Am Brucker Bahnhof

Ärger um Bahnsteig 1

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Damit künftig auch wieder Regionalzüge in Bruck halten können, soll Gleis 1 (linkes Gleis) reaktiviert werden. Die geplante Höhe der Bahnsteigkante sorgt jedoch für Verwunderung.

Vertreter der Bahn AG legten auf einer gemeinsamen Sitzung von Planungs- und Bauausschuss sowie dem Ausschuss für Umwelt, Verkehr und Tiefbau Entwürfe für einen neuen Bahnsteig am Gleis 1 des Brucker Bahnhofs vor. An diesem sollen künftig wieder Regionalzüge in der Großen Kreisstadt halten. Dass dieser jedoch nicht barrierefrei wäre, stößt bei den Ausschussmitgliedern auf Unverständnis.

Fürstenfeldbruck - Ingo Laberer, verantwortlich für den Ausbau der S4 West, stellte den Stadträten zwei Varianten zur Ertüchtigung des alten Bahnsteiges am Gleis 1 des Brucker Bahnhofs vor. Man befinde sich gegenwärtig noch in den Vorplanungen und wolle sich abstimmen beziehungsweise „Anregungen mitnehmen, bevor es in die Bauausführung“ ginge, so der Projektmanager - und Abstimmungsbedarf gab es reichlich. 

Fahrgäste müssen  bei beiden Varianten 20 Zentimetern überwinden

Beide Varianten sehen zwar einen barrierefreien Zugang zum 240 Meter langen Bahnsteig vor - Version eins mittels einer rollstuhlgerechten langen Rampe und der vom Ausschuss favorisierte zweite Lösungsansatz mit einem Aufzug, der vom Fußgängertunnel auf den Bahnsteig führt - allerdings beträgt die Bahnsteighöhe laut Planungen jeweils 76 Zentimeter. Dies wiederum würde jedoch bedeuten, dass spätestens beim Einstieg in den Zug mit der Barrierefreiheit Schluss wäre, denn Regionalzüge haben eine Einstiegshöhe von 56 Zentimetern und S-Bahnen benötigen eine 96 Zentimeter hohe Bahnsteigkante. Somit müssten Fahrgäste immer einen Höhenunterschied von 20 Zentimetern überwinden, je nach Zugtyp entweder nach oben oder nach unten. Man habe von der Bayerischen Eisenbahngesellschaft den Auftrag erhalten, den Bahnsteig so zu konzipieren, dass sowohl Regionalzüge als auch S-Bahnen halten können. 

Vorhaben stößt auf deutliche Kritik

Es handele sich um einen Kompromiss und diese Mittelhöhe sei „in solchen Fällen durchaus gebräuchlich“, erklärt Laberer mit Hinweis auf die S7, die neben der S-Bahn auch von der Oberlandbahn und dem Meridian befahren wird. Obwohl ursprünglich für den Halt von Regionalzügen geplant, wolle man sich „die Möglichkeit offen halten, dass auf Gleis 1 alle Zuggattungen halten können.“ „Ist dies überhaupt gesetzeskonform“, hakte Alexa Zierl (Die Partei & Frei) nach, der Freistaat habe sich doch verpflichtet, „den öffentlichen Nahverkehr bis spätestens 2023 barrierefrei zu machen.“ Auch Karl Danke (BBV) und Ulrich Schmetz (SPD) kritisierten das Vorhaben deutlich. Man solle sich auf die Regionalzüge konzentrieren, für die der Bahnsteig ja eigentlich geplant sei. 

Großflächiger treppenartiger Zugang statt breiter Treppe gewünscht

In einer schriftlichen Stellungnahme unterstützt auch Thomas Brückner vom Verkehrsforum FFB die Bemühungen der Stadträte nach einer barrierefreien Anpassung der Bahnsteighöhe, „denn was hilft ein barrierefreier Zugang zum Bahnsteig, wenn ich mit dem Rollstuhl nicht in den Zug komme?“ In dem einstimmig gefassten Beschluss wird die Bahn aufgefordert, die Verbesserungsvorschläge der Stadt zu prüfen, die unter anderem auch ein Dach über dem neuen Bahnsteig beinhalten. Zudem soll auf Vorschlag von Markus Droth (CSU) der Zugang zur Bahnsteigkante großflächig treppenartig ausgebaut werden, statt wie bisher geplant über eine 3,20 breite Treppe erfolgen.

Peter Fischer

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