"Pfarrverband-Glonnauer-Land" – Mit einem Festgottesdienst feiern die beiden kath. Pfarrverbände im nordwestlichen Landkreis und Dekanatsbereich FFB 

Pfarrverband aus der Taufe gehoben 

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Pfarrer Josef Heiß hält die Kerze des neuen Pfarrverbandes mit den sechs Pfarreien in den Händen. (v. li.): Pfarrverbandsratsvorsitzende Michaela Spring, Pater Antoo Akkarapattiekkal, Gemeindereferentin Marion Fritsch und Katja Menke vom Arbeitskreis.

Aufkirchen – Mit einem Festgottesdienst feiern die beiden katholischen Pfarrverbände im nordwestlichen Landkreis und Dekanatsbereich Fürstenfeldbruck, Aufkirchen/Egenhofen und Günzlhofen/Hattenhofen, am 20. September unter dem Namen „Pfarrverband-Glonnauer-Land“ die Gründung eines neuen Pfarrverbandes. Zelebriert wird der Gottesdienst von Weihbischof Dr. Bernhard Haßlberger unter freiem Himmel im Klostergarten Spielberg.

 „Irgendwann hängt der Apfel reif am Baum.“ Mit diesen Worten bezeichnete Pfarrer Josef Heiß die Zeit der zweijährigen Vorbereitungsphase zu der Fusion bei einem Pressegespräch am 2. September im Pfarrheim von Aufkirchen. Der katholische Seelsorger, der den Pfarrverband Aufkirchen/Egenhofen seit 2008 leitet und seit 2013 zusätzlich für den Pfarrverband Günzlhofen/Hattenhofen zuständig ist, als Pater Anthony Nnamah nach siebenjähriger Tätigkeit als Seelsorger in den beiden Orten eine neue Aufgabe in Egling (Landkreis Wolfratshausen-Bad Tölz) übernahm, ist als Pfarrverbandsleiter für nunmehr insgesamt 4242 Pfarrangehörige zuständig. 

Der neue Pfarrverband-Glonnauer-Land umfasst die Pfarreien Aufkirchen mit Unterschweinbach (1190 Katholiken), Egenhofen (594), Oberweikertshofen (183), Wenigmünchen (193), Günzlhofen (1167) und Hattenhofen (915). Zu den sechs Pfarreien zählen sieben Gottesdienstorte. Das Problem stellen aber nicht die Anzahl der Pfarrangehörigen dar, sondern vielmehr die räumliche Ausdehnung des neuen Pfarrverbandes, der sich von Wenigmünchen bis Hattenhofen erstreckt. „Man sitzt sehr viel im Auto“, meinte Heiß dazu. Für die Gläubigen ändere sich dagegen nicht viel, versicherte Heiß. Das Angebot werde sich durch die Zusammenlegung nicht verringern. So werden an jedem Wochenende jeweils im Wechsel an den sieben Standorten vier Gottesdienste abgehalten. Auch auf die Gottesdienste am Werktag müssen die Gläubigen nicht verzichten. Aber es werde von den Gottesdienstbesuchern wohl eine hohe Mobilität verlangt.

 „Die Leute stimmen halt mit den Füßen ab“, meinte Heiß dazu und rechnet mit weniger Kirchenbesuchern, vor allem an den Gottesdiensten am Werktag. Ein weiteres Problem sieht Heiß darin, dass viele Menschen einen Gottesdienst in der Nachbargemeinde meiden. „Bei manchen ist das Bewusstsein, ich gehe nur in meine Kirche,  noch stark vorhanden“, erklärte Heiß. Es werde wohl noch eine Generation dauern, bis sich die Menschen von dieser Gedenkweise verabschiedet haben. 

Unterstützt wird Pfarrer Heiß bei der Erledigung seiner seelsorgerischen Tätigkeit vom indischen Pater Antoo Akkarapattiekkal. Bedauert wurde von Pfarrer Heiß, dass sich der Kontakt zu den Menschen im Pfarrverband aufgrund der neuen Größe reduzieren wird. So seien Gespräche nach dem Gottesdienst kaum noch möglich, höchstens an dem Ort, wo man selber noch wohne. Ansonsten beschränke sich ein persönliches Gespräch mehr oder weniger nur noch zu Tauf-, Hochzeits-, oder Traueranlässen sowie zu Kommunion- oder Firmvorbereitung. Der Zusammenschluss der eigenständigen Pfarrverbände zu größeren Einheiten komme von höherer Stelle, berichtete Heiß. Der Seelsorger bezeichnete es als traurig, dass die katholische Kirche von der Politik nichts gelernt habe, als die seinerzeit die Gebietsreformen beschloss. Es gehe nicht nur die Identität verloren, sondern zunehmend würden die Fälle von Burnout ansteigen. Auch Ehrenamtliche für Aufgaben zu finden, werde immer schwieriger, „weil durch die „großen Gebilde“ immer mehr Druck auf ihnen lastet“. 

Dieter Metzler

 

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