Nachruf

Abschied von Albert Bauernfeind

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Albert Bauernfeind ist nach langer, schwerer Krankheit verstorben.

Pfarrer Albert Bauernfeind, der bis Ende 2017 Leiter des Pfarrverbands Fürstenfeld war, ist am 26. Juni nach langer schwerer Krankheit gestorben. Der Lebensweg des 1953 geborenen Oberpfälzers verlief nie besonders geradlinig.

Erst nach einer Lehre zum Großhandelskaufmann ging er aufs Gymnasium und machte im Alter von 25 Jahren das Abitur. Nach dem dritten Semester Theologiestudium an der Uni Regensburg verließ er das Priesterseminar und zog als freier Theologiestudent in eine spirituelle Wohngemeinschaft in Regensburg. 1983 wechselte der Dreißigjährige in die Erzdiözese München-Freising und wurde dort 1985 zum Priester geweiht. Nach zwei Kaplanstellen in Gilching und München wurde er 1990 Jugendpfarrer für die Stadt und die Region München. Wegen seiner öffentlich geäußerten, zur kirchlichen Dogmatik im Widerspruch stehenden kritischen Einstellung zur Sexualmoral enthob ihn Kardinal Wetter seines Amtes. 1996 wurde er Pfarrer in Eichenau und Alling. 

Mit viel Elan und Herzblut

Erst als 2007 die Erzdiözese München-Freising mit Reinhard Marx einen neuen Erzbischof erhielt, der den fortschrittlichen Einstellungen Albert Bauernfeinds offener gegenüberstand, war für den manchmal aufmüpfigen Priester der Weg zu hö- heren Ämter offen: 2008 wurde Bauernfeind zum Dekan des Dekanats Fürstenfeldbruck gewählt. 2010 erteilte ihm Kardinal Marx den Auftrag, den Pfarrverband Fürstenfeld mit den Pfarreien in Fürstenfeldbruck, Emmering und Biburg aufzubauen. Da war er der richtige Mann zur richtigen Zeit am richtigen Platz. Er widmete sich dieser Aufgabe in den folgenden Jahren mit viel Elan und Herzblut, bis er zum Jahresende 2017 aus gesundheitlichen Gründen den Erzbischof um Entbindung von seinen Ämtern als Pfarrverbandsleiter und Dekan bitten musste. Ein großes Anliegen war Bauernfeind die Ökumene mit den anderen christlichen Gemeinden; er war einer der Initiatoren des regionalen Ökumenischen Kirchentags Fürstenfeldbruck im Juni 2015, zu dem außer rund 5.000 Besuchern auch die höchsten Repräsentanten der christlichen Kirchen und Glaubensgemeinschaften in Deutschland kamen. 

Gläubige verabschiedeten sich in Klosterkirche

Als begeisterter und charismatischer Seelsorger ging es Bauernfeind in erster Linie immer um den Menschen, den Mitmenschen, der für ihn im Mittelpunkt stand. Dafür war er auch bereit, kirchliche Vorschriften, die ihm unsinnig oder überholt erschienen, zu umgehen. So war er kirchlichen wie staatlichen Stellen gegenüber mitunter ein widerspenstiger Gesprächspartner, wenn sich Vorschriften oder Gesetze unmenschlich auswirkten. Am 3. Juli verabschiedeten sich die Mitglieder des Pfarrverbands, aber auch Gläubige aus nah und fern, viele Seelsorger, Weggefährten Bauernfeinds, die evangelischen Seelsorger der Stadt und zwei Bischöfe von dem Seelsorger bei einem Requiem in der überfüllten Klosterkirche Fürstenfeld. 

Deschauer

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