Tradition in Fürstenfeldbruck

Pfarrverband Fürstenfeld produzierte Film über Luzienhäuserlschwimmen

Kinder und ihre Eltern lassen selbst gebastelte Luzienhäuserl in die Amper in Fürstenfeldbruck
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Viele Eltern und Kinder setzen sonst am 13. September leuchtende Häuser in die Amper – die Tradition muss heuer entfallen.

Fürstenfeldbruck – Der Film über die Heilige Luzia ist der zwölfte Film einer Reihe des Pfarrverbands Fürstenfeld.

Ungeduldig warten die Fans, Kinder wie Erwachsene, seit August, als der bisher letzte von zwölf YouTube-Filmen für Kinder vom Pfarrverband Fürstenfeld ins Netz gestellt worden war, auf eine Fortsetzung der viel beachteten Filmreihe. Wie Gemeindereferentin Simone Kuhbandner, die Autorin der Filme, auf Anfrage mitteilte, ist die Wartezeit nun zu Ende.

Nachdem heuer das traditionelle Luzienhäuserlschwimmen auf der Amper in Fürstenfeldbruck am 13. Dezember wegen der Pandemiebestimmungen nicht stattfinden darf, hat sie einen Film über diese Heilige und das mit ihr verbundene Brauchtum produziert.

Die Herkunft der Tradition

In dem Film wird die Herkunft des Luzienhäuserlschwimmens in Fürstenfeldbruck folgendermaßen beschrieben: Im Jahr 1785 war die Stadt von einer Hochwasserkatastrophe bedroht. Am 13. Dezember, dem Luzientag, soll die Gefahr am größten gewesen sein. Da gingen die Leute, die an der Amper wohnten, in die Klosterkirche und baten die Heilige Luzia um Hilfe, um ihre Fürsprache bei Gott. Sie versprachen, dass sie jedes Jahr am 13. Dezember einen Gottesdienst feiern würden, wenn sie von der Flut verschont blieben. Sie hatten kleine Nachbildungen ihrer Häuser mit in die Kirche gebracht. Nach dem Bittgottesdienst setzten sie diese Häuschen in die reißende Amper. Und tatsächlich, das Amperhochwasser stieg nicht weiter, Bruck blieb vor einer Katastrophe verschont.

Wiederentdecktes Gelübde

Bis zum Jahr 1851 hielten die Brucker ihr Gelübde, dann gerieten Gottesdienst und Luzienhäuserlschwimmen in Vergessenheit. Doch im Jahr 1949 erinnerte man sich wieder daran. Seither gehört der 13. Dezember wieder als Festtag in den Brauchtumskalender der Stadt. Jung und Alt sind dann auf den Beinen, wenn bei dem Gottesdienst um den Schutz Gottes für die Stadt und ihre Menschen gebetet und zum Schluss der Segen über die Luzienhäuserl gesprochen wird. Dann beginnt die Amper unter der Brücke von den erleuchteten Häuserln zu funkeln.

Luzienhäuserlschwimmen muss heuer entfallen

Heuer muss das Luzienhäuserlschwimmen coronabedingt für alle Brucker ausfallen. Alle von den Kindern gebastelten Luzienhäuserln sollen aufgehoben und im nächsten Jahr zu Wasser gebracht werden.

Lichtboten im Advent

Mit „Lichtboten“ geht es für Kinder auch durch den Advent: Der Pfarrverband Fürstenfeld bietet an den vier Adventsonntagen in der St. Magdalena-Kirche um 10 Uhr und in der St. Bernhard-Kirche um 11 Uhr jeweils eine Gottesdienstreihe an unter dem Motto „Lichtboten im Advent“, zu der vor allem Familien mit kleineren Kindern eingeladen sind.
red

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