Eine große Ehre und auch Verantwortung für ihn und das nicht nur als Europäer, sondern als erster Deutscher. Bis Dezember wird seine Langzeitmission noch andauern, nichtsdestotrotz lässt er sich aber nicht davon abhalten zwischendurch „nach Hause zu telefonieren“. Am Montag, 20. August, war es soweit. Neben dem Besuch von Bundesminister für Wirtschaft und Energie Peter Altmaier, der einen Standortrundgang machte und sich über den neuesten Stand der Technik informierte, stand ein weiterer Höhepunkt für das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ins Haus: Ein Gespräch mit Astro-Alex live von der Internationalen Raumstation ISS.

Oberpfaffenhofen - Bundeswirtschaftsminister Altmaier zeigte sich beeindruckt von den DLR-Instituten am Standort Oberpfaffenhofen. Vom autonomen Fahren über eine Operationskonsole für Chirurgen hin zu Robotern, die Hände schütteln können, begutachtete er alles.„Mit dem DLR hat Deutschland eine Forschungseinrichtung auf internationalem Spitzenniveau. Was hier zu sehen ist, ist absolute Hochtechnologie, die für den Innovations- und Wirtschaftsstandort Deutschland richtungsweisend ist. Und gleichzeitig trägt die Raumfahrtforschung direkt dazu bei, das Leben auf der Erde zu verbessern – von Medizinanwendungen bis zur Katastrophenhilfe“, sagt er. 

Roboter unsere Zukunft?

Das beste Beispiel dafür ist eine Technologie, die ursprünglich für Astronauten entwickelte wurde, heute aber in der Chirurgie eingesetzt werden soll und aus der Medizinrobotik stammt. Die sogenannte „Surgeon Console“ soll als effizientes Chirurgen-Trainingsmodul dienen – eine Markteinführung sei für 2019 geplant. Damit soll die Forschung auch auf der Erde Anklang finden und eine vielseitige Anwendbarkeit aufzeigen. „Neben der minimalinvasiven Chirurgie könnte das auch für mittelständische Unternehmen interessant sein“, so Julian Klodmann, Mitarbeiter im Institut für Robotik und Mechatronik. Beeindruckt ist Altmaier auch vom Roboter, der wie der Marsroboter von den Astronauten gesteuert werden kann. „Der Roboter spürt den Kontakt, damit ist das Verletzungsrisiko gering“, erklärt Alin Albu-Schäffer, Institutsdirektor des Instituts für Robotik und Mechatronik und fordert Altmaier auf den Roboter zu in seiner Bewegung zu stoppen. Pläne den Roboter in der Pflege einzusetzen sehe der Minister jedoch kritisch. Nach einem kurzen Händedruck mit dem Roboter besichtigte die Delegation das Earth Observation Center (EOC), dem führenden Kompetenzzentrum für Erdbeobachtung in Deutschland. Bundesminister Altmaier informierte sich über die umfassenden wissenschaftlichen und technischen Kapazitäten des DLR im Bereich Umwelt- und Klimaforschung. „Etwa 4.600 Satelliten umkreisen die Erde, 1.740 sind aktiv und 660 davon sind Erdbeobachtungssatelliten“, erzählt der Leiter des Deutschen Fernerkundungsdatenzentrums Stefan Dech dem Bundeswirtschaftsminister.

Inflight-Call mit Astro-Alex 

„I am ready“, kommt es um 11.50 Uhr aus den Lautsprechern oberhalb des Columbus-Kontrollzentrums im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt am Standort in Oberpfaffenhofen. Der krönende Abschluss: Alexander Gerst spricht live aus dem Weltraum mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier darüber, was die Politik für die Forschung tun kann und wie junge Menschen von der Faszination Weltall und der Wissenschaft im Allgemeinen begeistert werden können. Die Jugend liegt den beiden bei diesem Gespräch besonders am Herzen. „Eine Live-Schaltung mit jungen Menschen, wo Sie über ihre tollen Erfahrungen reden können, das wäre doch etwas“, schlägt Altmaier vor. „Das ist eine tolle Idee, jungen Menschen, vor allem auch Mädchen, die unterschiedlichen Möglichkeiten im Weltall aufzuzeigen. Wenn die Jugend sieht wie ich das kann, dann können sie das auch“, erklärt Gerst. 

"Wir müssen wieder mutiger werden"

Im weiteren Gespräch möchte Altmaier, den Gerst bereits aus einem vorherigen persönlichen Treffen kennt, wissen, was die Politik in Deutschland tun kann, um die Raumfahrt weiter zu unterstützen. Gerst antwortet, dass realisiert werden müsse, dass auch die Internationale Raumstation unterstützt werden müsse, genau wie neue Projekte nicht vernachlässigt werden dürfen. Das habe er von seinen jetzigen Astronauten-Kollegen gelernt. Große Ereignisse wie die Landung auf dem Mond, so etwas fehle seiner Generation. Seiner Meinung nach, müsse man wieder mutiger werden, immerhin sei man es sich selbst schuldig, diese Welt zu untersuchen. Zum Schluss möchte der Bundeswirtschaftsminister noch wissen, welche persönliche Botschaft Astro-Alex an die Welt habe. Zum einen bedankte er sich da an die Unterstützung des Bodenpersonals im Kontrollzentrum und schätzt seine Aufgabe und die Verantwortung über die Menschen an Bord und das Vehikel selbst sehr. „Das ist wichtig für Deutschland als Technologienation. Ich bin stolz auf die Leute, die diesen Weitblick hatten“, sagt er abschließend. Auch Altmaier schließt mit einem Fazit den Vormittag beim DLR: „Wir wollen mit europäischen Partnern neue Strategien entwickeln. Die Erforschung ist das Eine, jetzt müssen die Dinge aber auch auf die Straße gebracht werden.“ 

Claudia Becker

Auch interessant

Meistgelesen

WIESER zum Thema Spüle
WIESER zum Thema Spüle
Weiße Nacht der langen Tafel in Maisach feiert Premiere
Weiße Nacht der langen Tafel in Maisach feiert Premiere
Starthilfe in ein selbstbestimmtes Leben
Starthilfe in ein selbstbestimmtes Leben
Kinder werden auf dem Volksfestpatz zu Zirkus-Artisten
Kinder werden auf dem Volksfestpatz zu Zirkus-Artisten

Kommentare