Pilotprojekt für junge Menschen mit Fluchthintergrund

"Joblingen" Intragration erleichtern

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Auf dem Foto (von links): Ulrike Garanin, Vorstand Joblinge, Ilse Schmücker, vier Flüchtlinge, Regionalleiterin Joblinge, Claudia Baubkus, Geschäftsführung Jobcenter FFB, Michael Schankweiler, Agentur für Arbeit Weilheim und Christian Bockes, Interner Service Regionaldirektion Bayern. 

Aktuell leben im Landkreis Fürstenfeldbruck etwa 2.500 Flüchtlinge, wovon derzeit 1.100 schutzberechtigte Menschen mit Bleiberecht sind. Viele von ihnen sind jung, haben aber weder eine Schul- noch eine Ausbildung. Durch die Kooperation des Jobcenters Fürstenfeldbruck mit der Unternehmensberatung Boston- Consulting-Group und der Eberhard-von-Kuenheim Stiftung, wurde die Initiative ,,Joblinge“ ins Leben gerufen und somit jungen Menschen mit Fluchthintergrund die Möglichkeit gegeben, eine Ausbildung nach dem dualen Berufsausbildungssystem zu erlangen.

Bei einer Pressekonferenz am 27. September im Lehrsaal der Sparkasse, stellten sich Teilnehmer und Unternehmer des Pilotprojekts vor und berichteten über ihre Erfahrungen. ,,Es gibt keine grundlegendere Integration als Arbeit“, fasst es Ulrike Garanin, geschäftsführender Vorstand der Joblinge, zusammen. Das Pilotprojekt verbindet Qualifizierung in der Praxis mit persönlicher, individueller Förderung und der konkreten Chance, sich einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz aus eigener Kraft zu erarbeiten. Joblinge bündelt das Engagement und die Kompetenzen unterschiedlichster Akteure und Institutionen aus Wirtschaft, Staat und Gesellschaft. ,,Gemeinsames Ziel soll sein, Jugendliche mit schwierigen Startbedingungen dauerhaft in eine Ausbildung oder Arbeit zu bringen.“ 

Mut machen und Erfolgserlebnisse ermöglichen

Viele Teilnehmer hatten sich selbst bereits aufgegeben. Das Programm soll Mut machen und ihnen Erfolgserlebnisse und Perspektiven ermöglichen. ,,Es liegt noch eine große Aufgabe vor uns, aber viele Beispiele zeigen uns, dass es gelingen kann“, sagt Ulrike Garanin. Wie genau das aussehen kann, stellte Jobcenter- Geschäftsführerin Claudia Baubkus anhand von erfolgreichen Beispielen aus der Praxis vor: Der 20-Jährige Koteba Alabrahem lebt seit April 2015 in Deutschland und ist seit 2016 bei den „Joblingen“ München. Nach verschiedenen Praktika in den Bereichen Elektromechanik und Veranstaltungen, macht er jetzt eine Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann. Auch Yonas Ytesyon, der im Juni 2015 nach Deutschland gekommen ist, hat konkrete Zukunftspläne. ,,Ich möchte Altenpfleger werden“, erklärt er. Nach seinem zweiwöchigen Praktikum als Altenpflegehelfer im Evangelischen Pflegezentrum Eichenau, wird er ab Herbst ein Freiwilliges Soziales Jahr im Münchenstift beginnen. Im November 2016 startete das Programm als Pilotprojekt für den SGB II-Bereich bundesweit für Flüchtlinge ohne Deutschkenntnisse mit einer innovativen Förderung. Die ersten Teilnehmer können schon einen Ausbildungsvertrag unterzeichnen oder werden weiter durch das Jobcenter gefördert und betreut.

Nicole Burk

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