Wegen seiner schweren Erkrankung

Pfarrer Bauernfeind tritt zurück

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Pfarrer Albert Bauernfeind bei seinem bisher letzten Gottesdienst in Fürstenfeld an Fronleichnam, 15. Juni. Er trägt das Gründerkreuz von Fürstenfeld zum Altar.

Im Pfarrsaal von St. Magdalena in Fürstenfeldbruck fand am 19. November eine Pfarrverbandsversammlung statt, bei der Pfarrer Stefan Scheifele, Birgitta Klemenz, Markus Amann und Bernhard Utters informierten und Fragen beantworteten. Zweck der Veranstaltung war die Information der Katholiken in Fürstenfeldbruck, Emmering und Biburg vor allem über die anstehenden Veränderungen im Pfarrverband Fürstenfeld nach dem bevorstehenden krankheitsbedingten Ausscheiden von Pfarrverbandsleiter Pfarrer Albert Bauernfeind.

Bereits bei den Gottesdiensten am 7. und 8. Oktober und in den „Pfarrnachrichten“ hatte Pfarrer Albert Bauernfeind die Mitglieder des Pfarrverbands informiert, dass er sich wegen seiner schweren Erkrankung nicht mehr in der Lage sehe, die Leitung des Pfarrverbandes Fürstenfeld weiterhin verantwortungsvoll wahrzunehmen und nach dem Befund der Ärzte nicht damit zu rechnen sei, dass er jene Schaffenskraft zurückgewinne, die für die Leitung des Pfarrverbands nötig ist. Deshalb habe er Kardinal Reinhard Marx gebeten, ihn zum Jahresende 2017 von seinen Pflichten zu entpflichten. Der Münchner Erzbischof habe dem zugestimmt. Pfarrer Bauernfeind werde am 1. Januar 2018 den Pfarrverband Fürstenfeld verlassen und in den zunächst zeitlichen Ruhestand treten.

"Priesterliche mobile Reserve": Pfarrer Stefan Scheifle

Pfarrer Stefan Scheifele spricht

Bei der Pfarrverbandsversammlung hat sich Pfarrer Stefan Scheifele den zahlreichen Besuchern vorgestellt. Er ist nicht der neue Pfarrer, sondern wurde vom Erzbischof als Pfarradministrator im Pfarrverband eingesetzt. Ab 1. Dezember ist er für die folgenden Monate, bis ein neuer Pfarrverbandsleiter kommt, in seiner Eigenschaft als „Priesterliche mobile Reserve für Leitungsaufgaben“ für den Pfarrverband verantwortlich. Die Stelle des Pfarrverbandsleiters in Fürstenfeldbruck wird am 1. Dezember vom erzbischöflichen Ordinariat zur Neubesetzung am 1. Februar 2018 ausgeschrieben. Obwohl für die verantwortungsvolle Aufgabe eines Pfarrverbandsleiters geeignete Priester ziemlich rar sind, ist Pfarrer Scheifele zuversichtlich, dass sich bald ein Nachfolger für Pfarrer Bauernfeind finden wird. 

Keine Änderung in der Gottesdienstordnung

Bis ein neuer Pfarrverbandsleiter kommt, soll es laut Pfarrer Scheifele möglichst keine Änderungen in der Gottesdienstordnung geben. Als festen Gottesdiensttermin an den Sonntagen wird weiterhin der 11 Uhr-Gottesdienst in Fürstenfeld angeboten, den er in der Regel zelebrieren wird. Auch die Werktagsgottesdienste sollen beibehalten werden. Im Advent wird in jeder der vier Gemeinden ein Bußgottesdienst mit einer besonderen, individuellen Form der Lossprechung angeboten. Pfarrer Scheifele bietet dienstags in Emmering und mittwochs in St. Magdalena Sprechstunden an, da in diesen Gemeinden derzeit kein „Seelsorger vor Ort“ zur Verfügung steht.

Beifall und Dank

Unter großem Beifall dankte Pfarrer Scheifele den hauptamtlichen Seelsorgern und Mitarbeitern sowie den ehrenamtlichen Wortgottesdienst-Leitern für ihren großen Einsatz in den vergangenen 12 Monaten, in denen Pfarrer Bauernfeind krankheitsbedingt ausgefallen ist. Großer Dank ging auch an Pfarrer Manfred Gehrmann aus München und Militärdekan Alfons Hutter, ohne deren fortwährenden Einsatz viele Gottesdienste im Pfarrverband nicht möglich gewesen wären. 

Wurde die Jugendseelsorge vernachlässigt?

Aus dem Saal kam die Frage, ob nicht die Jugendseelsorge im Pfarrverband vernachlässigt wird. Dies konnte insofern beantwortet werden, dass in jedem Jahr große Erstkommunion- und Firmvorbereitungsaktionen stattfinden und auch die Ministranten-Pastoral ein wichtiger Faktor sei. Man sei auch - unabhängig von der Suche nach einem neuen Pfarrer - bestrebt um eine dauerhafte Besetzung der Pfarrvikarsstelle. Einzelne Teilnehmer beklagten die Häufigkeit von Wortgottesdiensten gegenüber Eucharistiefeiern. 

Pfarrer Scheifele verwies nochmals auf den sonntäglichen Gottesdienst in Fürstenfeld, betonte aber auch den hohen Wert von Wortgottesdiensten und nannte das über viele Jahre von Pfarrer Albert Bauernfeind entwickelte und praktizierte „Ein-Priester-Modell“ eine „geniale Idee“, die für die Zukunft beispielhaft sein könnte. 

Baumaßnahmen und Sanierungen

Im weiteren Verlauf der Pfarrverbandsversammlung informierte Verwaltungsleiter Markus Amann über seinen Aufgabenbereich. Gezielt gefragt wurde er nach den Stand der geplanten Baumaßnahmen zur Gewährleistung der Standfähigkeit der St. Magdalena-Kirche und dem Neubau der Pfarrheims St. Magdalena, über die, wie Amann berichtete, in den Vergabeausschusssitzungen für die Pfarrkirche im Frühjahr, für das Pfarrheim im Herbst 2018 entschieden wird. In St. Bernhard steht die Turmsanierung und in Emmering die Orgelsanierung an. 

Pfarrgemeindewahl am 25. Februar 2018

Pfarrverbandsratsvorsitzende Birgitta Klemenz berichtete, dass das Erzbischöfliche Ordinariat eine Beschreibung des Pfarrverbandes Fürstenfeld für die Stellenausschreibung des neuen Pfarrverbandsleiters angefordert habe, die sie fristgerecht abgeliefert habe. Der Pfarrverbandsrat habe unter den Gemeindemitgliedern groß angelegte Umfragen zur Erstellung eines Pastoralen Konzepts durchgeführt. Das Projekt sei jedoch noch nicht abgeschlossen. Pastorale Schwerpunkte im Pfarrverband seien die Jugendarbeit, die Ökumene, die kategoriale Seelsorge und der weitere Ausbau des „fünften Ortes im Pfarrverband“ (außer den vier Pfarrkirchen), nämlich Fürstenfeld als geistlicher Ort im säkularen Umfeld. Schließlich sprach der Dekanatsratsvorsitzende Bernhard Utters, der den Abend auch moderierte, die am 25. Februar 2018 unter dem Motto „Du bist Christ – mach was draus“ stattfindende Pfarrgemeinderatswahl an, für welche in den meisten Gemeinden noch Kandidaten gesucht werden. Die Wahl wird, außer in Emmering, wieder ausschließlich als Briefwahl durchgeführt, was sich in der Vergangenheit bewährt und in einer hohen Wahlbeteiligung niedergeschlagen habe. 

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