Pläne für Dokumentationszentrum zum Olympia-Attentat im alten Towergebäude am Fliegerhorst FFB noch im Anfangsstadium

Brucks Landrat Thomas Karmasin beim Gespräch mit dem Kreisboten FFB. Foto: Dieter Metzler

40 Jahre nach dem Olympia-Attentat von 1972, bei dem elf israelische Athleten und ein deutscher Polizist von palästinensischen Terroristen ermordet wurden, soll den Opfern heuer am 5. September am Originalschauplatz vor dem alten Towergebäude auf dem Brucker Fliegerhorst gedacht werden. Vorgesehen sei eine bundesweit zentrale Gedenkfeier mit zahlreichen Ehrengästen aus Politik und Sport, teilte Brucks Landrat Thomas Karmasin bei einem Gespräch mit dem Kreisboten mit.

Darauf habe man sich Anfang Dezember des vergangenen Jahres bei einem gemeinsamen Treffen mit dem Standortältesten, Generalmajor Robert Löwenstein, Charlotte Knobloch, der Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde für München und Oberbayern und dem Generalkonsul des Staates Israel in München, Tibor Shalev-Schlosser, verständigt, berichtete Karmasin. Die Vorbereitungen für die Gedenkfeier seien bereits in vollem Gange. So sind neben einem gottesdienstlichen Teil mit dem katholischen und evangelischen Dekanen des Landkreises, Albert Bauernfeind und Stefan Reimers sowie einem Rabbiner Ansprachen je eines Vertreters von israelischer Seite, aus der Bundes- und Landespolitik sowie des Deutschen Olympischen Sportbundes vorgesehen. Gleichzeitig sollen die Geschehnisse von damals im Rahmen einer Ausstellung in Erinnerung gerufen werden. Seit der Einweihung der Gedenkstätte im Jahre 1999, die der in Gröbenzell lebende Bildhauer Hannes L. Götz geschaffen hat, fand die Gedenkfeier jährlich neben dem Haupttor des Fliegerhorstes statt. Dort werde sie auch in den nächsten Jahren wieder stattfinden, teilte Karmasin mit. An eine Verlegung der Gedenkstätte vom Haupttor an den Originalschauplatz vor den alten Tower werde man wohl frühestens nach Abzug der Bundeswehr aus dem Fliegerhorst denken können, meinte Karmasin. Derzeit ist das Gebäude noch belegt. Als erstmals Anfang der 90er Überlegungen angestellt wurden, zum Gedenken an das Geiseldrama eine Gedenkstätte zu errichten, hatte man schon damals aus Gründen der Authentizität an den Originalschauplatz gedacht. Doch die Gedenkstätte sollte auch für jedermann öffentlich zugänglich sein, und solange die Bundeswehr den Fliegerhorst nutzte, war dies nicht möglich. So wählte man die Gedenkstätte am Haupteingang, aber außerhalb des Fliegerhorstes, aus. Auf die Berichte in den Medien zur Verlegung der Gedenkstätte und zur Errichtung eines Dokumentationszentrums angesprochen, erklärte Karmasin, dass es für konkrete Aussagen noch zu früh sei und der Landkreis nicht in den Kategorien einer umfassenden Aufarbeitung denke. Ihm sei aber wichtig, dass die schrecklichen Ereignisse nicht vergessen werden. Auch habe kein Briefwechsel mit Verteidigungsminister Thomas de Maiziere (CDU) stattgefunden. „Wir beschäftigen uns derzeit mit dem Konzept für die Feierlichkeiten am 5. September“, stellte Karmasin vielmehr richtig. Gleichwohl unterstütze er einen Umzug der Gedenkstätte mit dem Kunstwerk des Gröbenzeller Bildhauers an den Originalschauplatz nach Auflösung des Fliegerhorstes, erklärte Karmasin, der sich in diesem Zusammenhang vorstellen kann, dass es eine zusätzliche Informationsstätte zur Darstellung der damaligen Ereignisse geben kann. Wenngleich die Aufarbeitung der Ereignisse nicht zu den kommunalen Aufgaben zähle, so sollten aber doch die dramatischen Vorgänge von damals insbesondere der Jugend näher gebracht werden. Hierzu müssten aber noch die zuständigen Kreisgremien eingebunden werden. Doch noch seien viele Fragen ungeklärt, wie zum Beispiel das Schicksal der Flächen im Fliegerhorst oder die Planungen der Stadt, aber auch die Finanzierung einer ggf. dauerhaften Erinnerungsstätte. Mit dem Generalkonsul und mit der Israelitischen Kultusgemeinde stehe man in Kontakt und auch mit der Historikerin Dr. Angelika Schuster-Fox, die bereits mehrfach für den Landkreis tätig war.

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